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KRIEG DER KNÖPFE

KRIEG DER KNÖPFE

Eine fesselnde Abenteuergeschichte von Freunden und Feinden, vom Siegen und Verlieren, von kleinen und großen Kindern – der Kinderbuchklassiker von Louis Pergaud ist Kult und wurde unter der Regie von Christophe Barratier neu verfilmt. Großes Kino für die ganze Familie, das ab 12. April startet, mit Laetitia Casta, Guillaume Canet, Kad Merad – und großartigen Kindern!


Es ist beschaulich im südfranzösischen Dorf Longeverne. Doch plötzlich geraten die Brüder Gibus auf dem Schulweg in einen Hinterhalt. Sie werden von den Jungs aus Velrans umzingelt und als „Schlappschwänze“ beschimpft. Unter großem Gejohle müssen die Brüder fliehen. Seit Jahren verbindet die Jungen und auch die Väter der beiden Nachbarorte Longeverne und Velrans eine herzliche Feindschaft. Doch diese Beschimpfung kann sich keiner gefallen lassen – nun ist der Krieg unvermeidlich.

Lebrac (Jean Texier), Anführer der Longeverne-Bande, ersinnt eine besondere Kriegslist: den Gefangenen werden alle Knöpfe ihrer Kleidung abgeschnitten – besiegt und gedemütigt ist ihnen nun auch noch der Ärger zu Hause sicher. „Das ist psychologische Kriegsführung“, weiß La Crique (Harald Werner), der „Professor“ und Klassenprimus unter den Kindern. Und der Kleine Gibus (Clément Godefroy) hat eine gute Idee: Er ruft den Krieg der Knöpfe aus! Wer am Ende mehr Knöpfe erbeutet, hat gewonnen.

Als die hübsche Violette (Ilona Bachelier) neu ins Dorf kommt, wird aus der Unbekümmertheit des Kriegsspiels plötzlich Ernst – im März 1944 hält auch in Südfrankreich der große Krieg Einzug. Denn eigentlich heißt Violette Myriam und ist Jüdin. Aber das wissen zunächst nur der von Violette faszinierte Lebrac und sein Lehrer (Guillaume Canet), den mit der schönen, angeblichen Patentante Mademoiselle Simone (Laetitia Casta) einst scheinbar weitaus mehr verband. Als Sekretär im Bürgermeisteramt kann er Violette vorerst schützen.

Neben Problemen in der Schule hat Lebrac auch noch ständig Streit mit seinem Vater (Kad Merad), den er für einen Feigling und vollkommen unpolitisch hält. Er hingegen interessiert sich zunehmend für Kriege, Kämpfe und Strategie. Als er sich bei einem Schulausflug in ein Museum der Antike für die griechische Kriegsstrategie und deren Schönheitsideale begeistert, die der Museumsführer als Beweis für die Überlegenheit der arischen Rasse darstellt, widerspricht der Lehrer dieser Herrenmenschenideologie ganz offen und gerät damit in den Fokus von Brochard, dem örtlichen Vertreter der Miliz.

Unterdessen kommt es zu weiteren Schlachten zwischen den Jungenbanden. Den Höhepunkt bildet Lebracs „griechischer Sieg“, bei dem seine Kämpfer nur spärlich bekleidet sind – die Idee ist aus der Not geboren: so kann man bei ihnen keine Knöpfe erbeuten!

Die Kriegstrophäen werden immer mehr, die Hütte – das neue Hauptquartier der Longeverner – ist fast fertig und für die Siegesfeier klaut jedes Kind zu Hause ein bisschen Essen. Nur Bacaillé (Louis Dussol), der Bürgermeistersohn, bringt nichts mit und wird von der Gruppe ausgeschlossen.

Verletzt und gedemütigt, nimmt Bacaillé Rache und begeht einen lebnsbedrohlichen Verrat. Jetzt gilt es zusammenzuhalten! Die Kinder und die Eltern aus den verfeindeten Dörfern haben nun keine andere Wahl, als sich zu verbünden und gemeinsam auf der richtigen Seite zu stehen…

1936 wurde das Buch erstmals in Frankreich unter dem Titel „La Guerre des Gosses“ von Jacques Daroy verfilmt. Mit „War of the Buttons“ (Regie: John Roberts) entstand 1994 eine englischsprachige Version, die in Irland spielt. Kultstatus erreichte jedoch vor allem die Version von Regisseur Yves Robert („Der große Blonde mit den schwarzen Schuh“) aus dem Jahr 1962. Er adaptierte den Roman mit vielen Freiheiten, ließ dabei auch eigene Kindheitserlebnisse einfließen und verlegte die Handlung in die 60er Jahre. Der in Schwarzweiß gedrehte Film rückte vor allem die Kinder in den Vordergrund. 2011 kam zeitgleich zu Christophe Barratiers „Krieg der Knöpfe“ eine weitere Verfilmung von Yann Samuell unter dem Originaltitel „La Guerre des Boutons“ in die französischen Kinos. Im Unterschied zu Barratiers Adaption spielt die Handlung in den 1960er Jahren.

