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Familienurlaub im Tessin: Pool mit Seeblick

Familienurlaub im Tessin: Pool mit Seeblick

Palmen und Gletscher, verträumte Seeufer und mondäne Städte: Der südlichste Teil der Schweiz vereint elegant Gegensätze zu einem perfekten Urlaubsparadies – auch für Familien. Denn wer im Tessin Urlaub macht, muss nicht im Luxushotel logieren.

Als wir aus der Propellermaschine klettern, die uns aus Zürich an den luganersee gebracht hat, empfängt uns pralle Sonne. In der Ferne leuchten die eben überflogenen Schneegipfel der Alpen, vor uns schimmert der See verheißungsvoll tiefblau – und rundherum ist alles mediterran grün. Die Palmen an den Ufern und in den Parks von Lugano machen das Bild vom Paradies perfekt. Der Bus schlängelt sich über Serpentinen und durch Villenviertel am Monte Brè hoch, den Hausberg Luganos. Auf halber Höhe ist das Ziel erreicht: das Reka-Feriendorf Albonago.

Eine Parklandschaft für den Familienurlaub

Verstreut in einer Parklandschaft liegen die über 40 Häuschen und Ferienwohnungen. Grünflächen, Spielplätze, Pool, Indoor-Spielhalle und Bar, ein kleiner Laden – was braucht man mehr? Die Unterkünfte sind schlicht, aber der Blick über Lugano, den See und den gegenüberliegenden Berg, der wie ein Zuckerhut aus dem Wasser ragt, ist luxuriös. Die Abende auf unserer Terrasse sind magisch: Die Lichter der Stadt funkeln mit den Sternen um die Wette. In der Luft liegt der süße, warme Hauch des Südens. Italien ist schließlich in Sichtweite.

Die Lage des Feriendorfs Albonago ist grandios, hat aber auch seine Tücken. Denn erstens verführt sie zum tagelangen Faulenzen am Pool oder auf der Terrasse, zweitens ist es gar nicht so leicht, vom Berg in die Stadt oder an einen anderen Ort im Tessin zu gelangen. Ohne Auto führt praktisch der einzige Weg über die Funicolare, die Standseilbahn, die Lugano mit dem Gipfel des Monte Brè verbindet. Zur nächsten Station ist es vom Dorf eine gute Viertelstunde zu Fuß, inklusive Warte- und Fahrtzeit plus Fußmarsch braucht man eine Stunde ins Zentrum. Gegen 20 Uhr fährt die letzte Bahn bergwärts – Ausflüge wollen also gut geplant sein.

Wir schlendern erstmal durch den Parco Ciani am Seeufer mit seinen subtropischen Pflanzen und einer alten Patriziervilla, die heute ein Museum beherbergt. Von dort erreichen wir die Lungolago, die Seepromenade Luganos. Der Weg, zum Teil unter schattigen Bäumen, zieht sich an der ganzen Bucht hin, kilometerweit. Ausflugsdampfer und Motorboote pflügen durch den See, auf der Promenade herrscht Hochbetrieb. Es ist Sonntag, der 1. August, Schweizer Nationalfeiertag, und da wollen auch die Schweizer die fantastische Aussicht über den See und die märchenhaften Berge drumherum genießen. Am Abend illuminiert ein prächtiges Feuerwerk die Szenerie.

Sommerrodelbahn mit Designer-Kirche

Lugano liegt an der Südseite der Alpen. Man braucht jedoch nicht mehr als eine knappe halbe Stunde mit dem Zug und weitere zehn Minuten mit der Seilbahn, um mitten im Hochgebirge zu stehen. Unser Ziel am zweiten Tag ist der Monte Tamaro, der Event-Ausflugs-Berg der Luganer. An der Mittelstation warten Kletter- und Bikepark, oben auf der Alpe Foppe (1530 m) gibt es eine 800 Meter lange Sommerrodelbahn, ein Restaurant mit Terrasse und ein denkwürdiges Bauwerk. Der Tessiner Star-Architekt Mario Botta wuchtete mitten in dieses alpine Grasland eine Kirche aus Stein und Beton. Zum Beten dürfte sich selten jemand hierher verirren, eher zur andächtigen Betrachtung der Tessiner Gipfel. Denn der Ausblick vom Dach der kreisrunden Kirche, über ein 65 Meter langes Viadukt zu erreichen, ist überwältigend.

