Familienleben

Hilfe, ich brauche das Betreuungsgeld!

Hilfe, ich brauche das Betreuungsgeld!

Es wird höchste Zeit für eine umfassende Reform der Familienpolitik. Das Betreuungsgeld, das die Bundesregierung ab dem kommenden Jahr plant, kann da nur der Anfang sein. Die überfällige Forderung lautet: Betreuungsgeld für alle! Und zwar so viel, das sich alle Eltern die Betreuung ihrer Kinder auch wirklich leisten können – ohne dafür schuften zu müssen.

Kinder sind teuer, verdammt teuer. Die Anschaffung ist ja noch verhältnismäßig günstig, aber der Unterhalt der Kleinen kostet. Und zwar Nerven und richtig viel Geld. Das hat auch die Bundesregierung erkannt. Deshalb plant sie, ab 2013 das Betreuungsgeld für Eltern einzuführen, die ihre Kinder zu Hause betreuen. Bleiben die Kleinen daheim, statt einen der sowieso viel zu knappen Kitaplätze zu beanspruchen, gibt’s 150 Euro von Vater Staat. Echt großzügig, oder?

Wie so vieles, was unsere Regierung anpackt, ist auch das Betreuungsgeld bestenfalls halbherzig. Denn erstens kann niemand für 150 Euro im Monat ein Kind betreuen. Die vielen Stunden auf dem Spielplatz, im Freizeitpark, im Kinderzimmer, in der Küche, die man als Vater oder Mutter mit dem Kind verbringt – was könnte man in der Zeit verdienen, würde man was Ordentliches arbeiten… Und das ganze Geld für Spielzeug, Eiscreme, Eintrittsgelder und die Latte Macchiato für die Mutti – die 150 Euro sind da nur einen Tropfen auf dem heißen Stein.

Und zweitens: Das Betreuungsgeld gibt es nur für Blagen bis drei Jahren. Das ist nun wirklich der Gipfel der vergurkten Familienpolitik aus dem Hause Kristina Schröder. Wer ältere Kinder hat, weiß: Je älter der Nachwuchs, desto teurer der Unterhalt. Was da alles an Kosten auf betreuende Eltern zukommt, ob sie nun nebenher fleißig arbeiten, bloß in der Nase bohren oder auf allen Vieren mit ihren Kindern im Garten rumrutschen: Ständig braucht der Nachwuchs neue Klamotten, weil die Kleinen immer größer werden, immer größere Essensrationen, außerdem Taschengeld, Klassenreisen, PC, Smartphone, Schulbücher, Zahnklammern und und und…

Zu Hause bleiben und nur das Kind betreuen, kann sich spätestens, wenn das Kind drei ist, sowieso niemand mehr leisten. Also gehen Mutti und Vati arbeiten, um Geld ranzuschaffen. So viel Geld, dass mindestens die Gage für die Tagesmutter (wäre das nicht ein Job für die vielen Schlecker-Frauen?) oder der Beitrag für den Kindergarten dabei rausspringt – zusätzlich zu den ohnehin immensen häuslichen Betreuungskosten. Es ist natürlich volkswirtschaflicher Unsinn, die Eltern erst zum Zuhausebleiben zu animieren (mit mageren 150 Euro!), um sie dann nach drei Jahren in die Arbeitswelt zu scheuchen. Wo sie höchstwahrscheinlich dank mangelnder Berufspraxis überhaupt keine Chancen auf einen ordentlichen Arbeitsplatz haben. Die sind nach drei Jahren am Herd nicht einmal mehr in der Lage, mit jugendlichen Schulabbrechern um einen Praktikumsplatz zu konkurrieren.

Da hilft nur eins: Die Bundesregierung muss endlich Nägel mit Köpfen machen und das Betreuungsgeld an alle Eltern zahlen, deren Kinder noch zu Hause wohnen. Also bis zu einem Alter von mindestens 25 Jahren. Und 150 Euro reichen dann nicht – ältere Kinder brauchen mehr Geld. Man könnte über ein Modell nachdenken, mit jedem Lebensjahr des Kindes etwa 150 Euro (pro Monat!) draufzulegen. Das dürfte, zusammen mit dem Kindergeld, in etwa reichen, die dringendsten Grundbedürfnisse einer Familie zu befriedigen.

Und woher soll das ganze Geld für diese Wohltaten kommen?, höre ich jetzt schon wieder die ewigen Nörgler fragen. Blöde Frage – Schulden machen natürlich. Denn in Kinder investieren, heißt in unsere Zukunft investieren. Ist auf jeden Fall besser, als unsere Euros in Griechenland zu verbraten oder klammen Banken unter die Arme zu greifen. Und mir wäre auch geholfen: Was meint ihr, wie viel Betreuungsgeld ich für drei fast erwachsene Kinder kassieren könnte! Ich schätze, das reicht, um bis zur Rente die Arbeit Arbeit sein zu lassen.

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