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RUM DIARY

RUM DIARY

Sieht verführerisch aus, macht aber einen dicken Kopf: Johnny Depp spielt in der Verfilmumg von Hunter S. Thompsons biografischem Trinker-Roman „Rum Diary“ einen ewig angeschickerten Journalisten. Das macht er wirklich gut, aber die Story ist leider keine Schlagzeile wert (Kinostart: 2. August).

Johnny Depp kommt einfach nicht von der Karibik los. Nach vier Auftritten als Jack Sparrow in der „Fluch der Karibik“-Reihe verschlägt es den Star in diesem Suff-und-Sonne-Drama nach Puerto Rico. Damit tritt Depp erneut in einer Verfilmung eines Romans seines Freundes Hunter S. Thompson an – wie 1998 in der Drogen-Groteske „Angst und Schrecken in Las Vegas“. Aber anders als damals fehlt „Rum Diary“ der richtige Kick, der süchtig macht. Aber genau wie damals liefert Johnny Depp eine stilsichere Performance ab.

Wir schreiben das Jahr 1959. Der Jung-Journalist Paul Kemp (Johnny Depp) hat die Schnauze voll von New York und sucht sein Heil im schwülen San Juan auf Puerto Rico. Chefredakteur Lotterman (Richard Jenkins) will dem abgehalfterten San Juan Star wieder Leben einhauchen – und Kemp soll’s richten. Doch der Neuling tritt schon betrunken zum Vorstellungsgespräch an. Keine gute Basis für eine gute Zusammenarbeit. Aber die bietet das Käseblatt ohnehin nicht, wie Kemp schnell herausfindet. Er freundet sich mit dem frustrierten Fotografen Sala (Michael Rispoli) an, schreibt ein paar nichtssagende Storys für das Blatt und vertrödelt ansonsten seine Zeit mit Rum. Und den gibt es reichlich auf der Zuckerrohrinsel.

Erst als Kemp den aalglatten Geschäftsmann Sanderson (Aaron Eckhardt) kennenlernt, kommt Schwung in das träge Treiben. Sanderson fädelt einen zweifelhaften Immobiliendeal ein, und Kemp soll dafür die PR-Trommel rühren. Was Kemp aber weitaus mehr interessiert, ist Sandersons hübsche Freundin Chenault (Amber Heard) …

Der Roman von Hunter S. Thompson schildert in Form eines Tagebuchs das Leben eines US-Journalisten auf der Karibikinsel Puerto Rico, damals wie heute ein vollkommen von der Großmacht USA abhängiges Eiland. Der Roman kommt ohne eine durchkonstruierte Story aus, er hat andere Qualitäten literarischer Art. Der Film mogelt sich genau an diesem Punkt um eine überzeugende Lösung herum. Er hat keine greifbare Geschichte, will aber auch nicht ganz darauf verzichten. Ein Kompromiss also – und das kennzeichnet „Rum Diary“ in mehrfacher Hinsicht. So richtig kann sich der Film nicht entscheiden, ob er nun Alkoholikerdrama, Polit-Thriller, Liebesfilm oder schwül-elegantes Zeitstück sein will. Dabei hätte man aus dem Stoff wirklich etwas verdammt Süffiges machen können.

Stattdessen strapaziert das Drehbuch das Thema „guter Journalist kämpft gegen bösen Unternehmer“. Am Ende schaut der Film aus, als hätte ihn der Journalistenverband mitfinanziert: politisch korrekt, aber fad. Wirkliche klasse haben die Darsteller, die sich nicht durch das schlaffe Drehbuch irritieren ließen. Johnny Depp, eigentlich ein paar Jährchen zu alt für diese Rolle, brilliert mal wieder als Schauspieler und kommt ohne seine Piraten-Mätzchen aus. Dass der Kerl in Anzug und mit Sonnenbrille auf der Nase und Kippe im Mund einfach prima aussieht, ist eh klar. Ebenso hübsch anzuschauen sind die 50er-Jahre-Bauten, die schnuckelige Amber Heard und ein knallroter Sportwagen, den Kemp fast zu Schrott fährt. Berauschend ist das alles trotzdem nicht.

Kinostart: 2. August; Regie: Bruce Robinson; FSK: ab 12; Länge: 120 Minuten; Verleih: Central Film und Wild Bunch, Link: www.wildbunch-germany.de


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