Film

DIE TRIBUTE VON PANEM – THE HUNGER GAMES

DIE TRIBUTE VON PANEM – THE HUNGER GAMES

Wer kennt heute noch jemanden, der keinen der „Harry-Potter“-Filme und nie einen „Star-Wars“-Film gesehen hat – oder an dem „Der Herr der Ringe“ vorbei gegangen ist? Der Blockbuster, um den niemand in diesem Jahr herumkommt, heißt „Die Tribute von Panem“ und ist ein atemloses Abenteuer nach dem ersten Teil der gleichnamigen Weltbestseller-Trilogie von Suzanne Collins: berührend, fesselnd und unglaublich spannend. Unter der Herrschaft eines grausamen Regimes kämpft eine 16-Jährige in einem Spiel auf Leben und Tod.

In einer nicht allzu fernen Zukunft in einer Welt, die zugleich hochmodern und apokalyptisch, schillernd, ursprünglich und gefährlich ist: Aus dem durch Naturkatastrophen zerstörten Nordamerika ist der Staat Panem entstanden, das Terror-Regime des Kapitols regiert das ums Überleben kämpfende Volk mit eiserner Hand. Um seine Macht zu demonstrieren, veranstaltet das Regime unter der Regierung von Präsident Snow (Donald Sutherland) jedes Jahr die grausamen „Hungerspiele“: 24 Jugendliche, je ein Mädchen und ein Junge zwischen zwölf und 18 Jahren aus Panems zwölf Distrikten, müssen  – per Los oder auf Grund einer freiwilligen Nennung – in einem modernen Gladiatorenkampf als sogenannte „Tribute“ antreten, den nur einer von ihnen gewinnen kann.

Das grausame Spektakel, das das Kapitol mit seinen dekadenten Vorstellungen als erstklassiges Entertainment ansieht und somit via Fernsehen live überträgt, und das obendrein seine totale Kontrolle unter Beweis stellt, soll der unterdrückten Bevölkerung in den Distrikten das Gefühl von Hoffnung geben.

In Distrikt 12 passiert das Undenkbare: Die erst 12 Jahre alte Primrose Everdeen (Willow Shields) wird für die Spiele ausgewählt. In einem aufopferungsvollen, tapferen Schritt beschließt ihre ältere Schwester Katniss  (Jennifer Lawrence), an die Stelle ihrer Schwester zu treten – sich wohl bewusst, dass sie damit ihr eigenes Schicksal besiegelt. Umgehend werden sie und ihr Ko-Tribut, der Bäckerssohn Peeta Mellark (Josh Hutcherson), in Gewahrsam genommen und ins Kapitol gebracht, wo sie neu und glamourös ausgestattet sowie einem rigiden Kampftraining unterworfen werden. Sie müssen sich auf die Auseinandersetzungen mit den sogenannten Karriere-Tributen, auch Karrieros genannt, vorbereiten, die aus den reicheren Distrikten stammen und sich seit Jahren auf die Spiele vorbereitet haben. In den darauffolgenden Tagen muss Katniss unter der Anleitung des ewig betrunkenen, ehemaligen Siegers der 50. Hungerspiele, Haymitch Abernathy (Woody Harrelson), ihre Instinkte schärfen, ihre Künste beim Bogenschießen verbessern und ihre Kampftechniken perfektionieren. All das hat nur ein Ziel: Überleben um jeden Preis.

Als Katniss – überraschend Favoritin bei den Hungerspiele – jedoch die bewaldete Arena betritt, erkennt sie, dass hier mehr auf dem Spiel steht als Ruhm, Reichtum und Überleben. Sollte sie tatsächlich als Siegerin vom Platz gehen, müsste sie unmögliche Entscheidungen treffen: Darf man die Menschlichkeit ob des Überlebens vergessen? Darf man persönliche Sicherheit über Vertrauen stellen? Und vor allem: Darf man die Liebe dem Leben opfern?

