EU kritisiert deutsche Betreuungsgeld-Pläne
Kaum einer will es, niemand braucht es, jetzt meckert auch die EU-Kommission über das Betreuungsgeld, das die Regierung ab 2013 an Familien verteilen will. Die Politiker aus Brüssel stört, dass Eltern damit vom Arbeitsplatz weggelockt würden, um ihre Kinder zu Hause zu betreuen.
Die deutschen familienpolitischen Pläne seien schlecht für den Arbeitsmarkt, weil das Betreuungsgeld kontraproduktiv wirke, da Eltern durch den finanziellen Anreiz das Gefühl vermittelt werde, sie sollten lieber zu Hause bleiben statt arbeiten zu gehen. Die Kommission würde stattdessen lieber einer Erhöhung der Krippenplätze in Deutschland sehen.
Wenn der Bundestag im Frühjahr der Vorlag von Familienministerin Kristina Schröder zustimmt, soll das Betreuungsgeld 2013 eingeführt werden. Es ist für Eltern von Kindern unter drei Jahren gedacht, die den Nachwuchs nicht in eine Kita schicken. Es soll zunächst 100 Euro pro Monat betragen, ab 2014 150 Euro.
Angeblich soll das Geld auch dann gezahlt werden, wenn die Eltern arbeiten und für ihr Kind eine Alternative zur Krippe organisieren. Welchen Sinn diese Maßnahme dann noch macht, erschließt sich nicht so recht. Wie Eltern mit 100 Euro eine Betreuung organisieren sollen, bleibt ebenfalls schleierhaft.
Bild: BMFSFJ