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TIM UND STRUPPI – DAS GEHEIMNIS DER EINHORN (3D)

TIM UND STRUPPI – DAS GEHEIMNIS DER EINHORN (3D)

Der rasende Reporter und sein cleverer Hund jagen einem verschollenem Schatz hinterher, natürlich mit dem übelgelaunten Käpt’n Haddock und zwei Volltrotteln von Polizisten im Schlepptau. Steven Spielberg verwandelte die Comicvorlage von Hergé in einen rasanten und umwerfenden Filmspaß. Ein Meisterwerk (Kinostart: 27. Oktober). 

Tausend heulende Höllenhunde – dieser Film macht verflucht viel Spaß. Steven Spielberg ist es gelungen, den Comic-Klassiker aus Belgien in einer kongenialen Version auf die Leinwand zu zaubern. Sicher, es dauert etwas, bis man sich an die digital verfremdeten Schauspieler gewöhnt hat, die im Motion-Capture-Verfahren agieren und dabei kaum wiederzuerkennen sind. Aber nach einigen Minuten oder vielleicht spätestens nach der ersten knallbunten Verfolgungsjagd in 3-D steckt man unweigerlich drin in diesem temporeichen Abenteuer, das selbst Indiana Jones den Atem verschlagen würde.

Spielberg griff sich für seine erste Hergé-Verfilmung – zwei weitere sind in Planung – den Tim-und-Struppi-Band „Das Geheimnis der Einhorn“ aus den 40er-Jahren heraus. Leicht umgeformt, erzählt der Film folgende Geschichte: Reporter Tim (Jamie Bell) ersteht auf einem Brüsseler Flohmarkt ein altes Schiffsmodell. Hinter dem schönen Segler ist auch der düstere Sakharin (Daniel Craig) her; und für dieses Schiff geht der Mann über Leichen. Tim und sein gewitzter Foxterrier Struppi geraten in ein haarsträubendes Abenteuer, das die beiden zunächst an die Seite des von Sakharin gefangenen Kapitäns Haddock (Andy Serkis) verschlägt. Der stets alkoholisierte Seemann berichtet von einem Schatz, der einst mit dem Schiff eines Vorfahren versank, nachdem es von einem Piraten angegriffen wurde. Die Suche nach dem verschollenen Schatz führt Tim, seinen Hund, den Kapitän, die beiden schusseligen Polizisten Schulze (Simon Pegg) und Schultze (Nick Frost) auf hohe See und nach Nordafrika…

Spielberg und sein Produzent Peter Jackson haben die Comic-Welt von Hergé mit fantastischer Optik, hohem Tempo und viel Witz in Bewegung gebracht. Dabei stört es überhaupt nicht, dass die berühmten Schauspieler als solche kaum zu erkennen sind, da sie in einer vollständig digitalisierten Kulisse und mit verfremdeten Gesichtszügen agieren. Denn genau das ist Spielbergs Geniestreich: die Comics von Hergé zeichnen sich durch ihren poppigen, äußerst detailreichen Stil aus, wobei die Gesichter der Helden Tim und Haddock stets minimalistisch, ja fast blass blieben – ein wenig antiseptisch. Diese Welt im Kino wiederauferstehen zu lassen, konnte eigentlich nur schiefgehen – oder auf dem Pfad gelingen, den Spielberg und Jackson eingeschlagen haben.

„Tim und Struppi“ ist definitiv der Indiana Jones einer neuen Generation. Spielberg kann sich nach Herzenslust austoben, denn seinem Ideenreichtum sind dank der komplett digitalisierten Technik nun keine Grenzen mehr gesetzt. So erleben wir Verfolgungsjagden, Kampfszenen, Stunts zu Wasser, Land und in der Luft, die so noch nie im Kino zu sehen waren. Zu den irrsten Szenen zählen eine Seeschlacht, die Jack Sparrow vor Neid erblassen lassen würde, ein herrlich überdrehter Flugzeugcrash in der Wüste ebenso wie eine Falkenjagd der anderen Art – gejagt wird nämlich der Falke. Und der Showdown setzt dem mit einem stahlharten Duell zwischen Haddock und Sakharin noch einen drauf.

Tempo, Tempo, Tempo – dieser Film ist nichts für Kinder, sondern für ausgewachsene Actionfans. Spielberg zieht die Action-Schraube langsam, aber gewaltig an, vergisst dabei aber nie, den Hochgeschwindigkeitszug mit Humor abzufedern. Zudem weiß der Film wirklich etwas mit der 3-D-Technik anzufangen, die dritte Dimension bereichert den glatten Comic-Stil von Hergé um die eine oder andere Tiefenwirkung. Ein Genuss ist das Setdesign des Films. Knallbunt, poppig, detailfreudig erweckt Spielberg eine Art-Déco-Welt der 30er-Jahre zum Leben, erschafft wunderbare Reiche aus reiner Fantasie und schert sich im Übrigen keinen Deut um die Gesetze der Physik oder dröge Wahrscheinlichkeiten. Pures Kino auf der Höhe der Zeit. Der beste Film des Jahres bislang – und der beste Spielberg seit Langem.

Kinostart: 27. Oktober; Regie: Steven Spielberg; FSK: ab 6 Jahre, Länge: 107 Minuten; Verleih: Sony.; Link: www.tim-und-struppi-film.de/

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