Die Landschaft animiert meinen eher lauffaulen Sohn sogar zu einer sportlichen Höchstleistung. Gemeinsam wandern wir zum Gipfel des Monte Tamaro auf fast 2000 Meter. Er beschwingt vorneweg, geschickt die Serpentinen abkürzend, ich hinterher im gleichmäßigen Wanderschritt. Oben muss er auf mich warten, im Alltag ist das umgekehrt. Geht doch.

Die Schweiz im Kleinformat

Am nächsten Tag steht der Luganersee auf dem Programm. Erst vom Schiff aus spürt man die Größe des Sees, der sich mit mehreren Armen fjordartig durch das südliche Alpenvorland windet. Hätte man doch ein schnittiges Motorboot, um an einer der üppig bewaldeten, einsamen Hänge vor Anker zu gehen. Unser Dampfer hält am Damm von Melide, der den See teilt. Attraktion auf dem Damm: Swissminiatur, ein Miniatur-Wunderland unter freiem Himmel. Eine Modelleisenbahn umkreist 120 Schweizer Bauwerke im Maßstab 1:25, dazu schweben Seilbahnen auf Mini-Berge – die in Natura am Horizont grüßen.

Nach einer Kreuzfahrt über den See erleben wir ein anderes Kleinod: das malerische Gandria schmiegt sich an den Monte Brè. Die Häuser enden direkt im Wasser, der Ort ist von der Seeseite her nur über schmale Stiegen, Gassen und Bogengänge zu erreichen. 200 Einwohner, eine gute Handvoll Restaurants, ein paar verschlafene Läden –  wir stärken uns mit ein kühlem Getränk und wandern auf dem Sentiero d’olivo am Seeufer entlang zurück nach Lugano. Die Hitze macht uns zu schaffen, aber auf halbem Weg gibt es eine herrliche Abkühlung: eine kleine, fast menschenleere Badeanstalt lädt zur Pause ein.

Wanderung mit Aussicht

Wer Lugano besucht, muss auf den Monte San Salvatore, den Aussichtsberg der Stadt. Auf den 912 Meter hohen Panettone, wie die Einheimischen ihn seiner Form wegen nennen, führt eine Standseilbahn. Wir haben Glück: An diesem Tag ist die Sicht gut. Vom Gipfel sehen wir Richtung Norden bis zu den Walliser Gipfeln Dom und Matterhorn, im Süden über die Po-Ebene. An besonders klaren Tagen ist sogar das 60 Kilometer entfernte Mailand zu erkennen.

Eine Wanderung durch die schattigen Bergwälder des San Salvatore führt hinunter zu einem traumhaft gelegenen Schwimmbad im Künstlerdorf Carona. Eine Oase der Ruhe auf einem Bergplateau unter Palmen. Ein schnelles Bad, und ich schnüre wieder meine Wanderstiefel. Diesmal wandere ich alleine: hinunter nach Morcote am südlichen Seeufer, hart an der italienischen Grenze. Schweißtreibend, aber ich bereue keinen Schritt. Der Weg ist abwechslungsreich, die Blicke auf den See sind atemberaubend und Morcote ist ein Traum. Schmale Gassen, eine idyllische Uferstraße, eine subtropische Parkanlage und über allem thront die Renaissance-Kirche Santa Maria del Sasso.

Ein Ort zum Verweilen – für immer. Hätte man nur das nötige Kleingeld, um sich eine der zahlreichen Luxusvillen zu leisten, die sich in Morcote hinter hohen Hecken verstecken.

Info: 7 Nächte in einer 2-Zimmer-Doppelhaushälfte (Platz für 4 Personen) im Reka-Feriendorf Albonago in Lugano kosten z. B. ab 16. Juni 2012 ab 1120 Franken (ca. 930 Euro). Nebenkosten (Strom, Heizung, Bettwäsche, Kurtaxe) sind im Preis inbegriffen, extra zu zahlen sind Bearbeitungsgebühr und Schlussreinigung. Zur Ausstattung gehören Küche, Wohnzimmer mit Doppelcouch, Schlafzimmer mit Etagenbett, Dusche/WC, Essplatz und Spielwiese. Zu buchen über www.reka.ch, Tel. +41 (0)3 13 29 66 99.

Fotos: Schweiz Tourismus

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