Kinder im Straßenverkehr: Mangelnde Sicherheit im Auto der Eltern
Zwei Studien zum Thema Verkehrssicherheit bei Kindern räumen mit Vorurteilen auf: Kleine Städte sind für d en Nachwuchs nicht sicherer als Großstädte, und eine Fahrt im Auto der Eltern ist bei weitem nicht immer die beste Alternative.
Von 1000 Kindern verunglückten bundesweit im Schnitt 3,2. Dabei gab es aber große Unterschieden zwischen den einzelnen Städten: Während die Kinder in Berlin und Köln relativ sicher unterwegs waren, stieg die Zahl der Unfälle im eher kleinen Fürth – auf einen Schnitt von 7,4 Verunglückten pro 1000.
Dass nicht noch mehr Kinder verunglückten, liegt wohl an den veränderten Schulweg-Gewohnheiten. Während 1970 noch 91 Prozent der Erstklässler allein in die Schule gingen, waren es 2000 nur noch 17 Prozent. Selbst fast ein Viertel der 17-Jährigen legten den Schulweg noch in Begleitung der Eltern zurück, zumeist im Auto von Mama oder Papa.
Die elterliche Überbehütung hat möglicherweise fatale Folgen. Viele Kinder lernen erst gar nicht, sich sicher im Verkehr zu verhallen. Und die vermeintlich sichere Transportalternative im elterlichen Pkw entpuppt sich leider häufig als Trugschluss.
Einer Untersuchung des ADAC zufolge werden die meisten kleineren Kinder im Straßenverkehr nämlich im Auto ihrer Eltern verletzt. Im vergangenen Jahr waren dies 57 Prozent aller Unfallopfer im Straßenverkehr unter 6 Jahren. In absoluten Zahlen waren das 10 340 – Tendenz steigend.
Die Gründe liefert der ADAC gleich mit: Viele Eltern unterschätzten die Verletzungsrisiken, kennen kaum Vorschriften und bedienten die Kinderrückhaltesysteme nicht richtig. Rund 30 Prozent der Kinder waren nicht vorschriftsmäßig gesichert, knapp fünf Prozent waren gar nicht angegurtet. Selbst bei richtig gewähltem Kindersitz wurden die Kinder häufig falsch gesichert und damit die Schutzwirkung des Sitzes aufgehoben, stellte der ADAC fest.