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DIE DREI MUSKETIERE

DIE DREI MUSKETIERE

Die drei Musketiere sind zurück – diesmal kämpfen sie in 3-D um die Ehre des Königs und für ihr Vaterland. Die Actionkomödie mit Starbesetzung startet am 1. September in den Kinos.

War das wirklich nötig? Mit „Die drei Musketiere“ in 3-D präsentiert uns Regisseur Paul W.S. Anderson („Resident Evil“) die mindestens 51. Kinoversion des klassischen Mantel-und-Degen-Abenteuers von Alexandre Dumas. Der Film schielt aufs junge Publikum und möglichst viele Fortsetzungen und ist dabei in der Wahl seiner Mittel wenig zimperlich. Der Dumas-Stoff wurde so gründlich entstaubt, das von der Vorlage wenig mehr als die Namen der Hauptfiguren übriggeblieben sind. Das wäre legitim, wenn es nicht über weite Strecken langweilen würde.

Die Story ist neben den Actionszenen, den teilweise fantastischen Kulissen und üppigen Spezialeffekten beinahe bedeutungslos: Der junge D’Artagnan (Logan Lerman), ein Draufgänger aus der Provinz, tut sich in Paris mit den drei altersmüden Musketieren Athos (Matthew Macfadyen), Porthos (Ray Stevenson) und Aramis (Luke Evans) zusammen, um den machthungrigen Kardinal Richelieu (Christoph Waltz) zu stoppen. Der böse Kirchenmann und die listige Milady de Winter (Milla Jovovich) wollen im Windschatten eines drohenden Krieges zwischen Frankreich und England den jungen König Louis XIII. entmachten.

Was diesem Film fehlt, kann man symptomatisch an Christoph Waltz erkennen: Seele. Waltz spielt den intriganten Richelieu so fade und leblos runter, dass das Purpur seines Umhangs noch das auffälligste Merkmal der Rolle bleibt. Ähnlich ergeht es den anderen Figuren in diesem bunten Ränkespiel. Alles ziemliche Pappnasen, die sich durch Prügeleien, Fechtduelle und Verfolgungsjagden kalauern.

Um den Abenteuer-Klassiker aufzupeppen, bedient sich Regisseur Anderson schamlos an allen möglichen Genres. Die Palette reicht vom Italo-Western à la Spencer/Hill über Eastern und James Bond bis hin zur Science-Fiction. Das macht zuweilen Spaß und setzt hübsche Oberflächenreize, aber es wirkt häufig verkrampft oder schlicht albern. Trübe wird es zwischen den Actionszenen – das wird einfach zu viel gequasselt, was die papierdünne Story zu keiner Zeit hergibt. Was bleibt, sind ein paar visuell überraschende Einfälle wie ein wirklich großkalibriger Luftkampf, die vielen modischen Kostüme der Mylady de Winter und eine Fechteinlage auf dem Dach von Notre Dame.

Charme, Gefühl und Esprit bleiben bei diesem Parforceritt auf der Strecke. „Eine für alle! Alle für einen“ – hoffentlich bleibt es bei diesem einen Anderson-Versuch, die Musketiere wiederzubeleben.

Kinostart: 1. September; Regie: Paul W.S. Anderson; FSK: ab 12; Länge:  111 Min.; Verleih: Constantin Film; Link: musketiere-film.de

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