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50/50 – FREUNDE FÜRS (ÜBER)LEBEN

50/50 – FREUNDE FÜRS (ÜBER)LEBEN

Adam ist noch nicht einmal 30 und dennoch todkrank: Krebs! Eine Diagnose, die alles auf den Kopf stellt – und weder Adam noch seine besten Freunde wissen, wie man mit der Krankheit umgehen soll. Ob Sex und Drogen wirklich helfen? Gelungene Tragikomödie mit Joseph Gordon-Levitt und Seth Rogen (Kinostart: 3. Mai.).

Lassen Sie sich nichts vormachen – dieser Film ist keine Komödie wie der Filmverleih behauptet, sondern im Kern ein knochenhartes Drama. Das Thema Krebs war im Film noch selten Anlass für lockeren Humor, eher schon für tränentreibende Sentimentalitäten. „50/50 – Freunde fürs (Über)leben“ erzählt vom Schicksal eines jungen Mannes, der aus heiterem Himmel eine vernichtende Diagnose bekommt: ein heimtückischer Krebsbefall mit einer maximal 50-prozentigen Überlebenschance. Ein erfrischender Drehbuchansatz sorgt dafür, dass die Geschichte nicht in einem Tränenmeer versinkt, sondern zumindest stellenweise sogar Spaß macht.

Adam (Joseph Gordon-Levitt) ist Ende 20, hat einen angenehmen Job als Radioredakteur, eine coole Freundin und einen besten Freund. Alles scheint perfekt, bis der Rücken höllisch zu schmerzen beginnt. Die Diagnose des Arztes ist ein Schock: Adam hat einen monströsen Tumor an der Wirbelsäule. Der Krebs wird wahrscheinlich tödlich verlaufen, wenn es nicht gelingt, ihn mit Chemotherapie zu schrumpfen, um eine rettende Operation überhaupt erst möglich zu machen.

Eine ungewisse Leidenszeit und den Tod vor Augen, wird Adam aus seinem Trott gerissen. Seine Umgebung ist genauso mit der Situation überfordert wie er. Seine Freundin (Bryce Dallas Howard) verspricht zwar, sich um ihn zu kümmern, stürzt sich aber lieber auf ihre Karriere als Künstlerin. Seine Mutter (Anjelica Huston) nervt mit ihrer dominanten Art, sein bester Freund Kyle (Seth Rogen) nutzt die Lage, um mit der bewährten Mitleidsmasche Frauen ins Bett zu kriegen. Wirkliche Hilfe erfährt Adam auch nicht von seiner Therapeutin Katherine (Anna Kendrick), die mit ihrem Schützling nicht viel anzufangen weiß. Adam ist erst ihr dritter Patient…

Das ist gewiss harter Tobak für einen Mainstream-Kinofilm, mündet aber nicht in ein bleischweres Betroffenheits-Drama. Die Mitwirkung von Spaßnase Seth Rogen („Superbad“), der auch für die Produktion verantwortlich zeichnet, lässt jede Menge schwarzen Humor erwarten. „50/50“ hangelt sich stattdesssen gekonnt zwischen diesen beiden Extremen hindurch. Im Mittelpunkt steht hier nicht die Psyche des Todkranken, und der Tod ist auch nur selten Anlass zu morbiden Gags.

Der Film liefert auch keine Antwort auf die Frage, wie man am besten mit dem Krebs umgeht. Er schildert ganz einfach die Hilflosigkeit, die sowohl den Kranken als auch seine Mitmenschen befällt. Und das sehr eindringlich – Drehbuchautor Will Reiser konnte dabei auf seine eigene Krankengeschichte zurückgreifen. Alle Beteiligten zeigen eine typische, nachvollziehbare Reaktion auf die Krankheit. Adam versucht es mit Gleichgültigkeit, Wut und Resignation. Kumpel Kyle hat scheinbar nur Sex im Kopf – ist aber in Wahrheit rührend bemüht, seinem Freund zu helfen und dabei seine eigene Unsicherheit so gut es eben geht zu verstecken.

Bemerkenswert auch der Wandel, den die Frauen an Adams Seite zeigen. Die anfangs hilflose Therapeutin wird zu echten Stütze, die eigene Freundin findet eine andere, sehr egoistische Antwort auf die Krise. Alle Reaktionen sind nachvollziehbar, jeder Zuschauer wird sich in der einen oder anderen Person wiederkennen.

Dabei gelingt dem Film durchgehend die Balance zwischen Melodram und Komödie. Für einige Lacher sorgen Kyles irre Versuche, Sex, Drogen und Krebs irgendwie unter einen Hut zu bringen – und Adams Leidensgenossen bei der Chemotherapie, die dem Tod entspannt mittels Haschkeksen entgegensehen. Gut ausbalanciert ist auch das Darstellergespann Gordon-Levitt und Rogen: der eine pingelig und ängstlich, der andere derb und extrovertiert, spielen sich die beiden locker die Bälle zu und bleiben jederzeit echte Sympathieträger.

Fazit: Selten wurde ein so todernstes Thema so geschmeidig serviert – ein gutes Drehbuch und eine tolle Besetzung machen es möglich.

Kinostart: 3. Mai; Regie: Jonathan Levine; FSK: ab 12; Länge: 100 Minuten; Verleih: Universum Film, Link: www.50-50-film.de

 

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