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Was Ärzte gerne extra berechnen – obwohl es nutzlos ist

Was Ärzte gerne extra berechnen – obwohl es nutzlos ist

Seit einigen Jahren versuchen viele Ärzte, ihren Umsatz mit Angeboten zu steigern, die nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen zählen. Viele Patienten sind verunsichert: Was taugen die Extraleistungen? Und lohnt es sich, dafür aus eigener Tasche zu bezahlen?

4-D-Ultraschall: 150 Euro, Toxoplasmose-Test: 15 Euro, Zytomegalie-Test: 45 Euro – die Liste der „Individuellen Gesundheitsleistungen“, die man während der Schwangerschaft haben kann und selbst bezahlen muss, ist lang. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift ELTERN gibt Anke Kirchner, Juristin und Gesundheitsexpertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, die wichtigsten Tipps für den Umgang mit den IGeLn.

Derartige Extras werden natürlich nicht nur Schwangeren angeboten, es gibt mittlerweile eine Fülle von Behandlungen, die Ärzte ihren Patienten gegen Extrazahlungen offerieren. Die meisten davon sind nicht nur teuer, sondern auch nutzlos.

Wie sollte ich überhaupt reagieren, wenn mir mein Arzt eine solche Selbstzahlerleistung anbietet? Anke Kirchner: „Viele Leute trauen sich nicht, Nein zu sagen – aus Angst, das Vertrauensverhältnis zum Arzt zu riskieren. Aber das ist falsch. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen! Fragen Sie nach dem Nutzen der Untersuchung, den Kosten und weshalb die Kasse sie nicht zahlt beziehungsweise unter welchen Bedingungen sie es tut. Auch die Krankenkasse selbst beantwortet dies. Und erbitten Sie sich Bedenkzeit. Bei einem ‚Ich möchte das nicht sofort machen lassen, aber ich bin ja regelmäßig hier‘, ist niemand böse.“

Die Expertin erklärt, vor welchem Hintergrund bestimmte Untersuchungen von der Kasse nicht gezahlt werden: „Zum einen sind das Leistungen mit umstrittenem oder nicht nachgewiesenem Nutzen, weil etwa noch nicht genug Studien dazu vorliegen. Sie werden aber vom Gemeinsamen Bundesausschuss immer wieder überprüft – so kann aus einer IGe-Leistung später eine Kassenleistung werden.“

Und bei welchen IGeL-Angeboten sollte man ganz besonders kritisch sein? Anke Kirchners Rat: „Bei zu aggressiven Werbeslogans, die Ihnen ein schlechtes Gewissen machen, weil Sie zum Beispiel ’nur‘ die Grundversorgung in Anspruch nehmen. Das sind etwa Angebote wie ‚Mehr als die Basisleistung‘ oder auch ‚Schwangerschaftsvorsorge Plus'“.

Mehr zum Thema „IGe-Leistungen: Abzocke oder gute Investition?“ gibt es in der aktuellen ELTERN, ab 18. Juli 2012 im Handel. Oder beim IGeL-Monitor, der regelmäßig die Zusatzleistungen unter die Lupe nimmt und empfiehlt, was wirklich sinnvoll ist.

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