Alle Jahre wieder gibt das Bundesfamilienministerium den Familienreport heraus. Auch die aktuelle Version zeigt, woran es in Deutschland mangelt: Kinder und Karriere sind schlecht unter einen Hut zu bringen. Was hat das Ministerium dagegen unternommen? Fast nichts.
Immer noch 78 Prozent der Eltern wünschen sich laut Familienreport Verbesserungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Auch die Väter spielen das Wunschkonzert mit, 73 Prozent von ihnen beurteilen die Vereinbarkeit als schlecht. Nicht nur Eltern von Kleinkindern, sondern auch 56 Prozent der Eltern von Schulkindern äußern hier Probleme.
Außerdem wünscht sich jeder zweite Vater seine Arbeitszeit zugunsten der Familie zu reduzieren. Fast jeder fünfte Vater würde sogar Teilzeit arbeiten, um seiner Familie mehr Zeit zu widmen – und damit auch der Mutter Gelegenheit zu geben, mehr oder wieder zu arbeiten.
Aber auch die Eltern, die Teilzeit arbeiten, sind nicht rundum zufrieden. 34 Prozent der Teilzeitbeschäftigten mit schulpflichtigen Kindern würden gerne länger arbeiten, 37 Prozent der nichtberufstätigen Mütter und 54 Prozent der nichtberufstätigen Alleinerziehenden wäre gerne erwerbstätig. Geht aber nicht – es gibt zu wenig Betreuungsplätze in Kitas und bei Tagesmüttern.
Insgesamt ließ sich nach Angaben des Ministeriums der Staat im Jahr 2009 die Leistungen für Familien die ungeheuere Summe von 195 Milliarden Euro kosten, aufgeteilt auf 160 verschiedene Formen der Unterstützung. Nur ein Bruchteil dieser Summe würde ausreichen, den Kita-Mangel zu beseitigen.
Eine Meinung zu “Familienreport 2011: Nix Neues, nur die alte Kita-Leier”