Die Trilogie „Die Tribute von Panem“ von Suzanne Collins zählt zu den größten Buchhits seit „Harry Potter“ und der „Twilight“-Saga. Mit „Die Tribute von Panem – The Hunger Games“, nach dem preisgekrönten ersten Roman der Erfolgsreihe (Die Tribute von Panem 1. Tödliche Spiele), inszeniert Regisseur Gary Ross („Pleasantville“) ein mitreißendes Abenteuer, das auch Erwachsene unweigerlich in seinen Bann zieht. Der gefeierte Nachwuchsstar Jennifer Lawrence („Winter’s Bone“) hat die Rolle der tapferen jungen Heldin Katniss übernommen, die sich einem Kampf auf Leben und Tod stellt, um ihre Schwester zu retten. An ihrer Seite sind die Newcomer Josh Hutcherson („Die Reise zur geheimnisvollen Insel„) als Tribut Peeta und Liam Hemsworth („Mit Dir an meiner Seite„) als Katniss’ Jugendfreund Gale zu sehen. Für weitere Rollen konnten u.a. die charismatischen Hollywood-Veteranen Woody Harrelson, Elizabeth Banks, Lenny Kravitz, Wes Bentley, Toby Jones, Alexander Ludwig, Isabelle Fuhrman und Amandla Sternberg sowie Stanley Tucci und Donald Sutherland gewonnen werden.

Ausschließlich aus Katniss’ Perspektive erzählt, entspinnt sich in “Die Tribute von Panem – The Hunger Games” die in der dunklen Zukunft angesiedelte Geschichte einer Bergarbeitertochter, die sich von einer kleinen Schachfigur in live übertragenen Gladiatorenspielen zu einer wahren Heldin verwandelt und erkennt, dass sie um mehr kämpfen muss als um ihr eigenes Leben und das ihrer Familie.

Nur wenige, die Katniss beim ersten Lesen von Suzanne Collins’ literarischer Sensation „Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele“ kennen gelernt haben, konnten sich der Spannung widersetzen, die entsteht, wenn man miterlebt, wie sie ihre Kraft und Berufung erkennt und als Teenager ihren Platz im Leben findet. Die Inspiration für die Welt von Katniss bezog Collins nach eigener Aussage vom antiken griechischen Theseus-Mythos: Alle neun Jahre wurden eine Handvoll junger Männer und Frauen in ein tödliches Labyrinth geschickt, wo es galt, das sagenhafte Ungeheuer namens Minotaurus zu bekämpfen. Weitere Ideen kamen ihr beim Zappen durch diverse Fernsehkanäle, wobei Reality-TV und Kriegsberichterstattung förmlich ineinander übergingen, sodass sich Collins darüber Gedanken machte, welchen Einfluss dieser Mix aus Unterhaltung und wahrem Horror auf die zukünftige Gesellschaft haben könnte.

Diese beiden Ideen verschmolzen miteinander und mündeten in der Geburt von Katniss Everdeen, die in eine gewalttätige, mystische Welt der Zukunft hineingeboren wird, wie es sie bislang noch nie gegeben hat. Rein äußerlich mag die im Kapitol von Panem angesiedelte Geschichte, vor allem ab dem Moment in dem Katniss freiwillig die Stelle ihrer Schwester bei den Hungerspielen einnimmt, wie ein atemloser Sci-Fi-Thriller anmuten. Im Kern geht es aber um ein Mädchen, das sich plötzlich in einem moralischen Dilemma befindet: Sie muss sich mit Macht und Ungerechtigkeit auseinandersetzen, versuchen, selbst zu überleben, und dabei gleichzeitig die Liebe, die Unabhängigkeit und sich selbst entdecken.

Collins, früher Autorin beim Kinderfernsehen und zweifache Mutter, fand einen Weg, Katniss’ Welt so glaubwürdig und persönlich zu schildern, dass die Leser sich perfekt in sie einfühlen konnten. Zunächst macht Katniss alles, um ihre Schwester, ihre Familie und sich selbst zu schützen, aber dann erkennt sie, dass es in ihren Händen liegt, an den Machtstrukturen in Panem etwas zu verändern.

Collins scheute sich nicht davor, mit Katniss vermintes Terrain zu betreten. Sie war sich sehr wohl bewusst, dass sich Teenager weltweit mit gesellschaftsrelevanten Fragen beschäftigten. In ihrem Treatment zur Buchserie schrieb sie: „Obwohl  ‚Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele‘ in der Zukunft spielt, gehe ich in meinem Buch heiklen und beunruhigenden, zeitgenössischen Fragen auf den Grund. Beispielsweise: Wer kämpft unsere Kriege, wer orchestriert sie und wer zieht aus ihnen wie Nutzen?“ Dagegen stellte sie das Erwachsenwerden von Katniss, schildert, wie sie zur mutigen Person reift und ihre Ziele hartnäckig verfolgt. Sie notierte, dass Katniss zunächst „misstrauisch“ ist, im Verlauf ihrer Reise aber die Fähigkeit zu lieben und Opfer zu bringen lernt – für all jene, die ihr am Herzen liegen.

