DIE KUNST ZU GEWINNEN – MONEYBALL
Ein gescheiterter Baseball-Spieler avanciert zum Manager einer Mannschaft, die sich auf dem absteigenden Ast befindet. Durch eine völlig neue Methode des Clubmanagements gelingt Brad Pitt in der Rolle des Billy Beane der kometenhafte Aufstieg seines Teams. Mit sechs Nominierungen ist das Drama ein heißer Anwärter auf die Oscars – und ab 2. Februar im Kino.
Billy Beane (Brad Pitt) wurde von der Highschool weg von einem Talentscout für eine Baseball-Profi Mannschaft engagiert – der Traum vieler junger Amerikaner. Doch mit der großen Karriere sollte es nichts werden: kaum im großen Stadion angekommen, fährt Billy keine Siege mehr ein.
Als Spieler ausrangiert, arbeitet er nun als Manager der Oackland Athletics, einem Team, das zwar in der ersten Liga spielt, sich aber aufgrund seines sehr begrenzten Budgets immer mit den letzten Rängen zufrieden geben muss. Denn im US-amerikanischen Baseball gewinnt, wer das meiste Geld hat. Nur, wer die unglaublich hohen Gehälter der Spitzenspieler zahlen kann, kann sich auch den Sieg leisten. Und die Sieger sind seit jeher Größen wie die New York Yankees und die Boston Red Sox.
Dass sich im Sport alles nur um Geld drehen soll, will Billy nicht einsehen. Nachdem dem Team auch noch die letzten Stars abgeworben werden, fasst er den Entschluss, das Management komplett umzukrempeln. Er holt sich den jungen Yale-Absolventen Peter Brand (Jonah Hill) ins Boot – der wirft mit Zahlen um sich und stellt Statistiken auf, als hätte er nie etwas anderes getan. Statt Image, Aussehen und Karriere zählen nun nur noch Zahlen bei der Spielerauswahl.
Billy und Peter stellen die Oackland Athletics ganz neu auf – mit “ausrangierten” Spielern. Der eine verbringt zuviel Zeit in Las Vegas, der andere hat einen kaputten Wurfarm und der nächste ist zu alt. Doch das Potenzial der Spieler wird oft übersehen – zum Vorteil der Oackland Athletics, denn die Mannschaftsaufstellung erweist sich als wahres Schnäppchen. Durch Peters Berechnungen und Billys unermütlichen Glauben an das Team wird aus dem scheinbar wahllos zusammengewürftelten Haufen aus Spielern ein Klasseteam, das in der Liga fortan unermütlich aufsteigt.
In der traditionsreichen Welt des Baseball kommt Billys Methode gar nicht gut an. Journalisten, Experten und Fans rümpfen die Nase – wurden legendäre Siegesreihen bisher doch ausschließlich durch die altbewärte Methode erreicht.
Aber Billys Traum ist es nicht nur, die Saison mit dem größtmöglichen Erfolg abzuschließen. Er will die Welt des Baseball von Grund auf revolutionieren.
Baseball mag hierzulande nicht allzuviele Fans haben. Die Baseballkeule ist wohl eher als Mordwerkzeug aus Krimis bekannt als aus dem Sport. Doch bei “Die Kunst zu gewinnen – Moneyball” geht es gar nicht allzu sehr um den amerikanischen Nationalsport. Natürlich gibt es die ein oder andere Szene, in der sich die Zuschauer wohl mangels Kenntnis der Regeln so vorkommen werden wie sich ein Amerikaner bei einem Fußballspiel vorkommen muss.
Tatsächlich geht es hier um die Geschichte eines Mannes, der etwas bewegen will. Als Ex-Spieler kennt er sich auf dem Feld aus, doch nun sitzt er in einem Büro im Stadion und verfügt über eine nicht allzu große Summe, mit der er dem Team zu mehr Erfolgen verhelfen soll.
“Moneyball” ist also keineswegs ein Sportfilm, sondern vielleicht eher ein Manager-Drama. Doch auch mit Zahlen wird hier nicht übermäßig jongliert, denn es geht viel mehr um die Idee, die hinter der ganzen Aktion Beanes steckt. Gegen den Widerstand einer Gesellschaft etwas völlig Neues einzuführen, ist immer schwer. Doch Billy Beane beweist, dass es möglich ist. Tatsächlich beruht der Film auf einer wahren Geschichte.
“Moneyball” ist damit durchaus auch ein Film für Sportmuffel und Baseball-Unkundige. Brad Pitt brilliert in einer Charakterrolle ebenso wie Jonah Hill, der bisher eher in Komödien wie “Superbad” und “Männertrip” von sich Reden machte. Beide erhielten für ihre Rollen Nominierungen für den heiß begehrten Oscar. Der Film erhielt außerdem noch vier weitere Nominierungen – und das völlig zu Recht. Das mitreißende Drama fängt die Atmosphäre der Geschichte perfekt ein, wirkt nie zu starr oder zu rührselig. Die hervorragende Besetzung tut das Übrige.
Kinostart: 2. Februar; Regie: Bennett Miller; FSK: ab 0 Jahren; Länge: 126 Minuten; Verleih: Sony; Link: die-kunst-zu-gewinnen.de
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Film soll sehr gut sein
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