Familienleben

Der Kloß im Hals ist ein Alarmzeichen

Der Kloß im Hals ist ein Alarmzeichen

Die Schilddrüse ist nicht größer als eine Daumenspitze, aber wenn ihr etwas fehlt, geht es im Stoffwechsel, auf der Waage und sogar in der Seele drunter und drüber. Das kleine Organ spielt bei der Steuerung fast aller wichtige Organe des Menschen eine entscheidende Rolle und nimmt großen Einfluss aufs Wohl- oder Unwohlsein.

 
Die einen leiden unter Herzrasen, andere haben das Gefühl, als hätten sie einen Kloß im Hals. Wieder andere fühlen sich chronisch müde und legen an Gewicht zu. Die Ursachen für solche Symptome liegen nicht selten in einer Fehlfunktion der Schilddrüse.

Beschwerden rund um die Schilddrüse sind keineswegs eine Modekrankheit. Schon um das Jahr 1500 vor Christus rieten die Pharaonen zu „unterägyptischem Salz“ als Kropftherapie. Forschungen haben ergeben, dass sich bei mehr als jedem dritten Deutschen Veränderungen an der Schilddrüse finden. Mal beginnt sie zu wuchern, mal verkleinert sie sich, mal produziert sie zu wenige, mal zu viele Hormone.

Der Kropf ist die bekannteste Form der Schilddrüsenerkrankung. Dabei ist die Schilddrüse im Kehlkopfbereich deutlich vergrößert. Viele Betroffene haben das Gefühl, einen Kloß im Hals zu haben, oder leiden an Schluckbeschwerden. Die Ursache ist vor allem Jodmangel, gegen den der Arzt in der Regel eine Kombination aus Jod und künstlichen Hormonen verordnet. „Operiert werden muss nur, wenn die vergrößerte Schilddrüse auf Luft- oder Speiseröhre drückt, oder bei klarem Krebsverdacht“, sagt Professor Martin Grußendorf, Internist und Endokrinologe aus Stuttgart.

Nicht immer ist eine Schilddrüsenerkrankung so deutlich sichtbar wie beim Kropf. Bei der Schilddrüsen-Unterfunktion lassen Antriebs- und Leistungsfähigkeit nach, Stoffwechsel und Herz arbeiten auf Sparflamme. Man fühlt sich chronisch müde, deprimiert und legt an Gewicht zu. Der Grund: Die Schilddrüse produziert zu wenig Hormone, weshalb der Arzt meist Tabletten mit Schilddrüsenhormonen verordnet.

Eine Ausnahme ist die so genannte Hashimoto-Krankheit, eine spezielle Form der Schilddrüsenentzündung. Unbehandelt führt diese Krankheit zur Zerstörung des Organs. Vermutlich spielen hier genetische Veranlagung, Umweltfaktoren, hormonelle Schwankungen und Virusinfektionen wie Gürtelrose eine Rolle. Hashimoto-Patienten brauchen Medikamente mit Schilddrüsenhormonen oft lebenslang, da die Schilddrüse meist irreparabel geschädigt ist.

Es gibt aber auch Menschen, die unter einer Überfunktion der Schilddrüse leiden. Symptome dafür sind Herzrasen, teigige Haut, Haarausfall, Schlafstörungen und Gewichtsverlust sowie lichtempfindliche, vorquellende Augen. Bei der häufigsten Form der Schilddrüsen-Überfunktion, der Basedow-Krankheit, können Stress, Rauchen, eine übermäßige Jodzufuhr nach längerem Jodmangel und Infekte den Ausbruch begünstigen. Zur Diagnose macht der Arzt Bluttests und eine Szintigrafie. Dabei spritzt der Arzt ein radioaktives Kontrastmittel, mit dessen Hilfe er auf dem Bildschirm sieht, ob die Schilddrüsenzellen es übermäßig speichern – ein klares Indiz für eine Überfunktion. Zur Therapie werden meist Medikamente eingesetzt, welche die Produktion der Schilddrüsenhormone hemmen.

Um sich vor einer Erkrankung der Schilddrüse und damit auch z. B. vor Schilddrüsenkrebs zu schützen, sollte man auf eine ausgewogene, gesunde Ernährung achten. Wer regelmäßig Fisch zu sich nimmt – zum Beispiel Schellfisch, Scholle oder Lachs – isst automatisch eine geballte Ladung Schilddrüsenschutz. Denn diese Fische enthalten Eiweiß und Jod – und damit die Baustoffe der Schilddrüsenhormone – sowie Vitamin A, welches das Kropfrisiko senkt. Zudem liefern sie Selen, das die Schilddrüsenhormone im Stoffwechsel aktiviert.

Zu einer guten Vorbeugung gehört auch Entspannung. Dauerstress erhöht das Risiko für Erkrankungen der Schilddrüse. Das gleiche gilt fürs Rauchen – auch der blaue Dunst führt zu einem höheren Risiko.

Das Magazin Reader’s Digest geht in seiner April-Ausgabe auf die einzelnen Facetten von Schilddrüsen-Störungen ein, nennt Ursachen sowie Risikofaktoren und zeigt Therapien auf.

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1 Kommentar

  1. Dorothee

    7. April 2013 in 21:57

    Danke für diesen Bericht!

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