Familienleben

Väter 2011: Nur ein bisschen Elternzeit und Hausarbeit

Väter 2011: Nur ein bisschen Elternzeit und Hausarbeit

Wickeln, Fläschchen geben und Kinderwagen schieben ist eben doch nicht jedermanns Sache. Entgegen dem hübschen Bild vom „neuen Vater“, das einschlägige (Frauen-)Medien und „moderne“ Familienpolitiker gerne malen, sind Kerle mit Kind mehrheitlich einem eher traditionellen Rollenbild verhaftet, wie eine Umfrage enthüllt. Vielleicht aus beruflicher Not, wohl aber auch aus Bequemlichkeit.

19 Prozent der 20- bis 35-jährigen Väter gaben bei einer aktuellen Forsa- Umfrage an, Elternzeit genommen zu haben, zumeist nur zwei Monate. Mithin überließen vier Fünftel der Väter weitgehend der Mutter die Arbeit mit Kind, Küche und Haushalt.

40 Prozent der Väter geben an, gerne in Teilzeit arbeiten zu wollen. Tatsächlich tun dies aber nur 5 Prozent der Herren. Obwohl knapp die Hälfte der Befragten zugab, dass in ihrem Betrieb Teilzeit durchaus möglich wäre.

Dabei geben die frischgebackenen Väter stolz zu Protokoll, wie sehr ihnen Familienleben und Babyglück am Herzen liegen. Einige der Befragten haben sogar ab der Geburt ihres Kindes angefangen sich auch für Babymode zu interessieren. Dennoch: 71 Prozent der 20- bis 45-Jährigen finden an sich als Vater besonders gut, dass sie ihr Kind auch (mal) wickeln und füttern. 62 Prozent finden es gut und richtig, dass sie nachts aufstehen, wenn ihr Kind schreit. Und 83 Prozent meinen, einen guten Vater zeichne aus, „so viel Zeit wie möglich mit seinem Kind/seinen Kindern zu verbringen“. Nur – selbst von morgens bis abends alleine für die Brutpflege zuständig zu sein, behagt offenbar den Wenigsten.

Nicht nur bei der Elternzeit, auch bei der Hausarbeit sind die Väter eher zurückhaltend. 13 Prozent halten sich komplett fern von Abwasch, Wäsche und Staubsauger. Fast jeder zweite Vater (49 Prozent) sagt, er erledige wenigstens „einen kleinen Teil“ der Hausarbeit.

Und, ach ja, gejammert wird auch. 16 Prozent fürchten, weder Beruf noch Familie gerecht zu werden. Fast zwei Drittel der jungen Väter zwischen 20 und 35 Jahren sagen: „Ich hätte gern mehr Zeit für die Familie.“ Und nur knapp ein Drittel der Väter gibt an, Beruf und Familie „in einer guten Balance“ zu halten.

Männer haben’s schwer. Besonders, wenn sie Väter werden. Druck bei der Arbeit, eine gestresste Frau zu Hause, und dann noch dem öffentlich erwünschten Rollenbild vom „neuen Papa“ entsprechen – ein Meister, wer das beherrscht. Darum versuchen es wohl die Wenigsten.

Nachzulesen sind die Ergebnisse der Väter-Umfrage in der aktuellen Ausgabe der „Eltern“– und auch hier.

 

Kommentare anzeigen (2)

2 Comments

  1. Kullerkeks

    25. November 2011 in 00:59

    Ganz so einfach ist die Situation auch für die Väter nicht. Meistens ist der Mann auch heute noch derjenige mit dem höheren Einkommen und somit stellt sich die Frage überhaupt nicht wer zuhause bei den Kindern bleiben möchte.
    Hinzu kommt das Männer die Elternzeit nehmen in vielen Betrieben als Weich… dargestellt werden und somit nicht mehr für eine Führungsposition in Frage kommen.

  2. Lukas

    8. Dezember 2011 in 23:38

    Finde ich gut, dass hier haeufig gepostet wird.

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