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MIDNIGHT IN PARIS

MIDNIGHT IN PARIS

Woody Allens neuer Film ist eine stimmungsvolle Zeitreise – ein Trip in das Paris der 20er-Jahre. Owen Wilson trifft als angehender Schriftsteller und unverbesserlicher Träumer auf Helden wie Hemingway und Picasso. Kinostart des Märchens für Erwachsene: 18. August.

Die Komödie ist ein schillerndes Großstadtmärchen mit funkelnden Dialogen, romantischen Abwegen und eine Liebeserklärung an Paris, die Welt der Kunst und die Macht der Fantasie. Auch wenn Woody Allen selber nicht in Erscheinung tritt: Die Hauptfigur des Films, der amerikanische Drehbuchautor Gil, funktioniert einmal mehr als Alter Ego des Regisseurs – nur das der fast doppelt so alt ist wie sein Star Owen Wilson.

Für Gil geht ein Wunschtraum in Erfüllung, als er an der Seite seiner Verlobten Inez (Rachel McAdams) seinen Urlaub in Paris verbringen kann. Die mitgereisten Schwiegereltern, erzkonservative Upperclass-Langweiler, trüben die Urlaubsstimmung zwar etwas ein. Sie halten den schwärmerischen Autor, der Hollywood lieber heute als morgen den Rücken kehren würde, um endlich seinen Roman zu vollenden, für einen haltlosen Spinner. Dann taucht auch noch der schnöselige Paul (Michael Sheen) auf, Ex-Professor seiner Verlobten und ein nervtötender Besserwisser.

Gil lässt sich nicht beirren – er hat sich längst in Paris und seine legendäre Künstlerszene verliebt. Hätte er doch nur in den 20er-Jahren leben können, als an der Seine Schriftsteller wie Ernest Hemingway, F. Scott Fitzgerald und Künstler wie Pablo Picasso und Salvador Dali residierten! Als Gil eines nachts allein durch die Stadt streift, geschieht das Wunder: Kaum hat es 12 geschlagen, biegt eine alte Limousine um die Ecke und chauffiert den Romantiker mitten hinein in die Roaring Twenties.

Von nun an verbringt Gil seine Nächte auf wilden Partys, in Künstlersalons und verrückten Bars. Er lässt seinen Roman von Gertrude Stein (Kathy Bates) lektorieren, diskutiert mit Ernest Hemigway über das Schreiben, gibt dem jungen Luis Bunuel Tipps für einen Film – und er verguckt sich in die Picasso-Muse Adriana (zeitlos schön: Marion Cottilard), in der er eine Seelenverwandte findet.

Kein Wunder, das dieses Wunderwerk einer romantischen Komödie Woody Allens erfolgreichster Film zu werden verspricht. „Midnight in Paris“ ist traumhaft, elegant und stimmungsvoll. Mit Owen Wilson hat sich Allen einen Hauptdarsteller ins Boot geholt, der ebenso naiv wie konsequent seine Vision eines Lebens als Künstler verfolgt. Mit seiner nonchalanten Lässigkeit lässt sich Wilson als Gil auf das Abenteuer seines Lebens ein. Den Wechsel zwischen den Zeitebenen meistert er quasi im Schlaf – er ist eben ein Träumer. Wie sein Regisseur Woody Allen.

Der Filmemacher schert sich nicht um irgendwelche Plausibilitäten – ein Schnitt, ein Bild, und schon sind Held und Publikum in die 20er-Jahre gebeamt. Weite Strecken des Films spielen in der von Allen als golden verklärten Vergangenheit, ein in warmen Farben ausgeschmückter Traum, dem man gerne mitträumt. Highlights sind die amüsanten Auftritte bekannter und weniger bekannter Schauspieler als Personen der Zeitgeschichte. Alle paar Minuten kommt eine neue Legende um die Ecke, sei es Adrien Brody als irrlichternder Salvador Dali, Alison Pill als Partygirl Zelda Fitzgerald oder eben Ernest Hemingway, von Cory Stoll mit Würde und leichter Ironie nachempfunden.

„Midnight in Paris“ ist eine kurzweilige und charmante Zeitreise, eine Schwärmerei über Kunst, Fantasie und eine besseres Leben jenseits der schnöden Wirklichkeit. Früher war alles besser? Nicht wirklich. Allen setzt noch einen drauf und lässt die Helden der Zwanziger von der Belle Epoque träumen, hinein in die weiter entfernte Vergangenheit der Sehnsuchtsstadt Paris. Da schwant auch Gil, dass wahres Glück immer im Hier und Jetzt zu finden ist.

Kinostart: 18. August; Regie: Woody Allen; FSK: ab 0; Länge: 100 Min.; Verleih: Concorde; Link: midnight-in-paris.de

Der Soundtrack „Woody Allen & La Musique“, von „Manhattan“ bis „Midnight in Paris“:

WOODY ALLEN & LA MUSIQUE referiert in einem glanzvollen Rundumschlag all jene Songs, ohne die ein Woody Allen- Film kaum auskommt. 36 Musikstücke aus 21 Filmen sind auf dieser Doppel-CD in historischen Originalaufnahmen zu finden, die damit gleichzeitig die wahrscheinlich größten Klassiker des frühen zwanzigsten Jahrhunderts auf einen Nenner bringt. Die Spanne ist nahezu unendlich weit und führt von Jazzgrößen wie Louis Armstrong, Django Reinhardt, Fred Astaire, Harry James, Glenn Miller, Artie Shaw, Duke Ellington , dem Erroll
Garner Trio und Stan Getz bis zu herausragenden Vokalisten wie Frank Sinatra, Carmen Miranda, Enrico Caruso, Carmen Cavallaro und Billie Holiday .

Der Musikliebhaber wird mit WOODY ALLEN & LA MUSIQUE auf unvergessene und leidenschaftlich geliebte Aufnahmen stoßen, die den Beginn der modernen Popmusik markieren. Der eingefleischte Woody Allen -Fan wird mit dieser außergewöhnlichen Zusammenstellung wohl ein wertvolleres Dokument in Händen halten, als ein Soundtrack zu einem
bloßen Film es je sein könnte.

Zu den Filmen, die hier musikalisch referiert werden, gehören Stardust Memories (1980), The Purple Rose Of Cairo (1985), Hannah And Her Sisters (1986), Alice (1990), Manhattan Mystery Murder (1993), Bullets Over Broadway (1994), Celebrity (1998), Melinda And Melinda (2005), Cassandra’s Dream (2007) und natürlich Midnight In Paris (2011) sowie viele weitere Allen -Filme.
WOODY ALLEN & LA MUSIQUE erscheint am 19. August bei Warner Music Group Germany

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