ROCK OF AGES

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Hämmernde Rockmusik, gut aufgelegte Stars und eine kleine Liebesgeschichte: Die Verfilmung des Musicals “Rock of Ages” ist laut, bunt und ein Stück sauber gemachte Familien- unterhaltung. Auch wenn Tom Cruise den Dauerbetrunkenen mimt (Kinostart: 14. Juni).

Ach ja, war das gemütlich, damals in den 80ern. Die Jungs hatten wilde Mähnen und malträtierten ihre Gitarren, die Mädels trugen kurze Rücke  und blonde Locken und alle zusammen amüsierten sich prächtig in schmuddeligen Clubs – glaubt man den Drehbuchschreiben des Musicals “Rock of Ages” hatten damals alle “nothin’ but a good time”.

Mit der Filmversion des Broadway-Musicals serviert Regisseur Adam Shankman (“Hairspray”) ein buntes Potpourri bekannter Rock-Hymnen aus längst vergangenen Tagen. Der musikalische und schauspielerische Aufwand ist immens, die Geschichte schmal. Sie ist schnell erzählt und kaum länger als ein Songtext.

Provinz-Girl Sherrie (Julianne Hough) verliebt sich in den Jüngling Drew (Diego Boneta) – und beide träumen vom großen Durchbruch in Hollywood. Sie als Sängerin, er als Rockstar. Ihre Romanze entwickelt sich vor der Kulisse des Rockclubs Bourbon Room, den der alternde Dennis Dupree (Alec Baldwin) mehr schlecht als recht leitet. Ihn plagen Steuerschulden und der Moral-Kreuzzug des Bürgermeistergattin Patricia Whitmore (Catherine Zeta-Jones), die den Schmuddel-Schuppen am liebsten dicht machen würde. Da kommt der Auftritt von Superstar Stacee Jaxx (Tom Cruise) gerade recht. Dessen schmieriger Manager Paul (Paul Giamatti) macht jedoch nicht nur Dennis einen Strich durch die Rechnung…

“Rock of Ages” bleibt auch in der Filmversion ein reinrassiges Musical. Überall und jederzeit wird getanzt und gesungen. Und das macht Spaß – da gerät die dünne Handlung schnell in Vergessenheit. Auch die etwas farblosen Hauptdarsteller Hough und Boneta stören nicht weiter, schließlich fährt der Film eine ganze Big Band an Top-Schauspielern auf. Und die legen so richtig los: Alec Baldwin macht als langhaariger und schmerbäuchiger Rock-Opa eine prima Figur und liefert zusammen mit Russell Brand als sein Assi ein hinreißendes Duett ab, Catherine Zeta-Jones kann prima tanzen und Paul Giamatti spielt souverän den verlotterten Widerling im Dollarrausch.

Bei Tom Cruise scheiden sich allerdings die Geister. Er wirkt für seine Figur des durchgeknallten Rock-Halbgottes eigentlich zu alt, bewährt sich aber stimmlich und körperlich als echte Rampensau. Seine Rolle – versoffen, zynisch, kaputt – ist nichts weiter als eine Klischeeansammlung zum Stichwort Rockstar und bietet wenig Variationsmöglichkeiten. Sein (selbstverliebtes) Dauerposing als Macker mit Whiskeypulle und dicker Hose mag als Selbstironie durchgehen, geht aber doch irgendwann auf den Wecker.

Auch die Musik, schließlich Dreh- und Angelpunkt des Films, könnte Zuschauern, die wenig mit dem US-Stadionrock der 80er-Jahre anfangen können, auf die Nerven gehen. Der Film setzt nämlich zu 100 Prozent auf Neuarrangements dröhnender Hits von Def Leopard, REO Speedwagon, Journey, Foreigner und ähnlicher Mainstream-Mucker. Schmissig in Szene gesetzt, aber alles andere als musikalische Feinkost.

Alles in allem handelt es sich bei “Rock of Ages” um sauberes Family-Entertainment – mit irgendeiner echten Rock- oder Subkultur hat das alles nichts zu tun. Ein bisschen Alkohol, angedeuteter Sex und viel durchaus kindliche Romantik – fast, als wäre es ein Stück aus dem Hause Disney.

Kinostart: 14. Juni; Regie: Adam Shankman, FSK: ab 6; Länge: 123 Minuten; Verleih: Warner Bros. GmbH, Link: wwws.warnerbros.de/rockofages/

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Über Thomas Meins

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