Familienministerin feiert Elterngeld als Erfolg
Familienministerin Kristina Schröder wertet das Elterngeld als Erfolg. Seit mittlerweile fünf Jahren werden Milliarden an junge Eltern verteilt, die zumindest vorübergehend ihren Beruf zugunsten der Familie ruhen lassen. Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung kommt zu dem Ergebnis, dass vor allem berufstätige Mütter vom Elterngeld profitieren.
Die Studie des DIW zeige laut Familienministerium, dass das Elterngeld die Chancen von Müttern aller Einkommensgruppen verbessere, sich zunächst intensiv um ihre Kinder kümmern zu können und dennoch den Anschluss im Beruf nicht zu verlieren.
Untersucht wurden auch die Auswirkungen des Elterngeldes auf das Familieneinkommen und die Erwerbstätigkeit von Frauen. 2010 stieg der Anteil der berufstätigen Frauen unter Müttern mit einem Kind zwischen ein und zwei Jahren auf 40 Prozent, zehn Jahre zuvor waren es 32 Prozent. Mehr als 60 Prozent der berufstätigen Mütter arbeiteten 2010 schon wieder mehr als 20 Stunden.
Der Studie zufolge ist der Anteil der Frauen, die aufgrund des Elterngelds im zweiten Lebensjahr ihres Kindes wieder arbeiten, um etwa vier Prozent gestiegen. Mütter, deren Partner in Elternzeit ist, haben eine mehr als doppelt so hohe Erwerbsquote (36 Prozent) als Mütter, deren Partner (gerade) nicht in Elternzeit ist (17 Prozent). Den Konsum kurbelte das Elterngeld ebenfalls an: Im Durchschnitt hatten Familien mit Kindern im ersten Lebensjahr rund 400 Euro monatlich mehr zur Verfügung.
Das Elterngeld animierte offenbar auch viele Väter, sich verstärkt der Familie zu widmen. Nach der aktuellen Elterngeldstatistik des Statistischen Bundesamtes haben 25,7 Prozent der Väter, deren Kind im dritten Quartal 2010 geboren wurde, Elterngeld bezogen. In einigen Bundesländern wie Bayern, Sachsen, Berlin und Thüringen hat die Väterbeteiligung die 30-Prozent-Marke bereits deutlich überschritten. Zum Vergleich: 2008 lag die Väterbeteiligung noch bei 21 Prozent; das 2007 durch das Elterngeld abgelöste Erziehungsgeld bezogen nur 3,5 Prozent der Väter.
Schön und gut: Aber war nicht die Hauptabsicht bei der Einführung des Elterngeldes, die Deutschen zu mehr Nachwuchs anzuregen? Dieses Ziel hat das Elterngeld jedenfalls deutlich verfehlt, wie die stagnierenden Geburtenraten zeigen. Und wäre es nicht sinnvoller gewesen, die Elterngeld-Milliarden in Kitaplätze zu investieren, um Müttern und Vätern eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen?
Foto: BMFSFJ