Die Verfilmung von Barratier erzählt den „Krieg der Knöpfe“ vor dem Hintergrund des 2. Weltkriegs und verleiht der Handlung eine größere Tiefe und Dramatik.

Interview mit dem Regisseur Christoph Barratier:„Ich war 10 Jahre alt, als ich ‚Krieg der Knöpfe‘ entdeckte. Zunächst las ich das Buch in der Schule, danach sah ich den Film von Yves Robert. Mich beeindruckte damals sehr, dass zum ersten Mal Kinder einen ‚Krieg‘ führen konnten, nicht gehorchten und sich auflehnten. Und das Ganze war nicht einmal schlimm, im Gegenteil. Mit gefällt es, diese Freiheit der Kindheit wiederzuentdecken.“

Was hat Sie an dem Roman von Louis Pergaud interessiert, dass Sie sich dafür entschieden haben, das Buch erneut für das Kino zu verfilmen?

Warum haben Sie die Zeit der Besetzung Frankreichs ausgewählt, um die Geschichte zu erzählen und ganz besonders das Jahr 1944?
„Ich hatte das Gefühl, um diesen Kleinkrieg zwischen den Kindern und die Dorfrivalität intensiver zu erzählen, fehlte dem Roman heute ein Konflikthintergrund. Daher kam die Idee, diesen „Krieg der Knöpfe“ während eines großen Krieges zwischen Erwachsenen spielen zu lassen. Der tragische Konflikt der Erwachsenen spiegelt sich bei den Kindern wider, auch wenn ihr Krieg ja eher lustig ist.

Hinter dem Grundkonflikt zwischen zwei Dörfern steht der ganz in der Nähe stattfindende „große“ Krieg, der kurz vor seinem Ende steht. In der Endphase der deutschen Besatzung mussten vor allem Kinder leiden, da sie und ihre Eltern gefangen genommen und deportiert wurden. Viele jüdische Kinder wurden deshalb in französischen Dörfern versteckt. Und die Figur des kleinen, jüdischen Mädchens Violette, das sich ins Dorf geflüchtet hat und von Simone beschützt wird, bekommt eine Bedeutung. Die Herausforderung des großen Krieges erscheint nicht mehr wie ein zweiter Handlungsstrang, sondern steht im Einklang zum Konflikt unserer Figuren.“

In ihren beiden vorangegangenen Filmen „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ und „Paris, Paris“ spielten Kinder eine wichtige Rolle. Was verbindet Sie mit der Kindheit, so dass Sie diese Zeit in Ihren Filmen immer wieder thematisieren?
„Bei jedem neuen Projekt wird mir klar, dass ich Lust habe einen Film zu machen, der mir auch als Junge gefallen hätte. Als Kind liebte ich das Spektakuläre, die Musik, die großen Gefühle und Spannung. Dazu kommt eine Figur wie Lebrac, voller Lebenskraft, aber auch Wut, eine Figur, die über die gesamte Palette an Gefühlen verfügt, die ein Kind empfinden kann.
Daneben stehen die schlagfertige, intellektuelle Violette, die schon viel Schmerz erfahren musste und die Unbekümmertheit, der Witz des Kleinen Gibus.“

Was würden Sie Kindern und Jugendlichen sagen, um sie dazu zu bringen den Roman zu lesen und sich ihren Kinofilm anzuschauen?
„Der Roman von Louis Pergaud erzählt wunderbar den Übergang von der Kindheit zur Jugend, er zeigt die Kinder, wie sie zusammenhalten können, solidarisch werden. Mein Film, eine sehr freie Adaption des Buches, hat ganz andere Seiten, die dem Roman von Pergaud fremd sind. Die Knöpfe, die Kämpfe, die Rivalität, der Verrat sind natürlich präsent, aber durch die Musik, die Kampfszenen und die Emotionen, die in heutiger, moderner Filmsprache erzählt werden, will ich den Kindern und der ganzen Familie große Unterhaltung bieten.“

Der Roman, „Der Krieg der Knöpfe“ von Louis Pergaud erschien 1912. Der 30-jährige Autor verarbeitet in diesem Buch mit dem Untertitel „Der Roman meines zwölften Lebensjahres“ Kindheitserlebnisse, die Kämpfe, die sich Pergaud als Kind in seinem südfranzösischen Heimatdorf mit den Kindern des Nachbardorfes lieferte, seine ausgedehnten Naturbeobachtungen, aber auch die Geschichten der Erwachsenen, die ihm als Kind und Jugendlicher weitergegeben wurden. Der Roman wurde zum Bestseller und bis heute mehr als 30 mal wiederaufgelegt.

Kinostart: 12. April; Regie: Christophe Barratier; FSK: ab 6 Jahren; Länge: ca. 100 Minuten; Verleih: Delphi; Link: krieg-der-knoepfe.de Prädikat besonders wertvoll


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