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NOCH TAUSEND WORTE

NOCH TAUSEND WORTE

In dieser Komödie muss Eddie Murphy mal den Mund halten: Als fieser Literaturagent Jack McCall, dem keine Lüge zu dreist ist, gerät er an einen Kunden, der ihm endlich das Plappermaul stopft. Fortan lebt Jack nach der Devise: Schweigen ist Gold, reden ist tödlich (Kinostart: 21. Juni).

Bei Eddie Murphy scheiden sich für gewöhnlich die Geister. Seine Markenzeichen sind Geschwätzigkeit und Knautschgesicht, die er grandios in Actionkomödien wie „48 Stunden“ und „Berverly Hills Cop“ ausleben konnte. Filme wie „Dreamgirls“, in denen Murphy als ernstzunehmender Charakterdarsteller brillierte, sind rar gesät. Und Komödien, in denn er als Quasselstrippe Erfolg hatte, liegen schon etwas länger zurück. Abgesehen davon gibt es genügend Kinogänger, die Murphy als Quasselstrippe schlicht nicht ertragen können. So erscheint die Grundidee seines aktuellen Films geradezu verführerisch: In „Noch tausend Worte“ mimt Murphy einen Mann, der zum Schweigen verurteilt ist.

Literaturagent Jack McCall (Eddie Murphy) ist ein Meister seines Fachs. Er ist ein Arschloch – aber ein sehr erfolgreiches. Seine schärfste Waffe sind seine Worte, mit denen er jeden Autor und jeden Verleger zutextet, bis der Deal unter Dach und Fach ist. So „überredet“ er auch den indischen Star-Guru Dr. Silja (Cliff Curtis), sein hochgehandeltes Buch über seine Agentur zu verkaufen. Der Trick, den Jack dabei anwendet, schlägt auf ihn zurück. Der Baum, der plötzlich in seinem Garten wächst, verliert für jedes seiner vielen Worte ein Blatt. Tausend Blätter hat der Baum noch, und wenn alle Blätter abgefallen sein werden, stirbt Jack, prophezeit ihm der weise Sinja. Jack weiß nicht, was schlimmer ist: seine hinterhältigen Deals nun stumm einfädeln zu müssen oder demnächst den Löffel abzugeben…

Die Idee ist bestechend, die Komödie, die daraus entstand, ist ein fauler Kompromiss. Murphy hat einige richtig gute Szenen, in denn er auch als „Stummfilmstar“ überzeugt, verzichtet aber doch nicht auf seine gewohnt clowneske Art. Die Gesichtsmuskeln zucken, der Körper zappelt, der verstummte Murphy zeigt zu selten, dass er auch ein guter Schauspieler sein kann. So werden wohl weder Murphy-Fans begeistert sein, noch Murphy-Verweigerer den Weg ins Kino finden.

Großes Versäumnis des Drehbuchs ist es auch, der Figur des Jack kaum sympathische Züge zu verleihen. Im Grunde wünscht man diesem Kerl, er möge demnächst tot unterm Baum liegen – seinen Assistenten behandelt er wie einen Sklaven, für Frau und Kind hat er nie Zeit, seine kranke Mutter lässt er im Altersheim versauern. Klar, die Geschichte hat eine Moral und schließlich muss auch Jack zu Kreuze kriechen – aber wirklich überzeugend ist diese Wandlung nicht. Darüber würde man sich allerdings weit weniger Gedanken machen, lieferte der Film nur mehr als ein Dutzend Lacher. Tausend hätten es ja gar nicht sein müssen.

Kinostart: 21. Juni; Regie: Brian Robbins, FSK: ab 0; Länge: 91 Minuten; Verleih: Paramount Pictures Germany, Link: www.thousandwordsmovie.com/

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