Spargelzeit

//
0 Flares Filament.io -- 0 Flares ×

Edel und gesund – Spargel aus Deutschland schmeckt besonders köstlich. Ein Jammer, dass er nur wenige Wochen Saison hat. Doch bis zum 24. Juni gibt es die hiesigen Stangen satt.

 

Appetit auf Spargel wächst
Von Jahr zu Jahr wächst der Appetit auf Spargel. Im vergangenen Jahr verzehrte jeder Bundesbürger knapp 2 Kilo Spargel – das war ein Pfund mehr als noch fünf Jahre zuvor. Parallel zur Nachfrage steigen auch die Ernteerträge der deutschen Spargelbauern. Die Gründe: mehr Flächen, robustere Sorgen und neue Anbautechniken. Bestimmte Folien- und Fließabdeckungen auf den Spargelfeldern zum Beispiel schützen vor Wind und halten die Wärme im Boden.

In Deutschland sprießt der meiste Spargel in Niedersachsen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Bayern. Der früheste Spargel kommt aus der Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen. Experten erwarten in diesem Jahr eine besonders hochwertige Qualität – der starke Frost im Februar habe den Pflanzen gut getan.

Importe gehen zurück
Gut 80 Prozent des Spargels stammt aus heimischer Produktion – Tendenz steigend. Der Import von Spargel geht leicht zurück. Der meiste ausländische Spargel gelangt per Lastwagen aus Griechenland und Spanien nach Deutschland. Auch Peru ist in den vergangenen Jahren zum bedeutenden Spargellieferanten außerhalb der Saison avanciert – nach China der zweitgrößte Erzeuger von Spargel weltweit. Der sandige Boden in Peru und die Äquatornähe machen es möglich, dass Spargel dort bis zu drei Mal im Jahr geerntet werden kann. Die Schattenseite: Der Anbau in südamerikanischen Wüstenregionen kostet sehr viel Wasser, das den Einheimischen dann fehlt. Außerdem halten kurze Transportwege zwischen Erzeuger und Käufer den CO2-Ausstoß in Grenzen. Überdies verliert jeder importierte Spargel auf seinen langen Wegen immer an Frische, Aroma, Zartheit und Geschmack.

Verlass auf Herkunft
Spargel aus Deutschland gilt als besonders hochwertig und erzielt Spitzenpreise. Verbraucher können sich offenbar auf die Herkunft des deutschen Spargels verlassen. Das ergaben zumindest die Analysen von Spargelproben des TÜV Rheinlands aus der Saison 2011. Danach stammte der Spargel mit Herkunftgabe Deutschland tatsächlich immer aus Deutschland.

Pestizide kein Problem
Die Spargelpflanzen haben viele natürliche Feinde. Spargelbauern bekämpfen sie häufig mit Pflanzenschutzmitteln, vor allem nach der Saison. Das kann zwar die Umwelt belasten, aber selten den Spargel im Boden. Laut einer Rückstandsanalyse der Verbraucherzentrale Bremen war der Spargel 2010 zu fast 90 Prozent frei von Pestiziden, der Rest überwiegend geringfügig belastet. Wer trotzdem auf Nummer sicher gehen und auch den ökologischen Anbau fördern möchte, kann Bio-Spargel wählen.

Mühevoller Anbau
Ein Spargelfeld braucht viel Pflege. Die Ernte ist mühevoll, da Erntehelfer den Spargel Stange für Stange aus der Erde stechen müssen. Eine Maschinen dafür gibt es nicht. Die Helfer müssen penibel arbeiten: Eine erntefähige Stange kündigt sich durch Risse in der Erde an. Sie muss gestochen werden, bevor ihr Kopf ans Licht kommt und sich violett verfärbt. Beim Stechen dürfen die Erntehelfer keine heranwachsenden Sprossen in der Nachbarschaft zerstören. Wenn sie die Stangen zu nah an der Wurzel stechen, schmecken sie später unangenehm bitter. Das kann beim Kochen auch kein zusätzlicher Zucker mehr ausgleichen.

