Familienpolitik

Es fehlen noch Kitaplätze! Aber wie viel eigentlich?

Es fehlen noch Kitaplätze! Aber wie viel eigentlich?

Ab 1. August 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz für Kinder unter drei Jahren. Noch gibt es nicht genügend Plätze im Land – voraussichtlich werden bis zu 750 000 Kitaplätze benötigt. Doch wie viele fehlen und ob es möglich ist, in einem Jahr die Betreuungs-Garantie einzulösen, weiß offensichtlich niemand so genau.

Einigkeit herrscht unter den meisten Experten und Verantwortlichen nur darüber, dass in einem Jahr 750 000 Kitaplätze zur Verfügung stehen sollen. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund schätzt, dass es derzeit 620 000 Kitaplätze in Deutschland gibt, also noch 130 000 fehlen. Laut Berechnungen von Sozialwissenschaftlern fehlten im Mai sogar noch 230 000 Plätze. In den letzten Wochen geisterte immer wieder die Zahl von 160 000 Plätzen durch die Medien, die noch bis zum 1. August 2013 geschaffen werden müssen.

Und was sagt die zuständige Fachfrau der Bundesregierung dazu? Bundesfamilienministerin Kristina Schröder geht sogar von 780 000 erforderlichen Kitaplätzen aus. Ihrer Rechnung nach haben in diesem Frühjahr noch 160 000 gefehlt, und zwischen März und Mai 2012 seien – es klingt wie ein Wunder – 100 000 neue Plätze entstanden. Blieben also „nur“ noch 60 000 Plätze, die bis Mitte nächsten Jahres geschaffen werden müssen.

Aber offensichtlich macht selbst diese Zahl Schwierigkeiten. Die Ministerin scheint jedenfalls nicht mehr ernsthaft an die Erreichung des Ziels zu glauben – jedenfalls nicht mit regulären Mitteln. Da viele Kommunen beim Ausbau der Kitaplätze hoffnungslos überfordert sind, da ihnen das Geld fehlt, soll es jetzt die Privatwirtschaft richten. Die Regierung wolle betriebliche Kindergärten stärker fördern und noch mehr Anreize schaffen, um Firmen die Gründung eines eigenen Kindergartens schmackhaft zu machen, verkündete die Ministerin.

Verbindliche Qualitätsstandards für Kindergärten sollen erst 2020 eingeführt werden, um die Hürden für Neugründungen und Erweiterungen möglichst niedrig zu halten.

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1 Kommentar

  1. Wolfgang

    12. September 2012 in 10:08

    Die Erfüllung dieses Ziels scheint immer schwieriger, wenn man sich einmal (kopfschüttelnd) die Meldungen aus meiner alten Heimat Hamburg anschaut: Dort hat man es sogar geschafft, sich in der Planung der Kita-Plätze zu verrechnen ( http://www.hamburg-lokal.com/nachrichten/verrechnet-4350-kita-kinder-uebersehen/121 ), so dass mehrere Tausend Mütter nun bangen müssen, ob ihre Kinder einen Platz bekommen. So kann dieses Konzept nicht erfolgreich umgeesetzt werden!

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