BEST EXOTIC MARIGOLD HOTEL

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Sieben englische Senioren suchen das Weite und ihr Glück in Indien – und sagen Altersheim und nerviger Verwandtschaft bye, bye. Ein amüsantes Märchen vom Älterwerden, mit Judi Dench, Bill Nighy und Tom Wilkinson exzellent besetzt (Kinostart: 15. März).

Am Ende ist alles gut, und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende – was sich hinter dieser indischen Weisheit verbirgt, erfahren sieben englische Pensionäre auf manchmal schmerzhafte und manchmal komische Weise. Regisseur John Maddden (“Eine offene Rechnung”) schickt in seiner Tragikomödie “Best Exotic Marigold Hotel” eine bunt zusammengewürfelte Truppe auf einen Selbsterfahrungstrip der besonderen Art.

Aus ganz unterschiedlichen Gründen zieht es eine Handvoll englischer Rentner in eine vorgeblich noble Seniorenresidenz in Indien. Madge (Judi Dench) hat ihren Mann verloren, aber noch nicht ihren Lebensmut. Das Ehepaar Douglas (Bill Nighy) und Jean (Penelope Wilton) nimmt Reißaus vor dem tristen Londoner Altersheim, währende die biestige Muriel (Maggie Smith) in Indien auf eine billige Hüftoperation hofft. Madge (Celia Imre) und Norman (Ronald Pickup), beide unfreiwillig Single, sind auf der Suche nach Sex und Liebesglück. Keiner der rüstigen Alten hat Indien je gesehen – außer dem pensionierten Richter Graham (Tom Wilkinson). Den alleinstehenden Gentleman verbindet eine schicksalhafte Begegnung mit dem Land…

Das Marigold Hotel entpuppt sich als genauso verwittert wie die Gesichter der Neuankömmlinge aus England, der Hotelmanager als hemmungsloser Träumer. Mitnichten ist es in Jaipur “wie an der Costa Brava, bloß mit mehr Elefanten”. Das Leben in einer völlig fremden Kultur zwingt die Gäste, sich mit ihren eigenen Dämonen auseinanderzusetzen, mit ihren Neurosen, Vorurteilen, Sehnsüchten und Lügen.

Mal unbeschwert heiter, mal tieftraurig – der Film lotet alle Gefühlsebenen aus und schreckt auch vor Sentimentalitäten und Klischees nicht zurück. Aber das trübt das Vergnügen an dieser Rentner-Odyssee kein Stück. Dazu sind die Charaktere und deren Geschichten viel zu interessant, dazu sind die Schauspieler viel zu gut.

Grandios: Bill Nighy als loyaler Ehetrottel mit Humor, Judi Dench als Witwe, die nach 40 Jahren Ehe noch mal richtig aufdreht und der indischen Jugend zeigt, wo es langgeht. Sicher, die Darstellung des indischen Alltags als fröhlich-buntes Gewimmel und Gebimmel ist etwas simpel, erfüllt als schillernde Kulisse für die bewegenden Geschichten der grauhaarigen Helden aber vollauf ihren Zweck.

Getragen wird das “Marigold Hotel” nicht nur durch starke Darsteller, sondern auch durch eine starke Geschichte. Eigentlich sind es sieben Geschichten, die hier miteinander verwoben werden. Einige davon hätten schon allein ausgereicht, einen Film mit Stoff zu versorgen. Ein bewegender Beitrag zum Thema Altern in Würde – zum Lachen, Träumen, Mitleiden.

Kinostart: 15. März; Regie: John Madden; FSK: ab 0; Länge: 123 Minuten; Verleih: Fox Deutschland; Link: best-exotic-marigold-hotel.de

 

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Über Thomas Meins

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