Familienleben

Rund jeder Fünfte verzichtet auf die Absicherung der Hinterbliebenen

Rund jeder Fünfte verzichtet auf die Absicherung der Hinterbliebenen

Viele Familien in Deutschland sind für den Todesfall des Hauptverdieners schlecht abgesichert: Jeder fünfte deutsche Familienvorstand verzichtet komplett auf die Absicherung seiner Angehörigen durch den Abschluss einer entsprechenden Versicherung. Allein dadurch entsteht eine Absicherungslücke in der Bundesrepublik von hochgerechnet rund 235 Milliarden Euro.

Aber selbst die Familien, die über eine entsprechende Police verfügen, haben mit im Schnitt rund 2,4 abgesicherten Bruttojahresgehältern einen zu geringen Risikoschutz. Das ergab eine repräsentative forsa-Befragung im Auftrag von Asstel, Direktversicherer der Gothaer, unter 1.022 deutschen Haushaltsvorständen mit mindestens einem Kind im Haushalt.

„Natürlich beschäftigt sich niemand gerne mit dem Thema Tod. Dennoch sollten Familien zwingend für den Fall der Fälle vorsorgen und für eine entsprechende Absicherung der nächsten, meist finanziell abhängigen Angehörigen sorgen“, erklärt Dr. Mathias Bühring-Uhle, Vorstand der Asstel Versicherungsgruppe. Ansonsten ist die Gefahr groß, dass die Verwandten durch den plötzlichen Tod in existenzielle Nöte geraten.

Gerade wenn Kredite – zum Beispiel für eine Immobilie – abgezahlt werden müssen. Als Faustregel gilt, dass ungefähr drei bis fünf Bruttojahresgehälter des Hauptverdieners abgesichert werden sollten. 68 Prozent der Befragten verfügen zwar über eine entsprechende Absicherung für den Todesfall, 50 Prozent der Deutschen haben aber weniger als drei Jahreseinkommen abgesichert.

Im Schnitt würden die versicherten Familien nur rund 87.000 Euro ausgezahlt bekommen. Da das durchschnittliche Jahresbruttoeinkommen aller befragten Familienvorstände bei 38.200 Euro liegt, sollte die Versicherungssumme daher eigentlich zwischen 114.600 Euro (drei Jahresgehälter) und 191.000 Euro (fünf Jahresgehälter) liegen.

Unfallversicherung mit Todesfallleistung ist die beliebteste Police
Die am häufigsten genutzte Police zur Absicherung der Hinterbliebenen ist in Deutschland die Unfallversicherung mit Todesfallleistung. 54 Prozent der Befragten verfügen über diese Police. 46 Prozent haben eine Kapitallebens- und 39 Prozent eine Risikolebensversicherung abgeschlossen. Mehrfachnennungen waren möglich und viele deutsche Familien schützen sich auch über mehrere Verträge.

Mit immerhin 19 Prozent der Hauptverdiener in deutschen Familien verfügen hingegen sehr viele über gar keine Absicherung für den Todesfall. Ihre Angehörigen würden im Fall der Fälle zusätzlich zum großen menschlichen Verlust auch finanziell mit leeren Händen dastehen. Die nicht versicherten Befragten verdienen im Schnitt 25.800 Euro brutto pro Jahr. Eine optimale Absicherung von vier Jahresgehältern zu Grunde gelegt, ergibt sich damit auf die ganze Bundesrepublik hochgerechnet eine Versicherungslücke von knapp 235 Milliarden Euro.

Gerade die Jüngeren vernachlässigen die Absicherung
Besonders vernachlässigt wird die Absicherung in Deutschland gerade von den Jüngeren. Beispielsweise hat in der Altersklasse der 18- bis 34-Jährigen nur rund ein Viertel (27 Prozent) der Haushaltsvorstände eine Kapitallebensversicherung abgeschlossen. Bei den 45- bis 54-Jährigen sind es fast doppelt so viele (52 Prozent).

Auch im Ost-West-Vergleich gibt es einen markanten Unterschied: In den neuen Bundesländern nehmen die Haushaltsvorstände das Thema Absicherung deutlich ernster. Während im Westen 20 Prozent der Befragten auf die Todesfallabsicherung komplett verzichten, sind es im Osten nur halb so viele (10 Prozent).

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