Familienleben

Pflaume oder Zwetschge – Der Sommer wird blau!

Pflaume oder Zwetschge – Der Sommer wird blau!

Der Sommer wird blau! Aber nicht etwa, weil das Meer so schön blau ist oder die Sonne so schön vom blauen Himmel scheint, sondern weil es endlich wieder die leckeren, blauen Zwetschgen gibt. Ob nun frisch vom Baum, als Pflaumenmus aufs Brot oder als leckerer Kuchen: Jeder kennt die blaue Frucht.

Leuchtendblau und knackig-prall: Pflaumen und Zwetschgen sind ab Juli in Deutschland erntereif. In diesem Jahr sind die Ernte-Aussichten positiv, denn der Mix aus warmen März- und regenreichen Maitagen war für Pflaumen- und Zwetschgen-Bäume ideal. Deutschlands Obstbauern erwarten daher Erträge in guter Qualität. Wahre Genießer sollten sich diese Chance nicht entgehen lassen – und die heimische Pflaumen und Zwetschgen-Saison ausgiebig nutzen, die in diesem Jahr bis Anfang Oktober hinein geht.

Pflaume und Zwetschge – Nahe Verwandte – mit kleinen Unterschieden
Die einen sagen Pflaume, die anderen nennen sie Zwetschge. Dabei ist die genau genommen eigentlich nur eine Unterart der Pflaume, sagt Stefanie Lapcik vom Lehr- und Versuchsgarten im südbadischen Opfingen: „Die Zwetschge ist eher länglich, dunkelblau bis schwarz, hat eine ausgeprägte Bauchnaht. Man kann sie sehr gut vom Stein lösen, sie ist sehr spitzig und deshalb als Backzwetschge sehr geeignet, weil sie eben wenig saftet, gut verarbeitet werden kann und nicht auseinanderfällt beim Backen.“

Doch nicht nur in der Küche kann die Zwetschge punkten, sondern auch mit ihren inneren Werten. „In einer Zwetschge steckt vor allen Dingen viel Wasser, aber auch die ganzen Vitamine und Mineralien, die es so gibt. Besonders interessant sind natürlich die Ballaststoffe, da kennt man die Zwetschge gut. Die hilft dann ein bisschen bei der Verstopfung. Aber sie hat auch sehr viele sekundäre Pflanzenstoffe, Antioxidantien genannt, und die helfen die Widerstandskraft zu erhöhen. Sie ist ein kleiner Energiespender und das ist allgemein sehr gesund für den ganzen Stoffwechselhaushalt“, so Stefanie Lapcik.

Kurze Wege, langes Geschmackserlebnis
Pflaumen und Zwetschgen reifen bei Zimmertemperatur nach, sie sollten deshalb immer frisch gekauft und möglichst rasch gegessen werden. Reife Früchte lassen sich an ihrer Farbe erkennen – Rotblau bei Pflaumen, Dunkelblau bei Zwetschgen. Die Früchte sollten beim Kauf auf sanften Druck leicht nachgeben und ihre natürliche Wachsschicht nicht beschädigt sein. Aufgrund der schützenden Funktion sollte sie erst kurz vor der Zubereitung abgewaschen werden. Optimal sind Pflaumen und Zwetschgen aus heimischem Anbau, denn dank der kurzen Transportwege kommen sie reif und zum Genuss bereit auf den Tisch.

Lagerung: Pflaumen und Zwetschgen gehen gern auf Abstand
Aufbewahrt im Kühlschrank, bleiben die Früchte bis zu sieben Tage genießbar. Dabei sollten sie am besten in perforierten Plastikbeuteln aufbewahrt werden. Übrigens: Pflaumen und Zwetschgen verströmen Ethylen-Gas, das Blätter vergilben und andere Obst- und Gemüsesorten rasch altern lässt. Deshalb sollten sie immer in Abstand zu ethylenempfindlichen Gewächsen wie Broccoli, Blumenkohl, Gurken und Tomaten gelagert werden. Blattgemüse, Lauch und Pilze vertragen die Nähe von Pflaumen und Zwetschgen hingegen gut.

Hier ist „halbe Sachen machen“ erlaubt
Das Einfrieren ist problemlos möglich. Dazu das Obst gründlich waschen und sorgfältig abtrocknen. Anschließend den Stil entfernen, halbieren und entsteinen. Danach die halbierten Früchte in einen Tiefkühlbeutel geben. Tipp: Wer Pflaumen und Zwetschgen später zu Marmelade, Kompott oder Mus verarbeiten will, sollte sie bereits vor dem Einfrieren mit etwas Zucker bestreut. Dies sorgt für ein fein-süßliches Aroma.

Zwetschgen- und Pflaumen-Saison ist von Juli bis September. Zeit genug also, um sie einfach so zu essen, einen Kuchen zu backen oder es wie die Expertin zu machen: „Also, ich denke bei Zwetschgen immer sofort an meine Großmutter, die immer Zwetschgen-Knödel im Hefe- oder Kartoffelteig mit Butter-gerösteten Semmelbröseln gemacht hat. Die sind einfach klasse.“

Wenn Sie mehr über die leckeren, blauen Früchte wissen möchten, einfach im Netz auf Deutsches-Obst-und-Gemuese.de klicken. Dort finden Sie auch tolle Rezeptideen. Übrigens: ein erfrischendes Getränk für die Sommerzeit ist die so genannte Kullerzwetschge. Dafür einfach eine Zwetschge abwaschen, rundherum einstechen und in ein Champagnerglas geben, anschließend das Glas mit kaltem Schaumwein auffüllen.

Das runde Doppel in Zahlen:
– Knapp die Hälfte aller Zweipersonenhaushalte in Deutschland haben im vergangenen Jahr Pflaumen und Zwetschgen gekauft.
– Das Obst ist besonders in NRW beliebt: 27,5 % aller Pflaumen und Zwetschgen wurden im Jahr 2011 im bevölkerungsreichsten Bundesland erworben.
– Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sind die anbaustärksten Bundesländer. Im vergangenen Jahr wurden dort auf einer Fläche von 1.870 ha bzw. 986 ha Pflaumen und Zwetschgen geerntet.

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