Familienleben

Jugendliche oft schon stark verschuldet

Jugendliche oft schon stark verschuldet

Immer mehr jungen Menschen kämpfen mit Finanzproblemen. Die Zahl der überschuldeten Jugendlichen in Deutschland steigt dramatisch. Die Verschuldung beginnt schon während der Schulzeit und liegt schwerpunktmäßig bei Mobilfunkverträgen und im Online-Versandhandel.


Von 2004 bis 2010 habe die Überschuldungsrate um 200 Prozent zugenommen. In der Zeit von 2009 bis 2010 habe die Rate um 40 Prozent zugelegt, weiß Karsten Müller, Wirtschaftspsychologe an der Universtität Mannheim. „Bei Schülern handelt es sich um Beträge bis zu etwa 500 Euro, bei Auszubildenden ist die Summe schon doppelt so hoch und junge Erwachsene haben durchschnittlich bis zu 4.000 Euro, die sie zurückzahlen müssen“, sagt Müller.

Die Universität Mannheim hat deshalb mit dem Caritasverband ein Präventionsprogramm gegen Überschuldung von jungen Menschen entwickelt. „Bis zum 18. Lebensjahr sind die Jugendlichen zwar eingeschränkt geschäftsfähig, haben aber schon Schulden im privaten Bereich“, sagt der Experte. Sobald die jungen Menschen voll geschäftsfähig sind, steigen die Schulden explosiv, beobachtet Müller.

Finanzierungsangebote locken Jugendliche
„Überschuldung ist oftmals mit schwerwiegenden persönlichen Konsequenzen verbunden“, erklärt der Wirtschaftspsychologe. Nach der Einschätzung von Müller zieht sich das Problem durch alle gesellschaftlichen Schichten. „Es ist kein Milieuproblem“, sagt er. Die Jugendlichen aus wohlhabenden Elternhäusern könnten ihre Schulden nur besser abfedern. Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen spielten aber sehr wohl eine Rolle: Denn die Unternehmen bieten ihren Kunden immer mehr Finanzierungsangebote, wo junge, unerfahrene Menschen gerne zulangen – besonders im Internet.

Mit dem Präventionsprogramm „Start frei!“ sollen Jugendliche dabei unterstützt werden, die eigenen Finanzen im Griff zu behalten. Das Programm soll die jungen Menschen zu einem bewussten Konsum befähigen. Die Bereiche bei denen sich junge Menschen verschulden, liegen schwerpunktmäßig bei Mobilfunkverträgen und über den Online-Versandhandel. „Es gibt auch lebenskritische Ereignisse, die eine Überschuldung auslösen – Krankheit, Scheidung oder Arbeitslosigkeit“, sagt Müller.

Quelle: pressetext.com

Kommentare anzeigen (1)

1 Kommentar

  1. Jean

    22. September 2011 in 21:32

    Beachtenswerter Artikel.Habe ein paar schöne Gedankenanstoesse bekommen. Warte auf neue Posts.

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