Film

LACHSFISCHEN IM JEMEN

LACHSFISCHEN IM JEMEN

Was klingt wie ein Widerspruch in sich, hält einen jemenitischen Scheich nicht davon ab, es trotzdem zu wagen. Basierend auf dem gleichnamigen Bestseller von Paul Torday erzählt „Lachsfischen im Jemen“ die märchenhafte Geschichte von einem Engländer, der im Jemen Lachse ansiedeln soll. Mit feinstem britischem Humor startet der zwischen Politsatire und Liebeskomödie angesiedelte Film von Lasse Hallström mit Ewan McGregor, Emily Blunt und Kristin Scott Thomas am 17. Mai in den Kinos.

Dr. Alfred Jones (Ewan McGregor) gilt als internationale Größe in Sachen Lachs- und Forellenzucht. Eines Tages wird der verklemmte britische Fischerei-Experte von einer gewissen Harriet Chetwode-Talbot (Emily Blunt) mit einem absurd klingenden Angebot konfrontiert: Ihr Auftraggeber, Scheich Muhammad ibn Zaidi bani Tihama (Amr Waked) – selbst seit seiner Studienzeit in England ein begeisterter Angler –  möchte zum Wohl seines Heimatlandes nordeuropäische Lachse in den Wadis des Wüstenstaates ansiedeln und den Sport des Lachsfischens in seiner Heimat etablieren. Hierbei soll ihn der britische Wissenschaftler unterstützen – Kosten spielen keine Rolle.

Dr. Jones lacht nur empört auf und verwirft die Idee als komplett unlösbar: Der nordeuropäische Lachs benötigt eine ganz bestimmte, nicht zu hohe Temperatur, Flüsse und vor allem – sehr viel Wasser. Davon ist im staubtrockenen Jemen nicht allzu viel vorhanden. Mit einer knappen Antwort ist für ihn der unsinnige Fall erledigt. Doch Jones hat nicht mit der Hartnäckigkeit von Mrs. Chetwode-Talbot und ihrem Auftraggeber gerechnet. Denn sogar aus der Absage-Mail von Dr. Jones lesen sie noch eine Ermutigung heraus, ihr Projekt doch weiter vorantreiben zu können.

Während Dr. Jones zuhause mit seiner Gattin Mary (Rachael Stirling) in einem ordentlich eingerichteten Häuschen sitzt, das genügend Platz bietet, damit sich die beiden bequem aus dem Weg gehen können, verläuft das Privatleben von Mrs. Chetwode-Talbot im Moment wesentlich glücklicher: Die junge Frau ist frisch verliebt in Captain Robert Mayers (Tom Mison), einen britischen Soldaten. Alles läuft wunderbar, und so erträgt sie tagsüber die spitzen Bemerkungen von Dr. Jones. Als Mayers nach Afghanistan eingezogen wird, vermisst sie ihn zwar schmerzlich, stürzt sich aber mit Feuereifer in das Lachs-Projekt.

Eine neue Dynamik erhält das ungewöhnliche Projekt der Fischzucht mitten in der Wüste jedoch, als Patricia Maxwell (Kristin Scott Thomas), die findige PR-Strategin und Pressesprecherin des britischen Premierministers, zufällig von den Plänen des Scheichs und seiner Anfrage bei Dr. Jones erfährt. Maxwell sucht nämlich händeringend eine positive Meldung aus dem Nahen Osten, um von den letzten, massiven militärischen Schnitzern der Briten in Afghanistan abzulenken.

Und was bringt die Menschen schneller auf andere Gedanken als eine freundliche, liebenswerte Nachricht aus dem Nahen Osten, wo man sich ganz offensichtlich in die britische Lebensart und Kultur verliebt hat? Geschickt setzt Maxwell alle ihr zur Verfügung stehenden Hebel in Bewegung – und schon sitzt Dr. Jones mit Harriet  Chetwode-Talbot im Hubschrauber, um den charismatischen Scheich zu treffen.

Die Begegnung mit dem sehr gewinnenden Mann überzeugt auch den bislang abgeneigten Dr. Jones allmählich. Der Enthusiasmus des Scheichs steckt ihn an, die Idee von der klassenlosen Gemeinschaft aller Angler ist schließlich auch absolut bezwingend. Nachdem die meisten Details geklärt sind, scheint dem Vorhaben tatsächlich immer weniger entgegen zu stehen.

