Kindertarife bei Flugreisen: Nicht immer günstig
Billigflieger ist nicht gleich Billigflieger: Wenn Familien den Urlaubsflieger buchen, kann es teuer werden. Kräftige Rabatte für Babys und Kinder gehören der Vergangenheit an, und die Kinderermäßigung wird oft nur für den Flugpreis gewährt und nicht für die üblichen Steuern und Gebühren.
Real ist die Ersparnis aber noch niedriger, denn eine Kinderermäßigung wird in der Regel nur auf den reinen Flugpreis gewährt, nicht aber auf Steuern und Gebühren. In den letzten Jahren haben die Airlines aus verkaufsstrategischen Gründen immer mehr Kosten aus dem Flugpreis herausgerechnet und als Gebühren ausgewiesen. Auf die “Nebenkosten” gibt es aber keine Rabatte. Als Folge davon schrumpft der Preisunterschied von Kinder- und Erwachsenenticket immer mehr.
Germanwings stellt hier eine Ausnahme dar. Zwar bietet der Billigflieger nominal nur einen schmalen Kinderrabatt von 20 Prozent an. Im Endeffekt zahlt man für ein Kind mit der 20-Prozent-Regelung von Germanwings allerdings oft deutlich weniger, als mit nominell höheren Rabatten anderer Airlines. Denn der Rabatt wird bei Germanwings so berechnet, dass der Endpreis für das Kind inklusive aller Steuern und Gebühren genau um 20 Prozent billiger ist als der Endpreis für einen Erwachsenen.
Aufgepasst bei Sonderangeboten: Viele Airlines gewähren den Kinderrabatt nicht auf Sonder- und Aktionstarife. Ausnahmen: Air Berlin, Germanwings, Condor und Lufthansa ziehen den Kinderarbeit auch bei Sonderangeboten vom Preis ab.
Auch die sogenannte Baby-Flatrate, die einige Fluggesellschaften anbieten, ist nicht immer wirklich günstig. Sie löst zunehmend die früher übliche 90-Prozent-Regelung ab, nach der für ein Baby 90 Prozent vom Ticketpreis eines Erwachsenen fällig werden.
Für mitfliegende Kleinstkinder wird dann ein fester Betrag pro Flugstrecke fällig, inklusive aller Gebühren. Beträgt die Flatrate beispielsweise 15 Euro, werden, bezogen auf einen Ticketpreis von zum Beispiel 29,99 Euro, für ein Baby ohne Sitzplatzanspruch stolze 50 Prozent des Ticketpreises fällig. Und das, obwohl für Kinder unter 2 Jahren bestimmte Gebühren, wie das Passagierentgelt, gar nicht anfallen. Wie der Clever reisen!-Test zeigt, ist die Flatrate in der Regel teurer als die 90-Prozentregelung. Baby-Flats sind also ein gutes Geschäft für die Airlines, aber nicht für Familien.