Kind und Karriere? Nicht vereinbar!
Karriere und Kinder – junge Familien wollen heutzutage oft beides. Die Politik versucht mehr schlecht als recht dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, ebenso wie Unternehmen, beispielsweise über Betriebskitas. Eine Online-Umfrage auf Monster.de ging der Frage nach, ob in Deutschland genug für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf getan wird. Das Ergebnis: Kind und Karriere sind in der derzeitigen Situation unvereinbar!
Nur vier Prozent sind der Ansicht, dass in Deutschland genug Krippen, Kindergärten und Betreuungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Mehr als die Hälfte der Befragten (51 Prozent) halten es sogar in der derzeitigen Situation für undenkbar, Kind und Karriere zu vereinbaren. 44 Prozent sehen eine Grundlage für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, denken aber, dass noch Anstrengungen unternommen werden müssen, um berufstätige Eltern zu unterstützen.
Die Ergebnisse der Umfrage aus Deutschland auf einen Blick:
Kind und/oder Karriere? – Denken Sie, dass genug getan wird, um Familie und Beruf zu vereinbaren?
- Ja, ich denke schon. Es gibt genug Krippen, Kindergärten und Betreuungsmöglichkeiten. 4% (20)
- Auf keinen Fall. In der derzeitigen Situation ist es undenkbar, beides zu vereinbaren. 51% (250)
- Die Grundlage ist da, es muss aber noch viel getan werden, um Eltern Kind und Karriere zu ermöglichen. 44% (215)
- Darüber habe ich noch nicht nachgedacht. 1% (7)
In Österreich (23 Prozent) und der Schweiz (22 Prozent) denkt im Gegensatz zum Nachbarland Deutschland nur knapp ein Viertel der Befragten, dass Familie und Beruf nicht unter einen Hut zu bringen sind. Grundlagen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sehen in Österreich 71 Prozent und in der Schweiz 62 Prozent. Wirklich zufrieden mit den Betreuungsmöglichkeiten sind jedoch auch die befragten Österreicher (6 Prozent) und Schweizer (10 Prozent) nicht.
“Der Ausbau der Kindertagesbetreuung ist ein wichtiges Ziel einer erfolgreichen Arbeitsmarktpolitik, vor allem im Hinblick auf den Fachkräftemangel und den demografischen Wandel”, sagt Bernd Kraft, Vice President General Manager Central Europe bei Monster. “Aber auch Unternehmen können durch das Angebot von flexiblen Arbeitszeitmodellen, betrieblichen Betreuungs- und Wiedereingliederungsangeboten nach einer Babypause die Rückkehr qualifizierter Frauen in den Beruf unterstützen. Und für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sorgen.”
Mit Blick auf die Betreuungsangebote einiger europäischer Länder wie Frankreich und Schweden wird deutlich, dass in Deutschland noch viel getan werden kann. 2008 trat das Kinderförderungsgesetz (KiföG) in Kraft, das den Ausbau der Kindertagesbetreuung zum Ziel hat. Ab August 2013 hat jede Familie mit einem Kind im Alter von einem bis drei Jahren das Recht auf einen Betreuungsplatz. Ob dieses Ziel erreicht werden kann, bleibt abzuwarten.
627 Arbeitnehmer in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben vom 17. April bis zum 30. April 2012 an der Online-Umfrage teilgenommen. Das Karriereportal Monster führt in regelmäßigen Abständen Befragungen auf lokalen und globalen Webseiten des Unternehmens zu Themen rund um Arbeitsplatz und Karriere durch. Diese Befragungen sind nicht repräsentativ, sondern spiegeln die Meinung der Nutzer von Monster wider.