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PLÖTZLICH STAR

PLÖTZLICH STAR

Welches Mädchen träumt nicht davon, reich und berühmt zu sein, in schicken Klamotten von Party zu Party zu jetten und sich dabei noch einen Traumprinzen zu angeln? „Plötzlich Star“ ist die neueste Hollywood-Version dieses Traums – mit Disney-Star Selena Gomez in einer Doppelrolle (Kinostart 4. August).

Was eine federleichte und zuckersüße Teenagerkomödie à la „Plötzlich Prinzessin“ hätte werden können, entpuppt sich als verkrampfte Posse im Stil eines mittelmäßigen TV-Films. Nie lässt der Film einen Zweifel darüber, wo der scheinbar glamouröse Europa-Trip der drei US-Girls endet: im bürgerlichen und sicheren Hafen einer Provinz-Ehe nämlich.

Highshool-Absolventin Grace (Disney-Star Selena Gomez) will mit ihrer besten Freundin Emma (Katie Cassidy) die Sommerferien in Paris verbringen. Grace‘ Mutter (Andie MacDowell) und ihr Stiefvater wollen die beiden Mädels aus der texanischen Provinz jedoch nicht alleine ins ferne Europa fliegen lassen: Sie schicken Grace‘ Stiefschwester Meg (Leighton Meester), eine ausgemachte Spaßbremse, als Aufpasserin mit.

Das Paris-Abenteuer aus dem Pauschalreisekatalog droht in Stress und Streit zu enden – bis Grace mit dem Society-Huhn Cordelia Winthrop Scott verwechselt wird. Mehr von Emma getrieben als selbst davon überzeugt schlüpft Grace in die Rolle des It-Girls und erlebt nun als eine Art Paris Hilton im Zwergenformat ihre 15 Minuten Ruhm. Per Privatjet und mit Schrankkoffern voller Klamotten und Schmuck düsen die drei Texas-Girls nach Monte Carlo – wo ein Wohltätigkeitsball, Polopartien, Jachtpartys und mindestens ein stinkreicher und attraktiver Junggeselle warten…

Die klischeehafte Story – geschenkt. Das merkwürdig altmodische Bild, das die Amis von Europa haben – auch geschenkt. Trotz der ausgetretenen Pfade, auf denen „Plötzlich Star“ wandelt, hätte eine turbulente Verwechslungskomödie werden können. Den Spaß vermiest schon die Hauptdarstellerin. Selena Gomez ist wahrlich keine Schauspiel-Ikone, aber immerhin ein junges Gesicht mit Star-Qualitäten. Aber mit der Doppelrolle der braven Provinzschnecke und des fetzigen Society-Girls ist das Mädel heillos überfordert. Dafür ist diese TV-Mimin einfach zu unbedarft und harmlos.

Die Inszenierung ergeht sich in blassen Postkartenansichten bekannter Sehenswürdigkeiten (immer wieder dieser Eiffelturm), das Drehbuch lässt die Mädels endlos quasseln und von einer Peinlichkeit in die nächste schlittern. Auf Tempo, Esprit und Überraschungen wartet man vergebens. Bis die Geschichte endlich auf den Punkt kommt, die Handlungsfäden geknüpft sind, vergeht eine Ewigkeit. Nicht einmal bei den wenigen und endlos gedehnten romantischen Szenen kommt der Film zur Sache. Ein Küsschen darf sein, mehr nicht. Das ist alles so züchtig in Szene gesetzt, dass jedes zwölfjährige Schulmädel mit den Augen rollen dürfte.

„Plötzlich Star“ prickelt wie ein abgestandenes Glas Prosecco vom Discounter – von Champagnerlaune keine Spur.

Kinostart: 4. August; Regie: Thomas Bezucha; FSK: ab 6 Jahre; Länge: 109 Minuten; Verleih: 20th Century Fox.; Link: ploetzlichstar-derfilm.de/

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