Allein die Angler Großbritanniens machen Schwierigkeiten und weigern sich, 10.000 Wildlachse freiwillig in den Jemen transportieren zu lassen. Aber sogar dieses Problem kann Alfred Jones nach einigem Hin und Her auf erstaunliche Weise lösen.

Doch dann schlägt das Schicksal erbarmungslos zu: Harriets Freund Robert gilt nach einer Bombenexplosion in Afghanistan als vermisst. Die junge Frau bricht vollständig zusammen, verkriecht sich verzweifelt in ihrer Wohnung, während Alfred das Projekt mit dem Scheich alleine weiterplant. Jones sorgt sich um Harriet in dieser fürchterlichen Situation, und nachdem sie einige Tage von der Bildfläche verschwindet, steht er schließlich vor ihrer Tür, um sie zum Weitermachen zu ermuntern.

Zuhause läuft es dagegen bei Alfred immer schlechter. Jetzt aber packt seine Frau sogar die Koffer, um für die nächsten Monate nach Genf zu gehen und hat ihm vorher nicht einmal davon erzählt. Enttäuscht und verletzt ob dieses Vertrauensbruchs wendet sich Alfred immer mehr seinem Lachsfisch-Projekt und dem Scheich zu – und damit automatisch auch Harriet Chetwode-Talbot. Dr. Jones muss bemerken, dass die Lachse noch lange nicht das größte Problem für ihn darstellen. Das nämlich sind die Frauen in seiner Umgebung…


 
Mit einer großen Portion an feinstem britischen Humor und einem herrlichen Sinn für das Absurde, beweist dieser elegant zwischen Politsatire und Liebeskomödie balancierende neue Spielfilm von Schwedens Meisterregisseur Lasse Hallström („Gottes Werk und Teufels Beitrag“, „Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa“), dass das Unmögliche immer möglich ist und eine spät erblühende Liebe manchmal die allerschönste Blüte hervorbringt. Die Hauptrollen sind mit Ewan McGregor („Perfect Sense„), Emily Blunt („Young Victoria„), Kristin Scott Thomas („Easy Virtue„) und Amr Waked („Syriana“) exzellent besetzt.

Paul Tordays Romandebüt „Lachsfischen im Jemen“ erschien 2006, und begeisterte die Literaturkritiker mit seiner geistreichen Mischung aus Komödie, Drama, Liebesgeschichte und beißender politischer Satire.
Wie der Titel der Geschichte bereits zeigt, ist „Lachsfischen im Jemen“ ein Märchen über den Glauben an das Unmögliche. Für den jemenitischen Scheich im Mittelpunkt der Handlung ist der Lachs eine mystische Kreatur, dessen jährliche Wanderung vom Ozean zu einem Fluss ist für ihn eine Allegorie der Reise des Menschen zu spiritueller Vollkommenheit. Im Laufe der Geschichte wird die Denkweise des Scheichs auch zu der von Alfred, der anfängt daran zu glauben, dass das Unmögliche möglich werden kann. Und fast nebenbei entdeckt er auch zum ersten Mal die Liebe.

Kinostart: 17. Mai 2012; Regie: Lasse Hallström; FSK: ab 6 Jahren; Länge: 108 Minuten; Verleih: Concorde, Link: lachsfischen-im-jemen.de

 

Kommentare anzeigen (3)

Mehr in Film

Nellys Abenteuer

„Nellys Abenteuer“ fürs Heimkino

Barbara Leuschner17. März 2017
Moonlight

Kinotipp: MOONLIGHT

Barbara Leuschner9. März 2017
Trolls 1

Musical-Abenteuer „Trolls“ fürs Heimkino

Barbara Leuschner7. März 2017
Disney mitmach-kino 1

Disney Junior Mitmach-Kino am 5. März!

Barbara Leuschner2. März 2017

Andreas Bourani zu seiner Rolle in Disneys „Vaiana“

Thomas Meins23. Dezember 2016
(Pictured) DORY. ©2013 Disney•Pixar. All Rights Reserved.

Kinotipp: FINDET DORIE

Barbara Leuschner29. September 2016
tschick-start

Kino-Tipp: TSCHICK

Thomas Meins15. September 2016
elliot-der-drache-17-rcm0x1920u

Kinotipp: ELLIOT, DER DRACHE

Thomas Meins25. August 2016

Exklusiver Clip zu CONNI & CO

Thomas Meins2. August 2016
ghostbusters-start

Kinotipp: GHOSTBUSTERS

Thomas Meins1. August 2016