Deutsche Bildung wird besser – aber nicht für alle
Der aktuelle Bildungsbericht zieht Bilanz: Die Zahl der Abiturienten und Studenten steigt beständig, gleichzeitig können Millionen weder richtig lesen noch schreiben: Wie geht das zusammen?
Der heute vorgestellte Bildungsbericht von Bund und Ländern zieht ein gemischtes Fazit über den Zustand der deutschen Bildungslandschaft: In Deutschland gibt es mehr Abiturienten und Studenten als je zuvor. Immer mehr Schüler packen die mittlere Reife. Und wer gut ausgebildet ist, findet meist auch einen Arbeitsplatz oder eine Lehrstelle.
Fast jeder zweite Schüler in Deutschland erwirbt mittlerweile die Hochschulreife. Aber: Rund ein Fünftel aller Schüler haben Probleme mit den Grundfertigkeiten. Sie können nicht richtig lesen, es mangelt am Textverständnis. Das führt dazu, dass 1,5 Millionen junge Menschen zwischen 20 und 30 weder über einen Schul- noch einen Berufsabschluss verfügen.
Erschreckenderweise verfügt sogar die Generation der heute 60- bis 65-Jährigen über ein höheres durchschnittliches Ausbildungsniveau als die Gruppe der 30- bis 35-Jährigen.
Also: Auf der einen Seite wird das Abi zum Standardabschluss und das Studium zur Selbstverständlichkeit, auf der anderen Seite scheitern viele schon an den einfachsten Aufgaben – und das vermutlich ein Leben lang.