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GREEN LANTERN

GREEN LANTERN

Ein neuer Weltenretter wirbelt über die Leinwand: Comic-Held Green Lantern sorgt als Mitglied einer intergalaktischen Schutztruppe für Recht und Ordnung – vom Planeten Erde bis in die Unendlichkeit (Kinostart: 28. Juli).

Sommerzeit ist Superhelden-Zeit im Kino. Drei Wochen, bevor mit „Captain America“ ein Held aus dem Marvel-Universum die Leinwand stürmt, lässt die Konkurrenz aus dem Hause DC Comics („Superman“) ihren „Green Lantern“ auf die Zuschauer los, natürlich im zeitgemäßen 3D-Format. Weniger zeitgemäß ist die Story der „Grünen Laterne“: Sie geht zurück auf einen Comic aus den 40er-Jahren, und Hal Jordan, Held dieser Verfilmung, tauchte erstmals Ende der 50er in den DC-Heften auf. Der Film wiederum ist in der Gegenwart angesiedelt, was aber eigentlich keine Rolle spielt, denn die Story ist gewissermaßen zeitlos und überirdisch – und ziemlich dick aufgetragen. Glücklicherweise nimmt sich dieser Superheld allerdings nicht allzu ernst.

Er ist ungeheuer mutig, aber auch verantwortungslos, unzuverlässig und großspurig. Nicht der Stoff, aus dem Superhelden normalerweise gemacht sind. Aber Testpilot Hal Jordan (Ryan Reynolds) ist dennoch der erste Mensch, der in die Riege der Green Lantern Cops aufgenommen wird, einer verschworenen Bruderschaft von Kriegern, die in den Weiten des Universums seit ewigen Zeiten für Recht und Ordnung sorgen.

Auf der Flucht vor Super-Bösewicht Parallax kracht Green Lantern Albin Sur mit seinem Raumschiff auf die Erde. Kurz vor seinem Tod findet er – oder besser sein magischer grüner Ring – einen Nachfolger: Hal Jordan. Im Handumdrehen wird der ahnungslose Testpilot auf den Planeten Oa geschleudert, wo er im Schnellverfahren eine Ausbildung zum Krieger erhält und lernt, mit dem grünen Ding an seinem Finger umzugehen. Leider stellt sich Hal dabei ziemlich blöd an. Er hat eben menschliche Schwächen. Aber genau die, man ahnt es, machen ihn am Ende doch noch zum echten Superhelden…

Seine besten Momente hat „Green Lantern“, wenn es ironisch wird. Nachdem der Held seine große Liebe Carol (Blake Lively) aus höchster Lebensgefahr gerettet hat, baut er sich vor ihr auf und prahlt mit seiner Tat – grün maskiert und daher inkognito, wie Hal glaubt. Aber Carol weiß, wen sie vor sich hat: Schließlich hab ich doch schon mal nackt gesehen…“ Momente wie dieser machen Spaß und den Superhelden menschlich-sympathisch.

Dazu gibt es ein paar nette Action-Sequenzen, in denen Hal zeigen kann, was sein Ring drauf hat: Er beschwört Schwerter, Flammenwerfer, Maschinenpistolen und Autos herauf, um sie effektvoll im Kampf einzusetzen. Das ist hübsch gemacht und entspricht der grell-absurden Comicwelt, aus der die Laterne stammt.

Auch Ryan Reynolds überzeugt in seiner Rolle. Ein Playboy, der die Welt retten muss und dabei auch noch sein Mädchen gewinnt – ein Jungentraum. Reynolds geht die Sache mit Charme an, trifft genau den Ton zwischen jugendlichem Naivling und männlichem Kraftprotz.

Der Film trifft leider nicht immer den richtigen Ton. Ein bisschen Science-Fiction, ein paar Horrorfilmzitate, zu wenig Action (bei dem Potenzial), zu viel Geschwafel und Nebenfiguren, die einfach zu vorhersehbar agieren – „Green Lantern“ ist ordentliches Popcorn-Kino, aber kein Meilenstein der Comicadaption.

Dazu flirtet der Film von Bond-Regisseur Martin Campbell recht ungeschickt mit dem „Star Wars“-Universum. Die Parallelen sind offensichtlich: Green Lantern Cops hier und Jedi-Ritter da, es gibt in beiden Storys eine dunkle Seite der Macht und einen Piloten, der zum Auserwählten wird. Die fremde Welt entfernter Galaxien wird in „Green Lantern“ nur angedeutet, verkommt zur Kulisse. So wird ein wesentlicher Aspekt dieser Superhelden-Saga ziemlich lieblos abgehandelt.

Kinostart: 28. Juli; Regie: Martin Campbell; FSK: ab 12 Jahre; Länge: 114 Minuten; Verleih: Warner Bros.; Link: wwws.warnerbros.de/greenlantern/ ; Prädikat wertvoll

 

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