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CHRONICLE – WOZU BIST DU FÄHIG?

CHRONICLE – WOZU BIST DU FÄHIG?

Was würde geschehen, wenn wir plötzlich übernatürliche Fähigkeiten hätten? Wie würden wir damit umgehen? Mit dieser faszinierenden Frage beschäftigt sich „Chronicle – Wozu bist du fähig?“. Auf den ersten Blick gehört der am 19. April in den Kinos startende Film zum neuen Sub-Genre „Found-Footage“ – Filme, die mit „gefundenem Material“ montiert und aus subjektiver Sicht erzählt werden. Aber er ist weit mehr: Es ist ein Superheldenfilm, der nicht wirklich ein Superheldenfilm ist.

Andrew (Dane deHaan), Steve (Michael B. Jordan) und Matt (Alex Russell) sind drei ganz typische Teenager mit ausgeprägten Persönlichkeiten, die sich mit den ganz normalen Herausforderungen herumschlagen, die der Schulalltag an sie stellt. Sie schließen neue Freundschaften und erforschen die Mysterien des Lebens. Sie sind nicht perfekt, ein wenig linkisch und etwas leichtsinnig.

Mit einer Mutter, die im Sterben liegt und einem Vater, der ihn im Suff ständig verprügelt, hat Andrew es jedoch nicht gerade leicht. Er wird zum Außenseiter, zum Beobachter, der – mit einer Videokamera bewaffnet – beginnt, sein Leben auf Schritt und Tritt zu dokumentieren.

Auch, wenn diese Tatsache nicht nur Steve und Matt zunächst nervt, so sind die beiden doch dankbar, eine Kamera dabei zu haben, als die drei Highschool-Jungen eines nachts auf einem Feld eine mysteriöse Entdeckung machen: Ein seltsames leuchtendes Objekt befindet sich dort unter der Erde, das ihnen bei Berührung einen Schlag versetzt.

Seit diesem Abend sind die Drei unzertrennlich, denn sie haben besondere telekinetische Kräfte. Plötzlich können sie Gegenstände bewegen oder schweben lassen. Anfangs probieren die drei Teenager ihre neuen Fähigkeiten nur harmlos aus und treiben ihre Späße – nur wenig später fliegen sie schon durch die Wolken. Das Ganze wird von Andrew mit seiner Videokamera festgehalten.

Aber bald wird aus dem Spaß bitterer Ernst: Andrew missbraucht seine Macht unbedacht und bringt Menschenleben in Gefahr. Ein Machtkampf zwischen den jungen Männern entsteht, der immer gefährlicher wird…

Realer gehts nicht. Andrew, Steve und Matt sind drei ganz durchschnittliche Teenager – Menschen wie du und ich. Und wie viele von uns fühlen sie sich bemüßigt, von ihrem Leben zu berichten, mag es nun mondän – oder wie in diesem Fall – höchst ungewöhnlich sein. Sie können Gegenstände mit reiner Gedankenkraft bewegen, Autos zerquetschen und sogar fliegen – besser gehts nicht. Doch dann laufen die Dinge aus dem Ruder.

Stellen Sie sich die Frage: Was würden Sie tun, wenn Sie übernatürliche Kräfte hätten? Würden Sie nicht in ein spezielles Kostüm schlüpfen, herumfliegen und Bösewichte bekämpfen? Wenn Sie ein Teenager wären, wäre die Antwort wohl eindeutig: Nein! Sie würden so richtig Spaß haben wollen. Ausgelassene Streiche spielen und es denen ordentlich heimzahlen, die Ihnen Unrecht getan haben. Vielleicht würden Superkräfte in Ihnen Ihre dunklen Charakterzüge wecken. Oder noch schlimmer…

Mit dieser faszinierenden Frage beschäftigt sich „Chronicle – Wozu bist du fähig?“, ein Superheldenfilm, der nicht wirklich ein Superheldenfilm ist. Auf den ersten Blick gehört er zum neuen Sub-Genre jener Filme, die mit vermeintlich „gefundenem Material“ montiert oder aus subjektiver Sicht erzählt werden. Doch deren Konventionen mit Wackelkamera-Optik werden hier auf den Kopf gestellt. Der Thrill ist da, aber er ist nachvollziehbar; der kreative Moment zählt, die ausgefeilte Kameraarbeit und die ungewohnten visuellen Effekte – und dabei fußt alles in der Realität.

„In den meisten dieser Geschichten werden Superkräfte nur zum Guten oder Bösen verwendet. In Wirklichkeit wäre das wohl anders, man würde sie einsetzen, wie man sie gerade braucht“, sagt Josh Trank, der mit „Chronicle – Wozu bist du fähig?“ sein Regiedebüt gibt. „Wenn man ein Teenager ist, geht es primär darum, dass man sich gut fühlt. Man will lachen, Spaß haben und würde die Kräfte diesbezüglich nutzen.“

Trank war fest entschlossen, seinen Film nicht aus der Erwachsenenperspektive zu erzählen: „Die Story ist lebensnah, wir haben es hier nicht mit einem klassischen Fantasy- oder Genrefilm zu tun. Hier gehts um echte junge Leute, nicht um Karikaturen. Ihr Leben ist alles andere als perfekt. Wir begeben uns auf ihre Augenhöhe, erforschen ihren Kosmos und übernehmen ihre Sicht der Welt. Und das lange bevor irgendetwas Ungewöhnliches passiert. Und in dem Moment, in dem sich unsere Helden ihrer übernatürlichen Fähigkeiten bewusst werden, interessiert sich ‚Chronicle – Wozu bist du fähig?‘ nicht so sehr für die Superkräfte an sich, sondern es geht vielmehr darum, wie die Kids mit ihnen umgehen.“

Kinostart: 19. April; Regie: Josh Trank; FSK: ab 12 Jahren; Länge: 84 Minuten; Verleih: Twentieth Century Fox; Link: chronicle-derfilm.de

 

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