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SNOW WHITE & THE HUNTSMAN

SNOW WHITE & THE HUNTSMAN

Das Märchen vom schönsten Mädchen des Landes mit der bösen Stiefmutter und den sieben (wer sagt denn, dass es nicht ursprünglich einmal acht waren?) Zwergen scheint zurzeit angesagter denn je zu sein – kurz nach der Komödien-Version „Spieglein Spieglein“ des Märchens der Gebrüder Grimm startet am 31. Mai das epische Action-Abenteuer „Snow White & the Huntsman“ in den deutschen Kinos – weitaus finsterer mit spektakulären Effekten, phantastischen Traumwelten sowie Kristen Stewart, Charlize Theron und Chris Hemsworth in den Hauptrollen.

Wohl jeder kennt das Märchen vom Schneewittchen mit einer Haut, so weiß wie Schnee, dem Haar, so schwarz wie Ebenholz und den blutroten Lippen – eine kleine Prinzessin mit liebevollen Eltern, deren Welt in Ordnung ist. So lernen wir das Kind in Ruppert Sanders Version des Märchens der Gebrüder Grimm kennen – so gar nicht püppchenhaft, sondern eher als buschikose Variante mit bestem Freund und Kumpel William.

Doch als Schneewittchens – alias Snow White – Mutter stirbt und der Vater und König des Landes dem Charme von Ravenna (Charlize Theron) – bildschön, aber im Herzen eine böse Zauberin – erliegt, wendet sich das Blatt von Schneewittchens Schicksal sehr schnell. Ravenna will den Thron und die Macht, tötet den König und sperrt das Kind in ein Verlies im höchsten Turm des Schlosses.

Jahre vergehen, in denen Ravennas grausame Herrschaft gemeinsam mit ihrem Bruder Finn (Sam Spruell) und einer brutalen Armee das Land und die Menschen in Angst, Armut und Finsternis treibt. Natürlich darf auch in dieser Version von Joe Roth, dem Produzenten von „Alice im Wunderland“, die Frage „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ nicht ungefragt bleiben – dramatischer umgesetzt wurde sie jedenfalls wohl noch nie. Und als die böse Königin die Antwort vernimmt, dass Snow White (Kristen Stewart) die einzige Person im Land ist, die schöner ist als sie selbst, nimmt die Geschichte ihren Verlauf – nur halt etwas anders, als die Grimmschen Brüder es uns weiß machen wollten.

Dass die Tiere Schneewittchen wohlgesonnen sind, wissen wir schon von Walt Disney. Also ist es nicht weiter verwunderlich, dass zwei Vögel der jungen Frau einen Weg aus dem Verlies weisen, bevor Handlanger Finn Ravennas Befehl, Snow White zu töten, Folge leisten kann. Und ebenso erstaunt es uns nicht, dass die Schönheit nach einer waghalsigen Kletterpartie am Strand auf einen Schimmel trifft, auf dem sie in die verwunschenen Wälder gelangt – schließlich sind wir in einem Märchen.

Dass dieser Wald wohl in Mittelerde liegt, sagen uns die finstere Mordor-Anmutung und Bäume, die zwar nicht gehen können, aber schlangenartige Arme als Äste haben und Schneewittchen mächtig Angst einjagen. Zu all dem Übel wird sie auch noch von Finn und seinen Schergen verfolgt, der auf Ravennas Geheiß den wagemutigen Trunkenbold und Jäger (Chris Hemsworth) – hier Huntsman genannt – als Wegführer mit dem Auftrag, die Prinzessin zu töten, bei sich hat.

Doch der durch die Schuld der Königin verwitwete Jägersmann bringt es nicht übers Herz Snow White zu töten und gemeinsam fliehen sie vor den grausamen Rächern der Königin. Nach einigen Abenteuern, in denen The Huntsman seinen Beschützer-Instinkt stählen und Schneewittchen ihre Kampfeskunst erproben kann, treffen die beiden auf acht Zwerge (Ian McShane, Nick Frost, Ray Winstone, Toby Jones, Eddie Marsan, Brian Gleeson, Bob Hoskins, Johnny Harris).

Als Snow White sie durch eine magische Begebenheit im Märchenwaldteil des Zauberwaldes – der stark an eine Mischung aus Auenland und Bruchtal in „Herr der Ringe“ erinnert – von der Reinheit ihres Herzens überzeugt hat, glauben die Zwerge, dass die Prinzessin auserwählt ist, das von Ravenna verwüstete Land zu retten und schließen sich ihr an. Und auch Snow Whites Freund aus Kindertagen, William (Sam Claflin), der einst mit seiner Familie aus dem Schloss flüchten musste und seitdem rastlos gegen die Truppen der Königin kämpft, stößt zu der furchtlosen Truppe, um Ravenna den Garaus zu machen…

Hier ist ein wahres Epos entstanden, ein bildgewaltiges Action-Abenteuer, das Jung und Alt – und nicht nur Kristen Stewart-Fans – ins Kino locken wird. Diese Geschichte spielt eindeutig im finsteren Mittelalter – oder was Regisseur Ruppert Sanders dafür hält – und birgt jede Menge Anspielungen auf andere epochale Filme, was den Film kurzweilig und streckenweise auch sehr amüsant macht. Ganz anders als „Spieglein Spieglein“, der wohl gelungensten komödiantischen Variante dieses Märchens, scheint uns „Snow White & The Huntsman“ in die Welt zu führen, wie sie zu Zeiten Schneewittchen wirklich war – und weshalb selbst die Brüder Grimm Anfang des 19. Jahrhunderts eine abgemilderte Version veröffentlichten.

Kinostart: 31. Mai 2012; Regie: Rupert Sanders; FSK: ab 12 Jahren; Länge: 127 Minuten; Verleih: Universal, Link: snowwhiteandthehuntsman

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