Klarer Trend bei der Auswahl von Auszubildenden: Eignungstests statt Schulnoten
Immer mehr Unternehmen setzen bei der Suche nach den passenden Auszubildenden und Trainees auf diagnostische Testverfahren. Einen Anstieg von 83 Prozent verzeichnete das geva-institut 2012 im Vergleich zum Vorjahr beim Einsatz branchenspezifischer Eignungstests. Ein Trend, der das kommende Ausbildungsjahr 2012/13 anhalten wird.
Was vor einigen Jahren noch der Rekrutierung von Fach- und Führungskräften vorbehalten war, erreicht nun auch das Personalauswahlverfahren der Jüngsten im Unternehmen – der Auszubildenden. Zunehmend verwenden Personaler standardisierte Verfahren, die ihnen zuverlässig Auskünfte über die Passgenauigkeit ihrer Kandidaten liefern. Dabei geht es um Intelligenz genauso wie um soziale, persönliche und methodische Kompetenzen. Um teure Fehlbesetzungen und Ausbildungsabbrüche zu vermeiden, ist eines jedoch besonders wichtig: die Berücksichtigung der Berufs- und Leistungsmotivation der einzelnen Bewerber.
Die Folgen sinkender Zahlen ausbildungsreifer Jugendlicher in den letzten Jahren verlangen nach Neuorientierung und Innovation im Personalwesen. Denn nur wer gut in sein Arbeitsumfeld passt, kann seine Ausbildung erfolgreich abschließen und bleibt damit dem Unternehmen langfristig erhalten. Da Führungspositionen häufig aus den eigenen Reihen besetzt werden, etablieren sich zunehmend attraktive Einstiegsprogramme für Trainees und BA-Studenten. Dabei ist die Investition in die “Richtigen” maßgeblich für den künftigen Unternehmenserfolg und ein guter Grund, warum sich immer weniger Unternehmen nicht nur auf die Schulnoten der Kandidaten und die Erfahrungen einzelner Personaler verlassen.
Für den Einsatz eines diagnostischen Testverfahrens sprechen dabei nicht nur die Kostenersparnis und der enorme Zeitvorteil im Bewerberauswahlverfahren. “Eine entscheidende Rolle spielt die objektive Vergleichbarkeit der Teilnehmer”, so Manfred Stoiber, Leiter Aus- und Weiterbildung, Kreissparkasse Göpping, und Kunde des geva-instituts.
Bei den alten Römern war die “nota” das Brandmal, mit dem man Sklaven als seinen Besitz kennzeichnet. Noten sagen – wie notae – nur etwas darüber, DASS man in der Schule war, aber sie sagen gar nichts darüber, was und wie und in welchem Geiste man dort war.
1Dass Ausbilder allerdings mit denselben “Diagnosemitteln” etwas über den Menschen herausfinden wollen wie die Schule, lässt mich als Ich-kann-Schule-Lehrer doch etwas an ihrer Intelligenz zweifeln. Wenn man wissen will, ob der Mensch in eine Schablone hineinpasst, weiß man danach im besten Falle eine Sache über ihn. Wenn ich bloß beobachte, wie er über alle Schablonen hinauswächst und dabei mit seinen Kräften umgeht, weiß ich nicht nur sehr viel über ihn, ich KANN auch bereits mit ihm. Es gibt heute zu viele, die als WISSEND gelten aber mit ihrem “Wissen” gar nichts können. Wenn einer mich schon nicht auswählen kann, wie soll der mich intelligent beschäftigen?
Ich grüße freundlich.
Franz Josef Neffe