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HUGO CABRET

HUGO CABRET

Und wieder ein Meisterwerk von Martin Scorsese: Am 9. Februar kommt der mit Oscar-Nominierungen überhäufte „Hugo Cabret“ in die Kinos – eine Liebeserklärung an das Kino, das alte Paris und alle Träumer, die wissen, wie die Welt tickt.

Ein Film für Schwärmer: „Hugo Cabret“ (11 Oscar-Nominierungen) ist eine der schönsten Kinofantasien der letzten Zeit. Martin Scorsese liefert eine optisch und emotional fesselnde Hommage an das Kino. Und mehr: ein sehr atmosphärisches Abenteuer mit hochphilosophischen Untertönen. Ein Leckerbissen für leidenschaftliche Kinogänger, für Anhänger des polternden Popkorn-Kinos dagegen dürfte „Hugo Cabret“ wenig Spaß bereithalten.

Eine der ganz großen Stärken des Films ist der meisterhafte Einsatz der 3-D-Technik. Gleich die Eröffnungssequenz saugt den Zuschauer mittels einer elegant-rasanten 3-D-Fahrt mitten ins Geschehen und die Geschichte hinein. Wir landen im Winter 1931 auf einem Pariser Bahnhof. Dort lebt der Waisenjunge Hugo (Asa Butterfield) nach dem Tod seines Vaters in den Eingeweiden der stählernen Bahnhofshalle. Der Sohn eines Uhrmachers wartet die Uhren des Bahnhofs. Dabei ist er ständig auf der Flucht vor dem strengen Stationsvorsteher (Sacha Baron Cohen), der den Jungen ins Waisenhaus verfrachten möchte.

Einziges Erbe seines Vaters ist ein menschenähnlicher Automat, der schreiben kann. Um die Maschine wieder flott zu kriegen, klaut Hugo Ersatzteile bei dem Spielzeughändler Georges (Ben Kingsley). Der böse Alte erwischt ihn und nimmt dem Jungen ein Notizbuch mit Aufzeichnungen über den Automaten ab. Zusammen mit Georges‘ Enkelin Isabelle (Chloe Moritz) setzt Hugo alles daran, das Buch wiederzubeschaffen und die Maschine in Gang zu setzen…

Der Film handelt von Kindern, und die Hauptrolle spielt ein Zwölfjähriger: Deswegen ist „Hugo Cabret“ aber noch lange kein Kinderfilm. Es geht auch um mehr als die Geschichte eines Jungen, der schutzlos der Erwachsenenwelt ausgeliefert ist und dabei zum jungen Mann reift. Es geht um die Magie des Kinos selbst. Denn Martin Scorsese setzt mit seinem Film dem französischen Stummfilm-Pionier Georges Méliès ein Denkmal. Méliès drehte zu Anfang des 20. Jh. über 500 Filme, geriet in Vergessenheit, viele seiner Werke sind zerstört oder verschollen. Scorsese erweckt die Kindertage des Films wieder zum Leben – mit modernster Technik: Selten wurden 3-D-Kameras so effektvoll und leichthändig eingesetzt wie bei „Hugo Cabret“. Wie der Film die komplexen Vorgänge auf dem Bahnhof erlebbar macht, das ist ganz großes Kino.

Beinahe nebenher stellt Scorsese hochphilosophische Fragen. Können Maschinen menschlich sein? Sind Menschen ohne Herz letztlich auch nur Maschinen? Welche Rolle spielt das Individuum im Räderwerk des Universums? Gewiss, die ganz großen Fragen. Aber auch vor diesem Hintergrund bleibt „Hugo Cabret“ immer bezaubernd und fast immer kurzweilig.

Dafür sorgen auch die ausgezeichneten Darsteller. Überraschung Nummer eins: Komiker Sacha Baron Cohen („Borat“) als hinkender Vorsteher, der eine ungewöhnlich feinsinnige Performance liefert. Überraschung zwei und drei: die jungen Hauptdarsteller sind absolut souverän – und lassen sich auch von Altmeistern wie Ben Kingsley und Christopher Lee nicht die Butter vom Brot nehmen.

Kinostart: 9. Februar; Regie: Martin Scorsese; FSK: ab 6; Länge: 127 Minuten; Verleih: Paramount Pictures Germany; Link: www.hugocabret.de

 

 

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