Der Erfolg von „Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele“ hing davon ab, ob die Leser sich mit Katniss identifizieren würden können – und genau das passierte. Das Buch ging von Hand zu Hand, von Leser zu Leser und wurde schnell zu einem kulturellen Phänomen. Stephen King bezeichnete Katniss als „Annie Oakley mit Pfeil und Bogen“, The Atlantic Monthly titulierte sie als die „wichtigste Frauenfigur der zeitgenössischen Popkulturgeschichte“ und die New York Times lobte Collins für ihre „überzeugend konstruierte Welt und ihre einprägsame, faszinierende Heldin“. Und die Autorin der Twilight-Saga, Stephenie Meyer, bloggte: „Die Story hielt mich mehrere Nächte lang wach – denn sogar als ich das Buch ausgelesen hatte, lag ich mit offenen Augen im Bett und dachte über die Geschichte nach.“

Was eine gute Geschichte ist, darüber streiten Literaturkritiker sicher noch in 1000 Jahren. Dass ein Buchbestseller mit großer Fangemeinde eine sehr gute Grundlage für einen erfolgreichen Film ist, kann hingegen kaum angezweifelt werden. Die Buchtrilogie „Die Tribute von Panem“ von Suzanne Collins ist ein Weltbestseller, der in den USA und auch Deutschland die Bestsellerlisten wochenlang anführte. Und natürlich brennen die Buch-Fans darauf, zu sehen, wie die Geschichte filmisch umgesetzt wurde.

Romantik ist nichts für Actionfilmliebhaber und Fantasyabenteuer nichts für Kinogänger mit Anspruch auf Realistik – richtig? Falsch! Denn ein wirklich guter Film sprengt Genregrenzen und verbindet unterschiedliche Elemente zu einem Ganzen, das für jeden Geschmack und jedes Alter etwas bieten kann. „Die Tribute von Panem“ vereint Drama und Action, Fantasy und Science Fiction, Romantik und Medienkritik. Das Ganze wurde mit viel Hingabe zum Detail und spektakulären Effekten auf die Leinwand gebracht. Da bleiben keine Wünsche offen.

Ein weiteres Element haben die erfolgreichsten Filmproduktionen der letzten Jahrzehnte gemeinsam: frische neue Hauptdarsteller und etablierte Hollywood-Nebendarsteller. Durch „Star Wars“ machte Harrison Ford Karriere. Und während Daniel Radcliffe noch in unbeschriebenes Blatt war, hatte man von seinen berühmten Filmkollegen, z.B. Alan Rickman, Emma Thompson, Gary Oldman oder Ralph Fiennes, schon viel gesehen. Die Hauptdarsteller aus „Die Tribute von Panem“ Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson und Liam Hemsworth umgibt bereits jetzt der Ruhm der zukünftigen Superstars. Und mit Hollywoodgrößen wie Woody Harrelson, Elisabeth Banks, Stanley Tucci u.a. im Rücken, ist der Erfolg des Films wahrhaftig vorprogrammiert.

Kinostart: 22. März; Regie: Gary Ross; FSK: ab 12 Jahren; Länge: 142 Minuten; Verleih: Studiocanal; Link: tributevonpanem.de

Kommentare anzeigen (15)

Mehr in Film

„Nellys Abenteuer“ fürs Heimkino

Barbara Leuschner17. März 2017

Kinotipp: MOONLIGHT

Barbara Leuschner9. März 2017

Musical-Abenteuer „Trolls“ fürs Heimkino

Barbara Leuschner7. März 2017

Disney Junior Mitmach-Kino am 5. März!

Barbara Leuschner2. März 2017

Andreas Bourani zu seiner Rolle in Disneys „Vaiana“

Thomas Meins23. Dezember 2016

Kinotipp: FINDET DORIE

Barbara Leuschner29. September 2016

Kino-Tipp: TSCHICK

Thomas Meins15. September 2016

Kinotipp: ELLIOT, DER DRACHE

Thomas Meins25. August 2016

Exklusiver Clip zu CONNI & CO

Thomas Meins2. August 2016

Kinotipp: GHOSTBUSTERS

Thomas Meins1. August 2016