Jahreswechsel mit Knallfröschen, Chinakrachern und Raketen
Ein Drittel der Deutschen will in diesem Jahr Silvesterfeuerwerk kaufen und das neue Jahr mit einer lauten Knallerei begrüßen. Besonders bei Familien mit Kindern sind die bunten Feuerwerkskörper beliebt. Doch beim Feuerwerk ist Vorsicht geboten.
Das ergab eine Umfrage der GfK-Gruppe im Auftrag des Direktversicherers DA Direkt:
Besonders bei Familien mit Kindern sind die bunten Feuerwerkskörper beliebt. Zwei von drei (67 Prozent) Haushalten mit mehr als drei Kindern werden in der Neujahrsnacht bunte Raketen abfeuern – dagegen plant nur etwa jeder fünfte Alleinlebende, ein eigenes Feuerwerk zu kaufen. Dass die Böller in 65 Prozent der Fälle von Männern gekauft werden, überrascht kaum.
Deutschland strahlt bunt – aber nicht gleichmäßig
Mehr als die Hälfte der Befragten in Sachsen-Anhalt (56 Prozent) wollen es in der Silvesternacht so richtig knallen lassen und das neue Jahr mit Böllern und Raketen besonders farbenfroh begrüßen. Kontrastprogramm in Hamburg: Hier verzichten drei Viertel (77 Prozent) der Bürger komplett auf Silvesterböller.
Deutsche achten besonders auf ihr Auto
Feuerwerk, Raketen und Böllerschüsse lassen viele Autofahrer zu Silvester um draußen geparkte Fahrzeuge fürchten. Doch die Technik Experten des ADAC geben Entwarnung: im freien Verkauf erhältliche Feuerwerkskörper stellen bei korrekter Anwendung für die Blechkarossen kaum Gefahr dar. Fällt eine ausgebrannte Rakete direkt auf ein Auto, sind erfahrungsgemäß trotzdem keine größeren Schäden zu befürchten. Das gilt übrigens auch für Cabrios mit Stoffverdeck.
Brennende Fahrzeuge sind so gut wie ausgeschlossen. Außer es werden Raketen aus kurzer Entfernung auf ein Auto abgefeuert und der Treibsatz dabei in direktem Kontakt mit dem Material abbrennt. Die Folge: Scheiben können zu Bruch gehen oder es entstehen an Lack oder Innenraum hässliche Schmauchspuren. Daher rät der ADAC Raketen, Chinaböller, Tischfeuerwerke oder ähnliches nicht auf Autodächern oder Kühlerhauben zu entzünden.
Kommt es dennoch in der Silvesternacht zu Schäden am Fahrzeug, haftet der “Absender” der Rakete. Bleibt dieser unbekannt hilft in solchen Fällen die Vollkaskoversicherung. Für Schäden an Scheiben durch Brand oder Explosion kommt die Teilkasko auf.
Auch wenn nach Ansicht des ADAC das Risiko für Fahrzeugschäden durch Feuerwerkskörper relativ gering ist, ist es besser sein Fahrzeug in der Silvesternacht in einer etwas ruhigeren Seitenstraße abzustellen. Am besten ist es jedoch das Gefährt in einer Garage zu parken, dort ist es nicht nur vor verirrten Raketen, sondern auch vor üblen Streichen angetrunkenen Passanten sicher.
Damit Silvester nicht im Knalltrauma endet
Das Silvesterfeuerwerk ist fester Bestandteil des stimmungsvollen Jahreswechsels. Dafür bringen die Hersteller von Feuerwerkskörpern alljährlich immer wieder neue farbenprächtige und lautstarke Produkte in die Ladenregale. Doch beim Feuerwerk ist Vorsicht geboten: Böller können das Gehör irreparabel schädigen! Explodierende Knallkörper sind mit bis zu 180 Dezibel lauter als ein startender Düsenjet.
Hinzu kommt, dass es sich bei einem Knall um einen plötzlichen Impulslärm handelt, der das Gehör unvorbereitet trifft. Entscheidend ist dabei neben der Lautstärke auch die Nähe zum Knall. Selbst in ein bis zwei Metern Entfernung kann ein explodierender Böller das Gehör für immer ruinieren. Viele Menschen sind sich dieser Gefahr nicht bewusst. Die Folge: Jedes Jahr gibt es schätzungsweise 20.000 bis 30.000 Patienten, die durch Silvesterböller ein so genanntes Knalltrauma erleiden. Dieses ist verbunden mit einer akuten Hörminderung oder auch einem Tinnitus, also einem dauerhaften Ohrgeräusch. Häufig sind diese Schädigungen nicht mehr oder nur teilweise zu beheben.
Wer sich verlässlich vor einem Knalltrauma schützen will, sollte zu Silvester unbedingt Gehörschutz tragen – unabhängig davon, ob man selbst Böller abfeuern oder nur zusehen möchte. Zu empfehlen sind einfache Ohrstöpsel oder auch individuell angefertigte Ohrschutzlösungen, erhältlich in jedem Hörakustik Fachgeschäft. Vor allem Kinder sollten damit versorgt werden. Sie sind besonders gefährdet, da sie den angemessenen Abstand zu Knallkörpern noch nicht einschätzen können.
Bei akutem Hörverlust oder Ohrgeräuschen sollten Betroffene umgehend ärztliche Hilfe aufsuchen. Beim bloßen Verdacht auf eine Schädigung des Gehörs ist der vorsorgliche Hörtest bei einem Hörakustiker zu empfehlen. Liegt eine nachhaltige Beeinträchtigung vor, kann die Anpassung von Hörsystemen Abhilfe schaffen. Die Hörakustiker der Fördergemeinschaft Gutes Hören bieten dazu Beratung und umfassende Vorsorge an – von der Lärmprävention über Gehörschutzmaßnahmen bis hin zu den kostenlosen Hörtests.
Weitere Tipps zum Schutz vor Unfällen mit Feuerwerkskörpern erhalten Sie hier