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CRAZY STUPID LOVE

CRAZY STUPID LOVE

Schon verrückt, welche Haken die Liebe manchmal schlägt. Steve Carrell stürzt sich als biederer Familienvater nach der Trennung von seiner Frau in One-Night-Stands, während Aufreißer-Kumpel Ryan Gosling seine wahren Gefühle entdeckt (Kinostart: 18. August).

Mittvierziger Cal Weaver (Steve Carrell) hat eigentlich alles, was er will: einen guten Job, ein schönes Haus, nette Kinder und natürlich eine attraktive Ehefrau – seine Jugendliebe Emily (Julianne Moore). Aber nach über 20 Jahren scheint die Luft raus zu sein – auf jeden Fall sieht Emily das so. Sie hat sich auf eine Affäre mit enem Arbeitskollegen eingelassen und will nun die Scheidung. Cal ist völlig perplex und absolut sprachlos.

Als Single wider Willen verliert sich der Biedermann in Selbstmitleid, verbringt seine Abende allein in einer Bar. Das kann der junge Aufreißer Jacob (Ryan Gosling) nicht mitansehen: Der geschniegelte Playboy nimmt den deprimierten Familienvater unter seine Fittiche und haucht ihm wieder Leben ein. Er verpasst Cal ein neues Outfit und zeigt ihm, mit welchen Drinks und Schmeicheleien man bei Frauen landen kann. In puncto Frauen scheint Cal einen ungeheuren Nachholbedarf zu haben – dank Jacobs Lektionen eröffnet sich dem Mann die wunderbare Welt der willigen Singlefrauen.

Alles im Lack, wenn da nicht die Gefühle wären: Cals 13-jähriger Sohn verknallt sich in das 17-jährige Kindermädchen, das sich wiederum in Cal verguckt hat. Emily zweifelt an der Beziehung zu ihrem Kollegen. Und Jacob verliebt sich irgendwann und erstmals ernsthaft in eine junge Frau, die auch Cal sehr am Herzen liegt…

Okay, die Geschichte von „Crazy Stupid Love“ ist nicht besonders originell und es ist auch schnell klar, wo es am Ende hinläuft. Aber der Film schafft es durchgehend, bestens zu unterhalten. Mit Gefühl, Witz, Cleverness und einem stilsicheren Timing. Die Handlung gibt den Figuren genügend Raum sich zu entwickeln, und sie hat im Zentrum eine Person, der man vorbehaltlos folgen kann. Steve Carrell schlägt sich als betrogener und verlassener Ehemann mit leisen Tönen und voller Selbstzweifel durch – ein sympathischer Verlierer, dem man jeden Erfolg bei Frauen gönnt. Dankenswerterweise verzichtet Carrell auf Albernheiten und grobe Späße, er verleiht seinem Charakter dafür einen Hauch Tragik und verpasst der Komödie so einen ernsten Unterton.

Damit hebt sich „Crazy Stupid Love“ wohltuend von anderen romantischen Komödien ähnlicher Art ab – und nicht nur damit: Der Film setzt einen markanten Höhepunkt mit einer Partyszene, in der sich alle Figuren und Handlungsfäden auf höchst amüsante und überraschende Weise kreuzen.

Die Gags sitzen fast durchgehend, das Tempo stimmt, sogar der Soundtrack fällt angenehm auf. Die Besetzung hält, was man sich von den großen Namen verspricht. Ryan Gosling zeigt herrlich selbstironisch seine komische Seite, Kevin Bacon gibt süffisant den grinsenden Nebenbuhler und Jungstar Emma Stone als Jacobs große Liebe ist umwerfend sexy.

Und selbst wer „Dirty Dancing“ und Eintänzer Patrick Swayze noch nie ausstehen konnte, wird sich über eine Variante der legendären Szene mit der Hebefigur geradezu wegschmeißen vor Lachen.

Kinostart: 18. August; Regie: Glenn Ficarra, John Requa; FSK: ab 12; Länge: 118 Min.; Verleih: Warner Bros.: Link: warnerbros.de

 

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