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HAPPY FEET 2

28. November 2011 Von: Thomas Meins Kategorie: Film

Fünf Jahre nach seinem ersten heißen Tanz steppt Pinguin Mumble erneut durch die Antarktis: In der Fortsetzung von “Happy Feet” muss sich der musikalische Vogel als Vater bewähren – nicht ganz einfach in der rutschigen Eiswüste am Ende der Welt (Kinostart 1. Dezember).

Das Kino kann anscheinend nicht genug bekommen von den putzigen Vögeln mit dem Watschelgang: Nach der geglückten Mischung aus Real- und Animationsfilm in “Mr. Poppers Pinguine” dürfen die Tiere nun wieder vollanimiert zeigen, welches Unterhaltungspotenzial in ihnen steckt. Regisseur George Miller lässt Kaiserpinguin Mumble, seine Herzensdame Gloria und ihr ganzes Pinguinvolk erneut in der Antarktis aufmarschieren. Diesmal in 3-D, mit verfeinerter Digitalanimation und jeder Menge neuer Figuren. Leider auch mit viel Pädagogik im Gepäck.

Stepptanzmeister Mumble hat ein Problem: Sein Söhnchen Erik, ein kuscheliges Pinguin-Küken, will nicht tanzen! Der Kleine fürchtet nichts mehr als zum Außenseiter seiner tanzwütigen Kolonie zu werden. Sein Vater beweist in dieser schwierigen Lage wenig Gefühl in den Flossen. Der unverstandene Sohn büxt zusammen mit zwei Freunden aus. Die Ausreißer treffen auf Sven den Großen, charismatischer Superstar einer bunten Pinguinschar. Sven wird augenblicklich zum Helden des kleinen Erik, denn er kann als einziger unter lauter flügellahmen Pinguinen fliegen!

Gegen dieses Vorbild hat Mumble natürlich vorerst keine Chancen. Seine große Stunde schlägt, als die gesamte Kolonie der Kaiserpinguine durch einen Eisberg in Lebensgefahr gerät.

Die Animationstechnik hat seit “Happy Feet” einen Quantensprung gemacht. Das sieht man dem Nachfolger deutlich an. Die Tiere sind noch feiner gezeichnet, die Bewegungen noch organischer, die Antarktiskulisse noch detailreicher. Und wie im ersten Teil macht es auch wieder großen Spaß, den schrägen Vögeln beim Tanzen und Singen zuzusehen.

Ein echter Gewinn sind die zahlreichen neuen Nebenfiguren der Pinguin-Saga. Von winzig klein bis gigantisch groß wird alles aufgeboten, was auf und unter dem Eis kreucht und fleucht. Beste Unterhaltung garantieren die beiden Krill-Jungs Will und Bill, die in einer flotten Parallelhandlung eine wahre Odyssee erleben. Winzling Will verlässt seinen Schwarm, um sich vom Ende der Nahrungskette nach oben zu arbeiten – in ihm steckt ein Raubtier, ist der Mini-Krebs überzeugt. So viel grandiose Selbstüberschätzung war lange nicht im Kino zu sehen!

Dazu begegnen Erik und Mumble Seeelefanten, Seeleoparden und gierigen Raubmöven. Ein ganzer Zoo tritt also an – dennoch schleicht sich in etlichen Szenen leichte Langeweile ein. Zu offensichtlich ist die Story auf pädagogisch wertvolle Themen fokussiert. Das schwierige Vater-Sohn-Verhältnis, Liebe als Sinnstifter, Solidarität als Lebensretter und – na klar – der Klimawandel, der das Eis, auf dem die Pinguine stehen, schmelzen lässt, stehen gelegentlich etwas penetrant im Vordergrund. Dabei traut der Flom seiner eigenen Geschichte nicht: Der Held Sven, der als Vogel-Guru (“Wenn du etwas wünschst, musst du es auch wollen. Dann kriegst du es auch”) große Sprüche klopft, entpuppt sich als Papageientaucher. Mithin als Betrüger – denn diese Vögel können von Natur aus fliegen.

Schade auch, dass der Soundtrack nicht so zündet wie im Vorgänger-Film. Der Musikmix ist bunt gefächert, aber nicht wirklich herausragend. Eine Ausnahme macht die Pink-Ballade “Bridge of Light”. Vielleicht ist es ganz einfach nicht mehr so überraschend, Pinguine singen und tanzen zu sehen.

Kinostart: 1. Dezember; Regie: George Miller; FSJ: ab 0; Länge: 99 Minuten; Verleih: Warner Bros.; Link: www.happyfeet2-derfilm.de

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