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Schulen aktiv gegen Gewalt

Schulen aktiv gegen Gewalt

Prügeln, ausgrenzen, mobben: Gewalt ist ein drängendes Problem an vielen Schulen – und eines, das die meisten von ihnen offensiv angehen. Denn schon mehr als zwei Drittel aller Schulen in Deutschland setzen auf Präventionsmaßnahmen: Kollegien bilden sich fort, Lehrer werden zu Mediatoren, sie lernen Konzepte und Instrumente anzuwenden wie den Klassenrat oder No Blame Approach.

Mal eben einen Kollegen zur Weiterbildung schicken, um ihn anschließend als Präventionsexperten in der Schule einzusetzen, ist wenig hilfreich, macht Helmolt Rademacher, Leiter des hessischen Projekts „Gewaltprävention und Demokratielernen“ (GuD) klar. „Am erfolgreichsten sind Gewaltpräventionen, wenn es gelingt, Konzepte des sozialen Lernens nachhaltig im System Schule zu verankern.“

Ein erster Schritt: die schulinterne Fortbildung. Dazu bereist die Pädagogin und Mediatorin Gisela Blümmert Schulen in ganz Deutschland und lässt die Kollegien in Workshops die verschiedenen Konzepte erproben, von der konstruktiven Konfliktlösung, bei der Kinder lernen, selbst Lösungen zu finden, bis zum Nulltoleranzgespräch für harte Mobbing-Fälle.

Untersuchungen belegen bereits die Wirkung einzelner Programme. So führt etwa die Intervention mit No Blame Approach in rund 87 Prozent der Fälle zu einem nachhaltigen Ende der Mobbing-Aktion, ergab eine Studie des Bundes für soziale Verteidigung. Je nach Art der Schule und der Konflikte sind aber auch andere Konzepte oder eine Mischung aus verschiedenen Ansätzen angesagt. Einen aktuellen Überblick über die gängigsten Methoden geben Marion Altenburg-van Dieken und Helmolt Rademacher in ihrem eben erschienenen Buch „Konzepte zur Gewaltprävention in Schulen“.

Das Projekt Perspektive: Bildung will den öffentlichen Diskurs über Bildung in Deutschland fördern. Perspektive: Bildung dokumentiert den Bildungsalltag ebenso wie aktuelle wissenschaftliche und bildungspolitische Diskussionen und Entwicklungen sowie herausragende Projekte und entwickelt Visionen vom Lernen in der Zukunft.

 

„Konzepte zur Gewaltprävention in Schulen“: Autoren/Herausgeber: Beck, Detlef; Blum, Heike; Fertsch-Röver, Katharina; Friedrichs, Birte; Kaletsch, Christa; Natzke, Nina; Noack, Anna; Shaban, Samira; hrsg. von Altenburg-van Dieken, Marion; Rademacher, Helmolt, kartoniert, 160 Seiten, ISBN/Verlag: 978-3-589-23291-8, Cornelsen Verlag Scriptor, Buch mit Kopiervorlagen, 19,50 Euro.

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