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VÄTER UND ANDERE KATASTROPHEN

VÄTER UND ANDERE KATASTROPHEN

Zwei Männer reklamieren dieselbe Tochter für sich – der eine hat sie großgezogen, der andere gezeugt. Blöd nur, dass die junge Frau nichts von ihren Möchtegern-Vätern hält und stattdessen lieber einen Schauspieler als Brautvater engagiert (Kinostart: 3. Mai).

Die französische Komödie von Martin Valente ist die Geschichte einer originellen Familienzusammenführung. Gleich zwei Männer reklamieren die Vaterschaft für Chloé, aber die junge Frau will von beiden nichts wissen. Denn Chloé träumt von einem idealen Vater, und dieser Rolle werden die beiden reifen Herren nicht wirklich gerecht.

Chloé (Olivia Ruiz) will heiraten. Die Hochzeit mit dem Ex-Tennisprofi und erfolgreichen Geschäftsmann Stephen soll in einem prunkvollen Rahmen über die Bühne gehen. Das Chateau ist dekoriert, das Catering bestellt, schon rollen die ersten Gäste an. Was fehlt, ist ein Brautvater, der Chloé zum Traualtar führt.

Ein standesgemäßer Brautvater muss her! Denn Gustave (Gérard Jugnot), der Mann, den sie für ihren Vater hält und der sie großgezogen hat, ist ein weinseliger, arbeitsloser Koch. Der kommt für die Prinzessin nicht infrage. Ebenso wenig wie ihr leiblicher Vater Bernard (Francois Berléand), den Chloé, Produkt einer kurzlebigen Affäre, nie kennengelernt hat. Bernard könnte schon eher den Vorstellungen der jungen Dame entsprechen, ist er doch vermögender Unternehmer. Allerdings einer mit Macken: Bernard ist ein steifer Zwangsneurotiker.

Wie der Zufall so spielt, bekommt Bernard Wind von seiner verschollenen Tochter. Und Gustave will nichts sehnlicher, als sich wieder mit seiner Stieftochter zu versöhnen. So tauchen beide am Ort der Hochzeit auf, just in dem Augenblick, als Chloé dabei ist, einen Schauspieler zu engagieren, der für das Fest die Vaterrolle übernehmen soll.

Stattdessen findet sich Bernard in der Rolle des falschen Vorzeigevaters wieder, und Gustave schwingt in der Küche des Anwesens den Kochlöffel. Chloé ist natürlich ahnungslos…

Kommt man erstmal über die etwas konstruierte Ausgangssituation hinweg, entfaltet „Väter und andere Katastrophen“ einen typisch französischen Charme, dem man sich nicht entziehen kann. Sicher, der Film erfindet das Genre der Verwechslungs- und Kumpel-Komödie nicht neu, bietet aber eine amüsante Variante bekannter Vorlagen.

Natürlich sorgen die Gegensätze zwischen den beiden Vätern für jede Menge Reibungspunkte und Gags. Dass die Sache nicht sang- und klanglos in Humor-Klischees abgleitet, verdankt die Komödie ihren beiden Hauptdarstellern. Mir sichtlicher Spielfreude zoffen, raufen und intrigieren sich Berléand und Jugnot durch die launige Geschichte und überspielen auch leichte Hänger in der Handlung. Ein schönes Pärchen in bester Buddymovie-Tradition: sensibler Eigenbrötler trifft auf naiven Gefühlsmenschen. Oder anders ausgedrückt: Der französische Vetter von TV-Detektiv Monk schlägt sich und verträgt sich mit einer ländlichen Ausgabe von Walter Matthau in „Ein seltsames Paar“.

Fazit: eine gelungene Familienkomödie, die keine ganz großen Überraschungen bietet, aber jederzeit Spaß macht.

Kinostart: 3. Mai; Regie: Martin Valente, FSK: ab 0; Länge: 99 Minuten; Verleih: Camino Filmverleih, Link: vaeterundanderekatastrophen-film.de

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