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Essen in der Schule: Mangelhaft

Essen in der Schule: Mangelhaft

Im Schulessen ist der Wurm drin – eine Untersuchung bestätigt jetzt, was Kinder und Eltern schon lange vermuten: An den meisten Schulen ist das Essen, das in der Mensa angeboten wird, schlicht ungesund. Manchmal sogar ungenießbar.

Wer schulpflichtige Kinder hat, kennt die Situation: Das Kind kommt nach einem langen Schultag mit acht oder neun Unterrichtsstunden nach hause – und ist hungrig, obwohl die Schule in der Mittagspause ein warmes Essen anbietet. Häufig verschmähten die Kinder das Schulessen, weil es nicht schmeckt. Oder es macht nicht satt. Das nervt – nicht nur die Kinder. Auch Eltern wären froh, müssten sie nicht jeden Tag am späten Nachmittag noch den Kochlöffel für den ausgehungerten Nachwuchs schwingen.

Warum das mit dem Essen in der Schule nicht so recht klappt, verrät eine wissenschaftliche Studie. Fünf Jahre lang haben Wissenschaftler der Hochschule Niederrhein das Speiseangebot in knapp 200 Schulmensen untersucht, bewertet und zertifiziert. Ihr Fazit fällt ernüchternd aus: Derzeit erfüllen über 90 Prozent der Schulen die Qualitätsstandards an gesundes Essen nicht. Das liegt laut Studie unter anderem an zu langen Lagerzeiten des angelieferten und vorgekochten Essens, mangelnden Hygienestandards und fehlender Fachkompetenz beim Personal.

Ein gesundes Schulessen sieht laut Volker Peinelt, Leiter der AG Schulverpflegung an der Uni Niederrhein, so aus: „Es sollte mindestens einmal pro Woche ein Fischgericht, jeden Tag Gemüse und Salat sowie regelmäßig Vollkornprodukte angeboten werden. Fleisch sollte fettarm und nicht paniert sein, und bei den Nachspeisen sind Milchprodukte und Obst sehr wünschenswert.“

Von Eltern, die an der Schule für ihre Kinder kochen, hält der Fachmann nichts. „Der gesamte Prozess sollte in der Hand von Profis liegen“, so Peinelt. „In einer top-ausgestatteten Zentralküche mit gutem Personal wird hochwertiges Essen zubereitet, welches anschließend heruntergekühlt oder tiefgefroren wird. Das nennt man Temperaturentkopplung. In diesem Zustand wird es in die Schulen transportiert und erst unmittelbar vor der Ausgabe erhitzt.“

Die Hochschule zertifiziert Schulküchen und Cateringbetriebe, um ein gesundes Schulessen zu gewährleisten. Die Schwelle zur Qualität ist allerdings recht hoch: Das Verfahren kostet insgesamt 3000 Euro, pro Schüler wären das in Deutschland 40 Cent pro Monat. Erhält die Schule ein Zertifikat, wird sie nach dem Kochmützen-Prinzip eingestuft.

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