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RUSSENDISKO

RUSSENDISKO

Berlin kurz nach dem Mauerfall: Drei junge Russen suchen ihr Glück in der wiedervereinigten Stadt, Wodka, Weib und Musik inklusive. Enttäuschende Verfilmung des Bestsellers von Wladimir Kaminer (Kinostart 29. März).

Es war einmal ein gutes Buch, ein erfolgreiches dazu. Gut zehn Jahre nach Veröffentlichung des Bestsellers „Russendisko“ von Wladimir Kaminer machten sich aber namhafte Filmproduzenten, in diesem Fall unter anderem Oscarpreisträger Arthur Cohn, daran, aus dem Buch einen Kinofilm zu machen. Das Buch ist immer noch ein gutes Buch. Aber der Film dazu kein guter Film. Denn die Gleichung tolles Buch gleich toller Film geht selten auf. Was beim Lesen prima unterhält, macht im Kino leider nicht annähernd den gleichen Spaß.

„Russendisko“, der Film, handelt von drei jungen Russen, die im Sommer 1990 nach Ostberlin auswandern. Wladimir (Matthias Schweighöfer), Mischa (Friedrich Mücke) und Andrey (Christian Friesel) nutzen die Gunst der Stunde, um nach dem Fall der Mauer das graue Russland gegen das bunte Berlin einzutauschen. Im Gepäck haben sie ein paar Rubel, eine Gitarre und ansonsten nicht viel mehr als Träume von Glück und Reichtum. Die drei Jungs schlagen sich als Musiker, Bierverkäufer und Entertainer durch, feiern eine Art Dauerparty zwischen Wohnheim, Wodka und Mädchen. Wladimir erwischt es richtig – er lernt Olga (Peri Baumeister) kennen, die „schönste Frau, die er jemals gesehen hat“.

Und so könnte es ewig weitergehen… Wo Kaminers Buch rauschend mit amüsanten Anekdoten und präzisen Beobachtungen einer Stadt im Ausnahmezustand unterhält, bleibt der Film nur ein langer, träger Fluss. Warum?

Kaminers Buchvorlage hat eigentlich keine Geschichte, es ist eine Ansammlung von kleinen, treffenden Szenen und Skurrilitäten. Ein Film braucht aber eine starke Geschichte, soll der Zuschauer nicht nach zehn Minuten wegdämmern. Der Film „Russendisko“ versagt aber genau in diesem Punkt: Er ist wenig mehr als ein Potpourri launiger Episoden. Die sind noch dazu seltsam düster und zäh in Szene gesetzt, den lebendigen Ton der Vorlage trifft der Film nur selten.

Dabei hat der Film durchaus Atmosphäre: Das verrückte wiedervereinigte Berlin des Jahres 1990, das Einwandererleben zwischen Hinterhof, Kneipe und krummen Geschäften wirkt überzeugend. Und Matthias Schweighöfer, der sonst gerne mal seine Rollen überstrapaziert, hält sich angenehm zurück. Nützt alles nix – diese Russendisko ist kein Hit.

Der Film hangelt sich von Anekdote zu Anekdote, lässt kein Klischee über seelenvolle und wodkaselige Russen aus und entlässt den Zuschauer mit dem vagen Gefühl, den Zusammenschnitt einer TV-Serie gesehen zu haben.

Was würde wohl der russische Radiodoktor dem Kinobesucher raten? Einen doppelten Wodka vor dem Film  einnehmen, dann wirds lustiger.

Kinostart: 29. März; Regie: Oliver Ziegenbalg; FSK: ab 6; Länge: 100 Minuten; Verleih: Paramount Pictures Germany; Link: www.russendisko-derfilm.de

 

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