Eine Spargelstaude bleibt bis zu zehn Jahre ergiebig, danach werden ihre Stangen aber zu dünn. Eine neu gepflanzte Staude liefert erst nach drei Jahren den vollen Ertrag. Insgesamt gibt es viele Gründe dafür, dass Spargel ein teures Gemüse ist.

Weiß, grün, lila und wild
Unter der Erde ist jeder Spargel weiß. Sobald die Köpfe ans Sonnenlicht ragen, verfärben sie sich lila. Wenn die Stangen ganz heraus wachsen, werden sie grün. Die Spargelfarbe ist also keine Frage der Sorte, sondern von Anbau und Ernte.

Weißer Spargel
Die Bundesbürger verzehren überwiegend weißen Spargel. Die Stangen wachsen unterirdisch in Wällen und werden gestochen, sobald ihre Köpfe die Erde leicht anheben und Risse entstehen. Wichtig: Die Köpfe dürfen nicht ans Licht kommen. Weißer Spargel schmeckt recht mild und sehr leicht bitter.

Grüner Spargel
Der grüne Spargel beherrscht zwar den Spargelweltmarkt, doch in Deutschland liegt sein Anteil nur im einstelligen Bereich. Grüner Spargel wächst überirdisch auf ebenem Boden. Er lässt sich leichter ernten als der weiße Spargel. Unter Sonnenlicht bildet der grüne Spargel zusätzlich den Farbstoff Chlorophyll und reichlich Vitamin C. Ansonsten liefert er so viel gesunde Nährstoffe wie weißer Spargel. Die Stangen schmecken herzhaft-würzig. Grüner Spargel muss nicht vollständig geschält werden, meist nur das untere Drittel.

Lila Spargel
Die Ernte von lila Spargel beginnt, wenn seine Köpfe bereits einige Zentimeter aus der Erde schauen. Der Spargel hat sich dann unter dem Einfluss von Sonnenlicht lila, aber noch nicht grün gefärbt. In Deutschland zählt lila Spargel zu den Exoten, in Frankreich schwören Feinschmecker auf seine intensiveren und bitteren Noten.

Wilder Spargel
Wilder Spargel stammt vorwiegend aus Mittelmeerländern wie Kroatien und Südfrankreich. Er hat einen traubenförmigen Kopf und ist zwar grün, aber dünner als der gezüchtete grüne Spargel. Wilder Spargel gilt als besonders würzig.

Kalorienarm und gesund
Spargelstangen sind nicht nur schlank, sondern können auch schlank machen. Sie bestehen zu 96 Prozent aus Wasser, so dass eine Portion (500 Gramm) Spargel pur nur 60 Kilokalorien auf das Kalorienkonto bringt. Doch wasserreich bedeutet nicht nährstoffarm – Spargel trumpft auf mit vielen B-Vitaminen; der Vitamin-C-Gehalt von 500 Gramm deckt den Tagesbedarf eines Erwachsenen zu etwa 80 Prozent. Grüner Spargel enthält etwas mehr davon. Die Asparaginsäure, Saponine (sekundäre Pflanzenstoffe) und reichlich Kalium regen die Nieren an und lassen sie vermehrt Wasser ausscheiden. Davon profitieren unter anderem Herz und Kreislauf.

Übrigens: Unter den Spargelfreunden gibt es viele sogenannten Asparaginsäure-Zersetzer. Ihr Körper verarbeitet die Säure mit Hilfe eines speziellen Enzyms in schwefelhaltige Verbindungen. Wegen dieser Abbauprodukte riecht der Urin nach einer Spargelmahlzeit oft etwas streng.

Saison endet an Johanni
Nach Johanni, also dem 24. Juni, endet die Spargelzeit in Deutschland. Dann erholen sich die mehrjährigen Pflanzen, um im nächsten Jahr genügend neue Sprossen bilden zu können.

Wie Ihnen die Zubereitung des Spargels am besten gelingt, lesen Sie hier

Quelle: Stiftung Warentest

0 Flares Twitter 0 Facebook 0 Email 0 Google+ 0 LinkedIn 0 StumbleUpon 0 Filament.io -- 0 Flares ×

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *