Familienleben

Hilfe, ich lebe in einer Patchworkfamilie!

Hilfe, ich lebe in einer Patchworkfamilie!

Etwa 14 Prozent Patchworkfamilien leben in Deutschland. Wie es sich anfühlt, wenn Mama plötzlich ihren neuen Freund samt seiner Kinder vorstellt und von Zusammenziehen die Rede ist, lesen Sie hier.


Als ich 12 war, stellte meine Mutter mir ihren neuen Freund vor. Und seine Kinder. Es hieß, der Mann sei nur EIN Freund. Deswegen wunderte ich mich, warum meine Mutter mich dauernd fragte, welchen Eindruck ich von den Dreien hatte.
Das war das erste Mal, dass ich auf meine zukünftigen Stiefgeschwister traf.

Ein Jahr später dann die Nachricht: Wir ziehen zusammen. Ich als einsames Einzelkind freute mich auf das gesellige Miteinander. Zusammen am Esstisch sitzen, immer einen Spielkameraden im Haus – was will man mehr?

Meine Mutter und ihr Freund heirateten, nun waren wir auch auf dem Papier eine richtige Familie. Schon bald sollte ich jedoch die Kehrseite der Medaille kennen lernen. Da ich mir mit meinem sechs Jahre jüngeren Stiefbruder ein Zimmer teilte, hieß es ab jetzt: Licht aus um 22 Uhr, das Zimmer mal für sich haben (Damenbesuch…) – Fehlanzeige! Die zickigen Phasen meiner Stiefschwester trieben mich zur Weißglut.

Auch musste ich feststellen, dass man als Einzelkind so einige Privilegien genießt. Mit einem Mal hatte ich weniger zu sagen. Ich musste mich jetzt nach den allgemeinen Familienregeln richten. Wenn Freunde zu Besuch kamen, konnte ich die Kleinen nicht einfach beiseite schieben. Bei der Wahl der Beschäftigung musste nun Rücksicht genommen werden.

Tja, damit musste ich jetzt leben. Aber meistens hatten wir viel Spaß zusammen. Auch mit meinem Stiefvater lief es gut. Er bemühte sich wirklich sehr, wie ein Vater für mich zu sein. Er stand mir stets mit einem männlichen Rat zur Seite. Wenn ich mal viel zu spät nach Hause kam, war er es, der mich vor meiner Mutter verteidigte.

Nach einiger Zeit des Zusammenlebens verkündete meine Mutter eine weitere freudige Nachricht: Sie war schwanger. Alle freuten sich. Mit einem gemeinsamen Baby wurden wir nun eine Patchworkfamilie par excellence.
Doch damit wurde es mitunter ziemlich voll unter unserem Dach. Zeit für mich, mehr Zeit an der frischen Luft zu verbringen. 24 Stunden am Tag im Nest zu hocken, das war mir entschieden zu anstrengend. Denn mit der Ruhe war es nun endgültig vorbei.

Ich muss sagen, manchmal vermisse ich das Leben als Einzelkind schon. Der Herr im Hause zu sein, mal meine Ruhe zu haben, meine Mutter ganz für mich zu haben. Aber das Leben als „ganze“ Familie hat eindeutig seine Vorteile. Man muss nie allein sein – es ist immer jemand für einen gemütlichen Spiele- oder Fernsehabend zu haben. Und ich habe durch meine drei „neuen“ Geschwister gelernt, was Verantwortung heißt.

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