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WIN WIN

WIN WIN

Anwalt und Familienvater Mike steckt beruflich und privat in der Krise: Durch einen kleinen Betrug hofft er, die Haushaltskasse aufbessern zu können. Aber die Rechnung geht nicht so recht auf… Familienfilm mit Paul Giamatti als Verlierertyp, der endlich auf die Gewinnerseite will (Kinostart: 21. Juli).


Das Leben meint es nicht gut mit Familienvater Mike Flaherty (Paul Giamatti): Seine Anwaltskanzlei steht kurz vor der Pleite, seine Gesundheit ist angeschlagen und das Highschool-Ringerteam, das er in seiner Freizeit trainiert, steckt eine Niederlage nach der anderen ein. Mike braucht einen Befreiungsschlag, vor allem finanziell – und so kann er der Versuchung nicht widerstehen, sich auf unsaubere Weise ein paar Dollars hinzuzuverdienen.

Er übernimmt die Vormundschaft für seinen senilen Klienten Leo und kassiert dafür das Pflegegeld vom Amt. Statt den Alten aber wie gewünscht in dessen Haus zu betreuen, schiebt er ihn ins Altersheim ab. Als Leos Enkel Kyle (Alex Shaffer) auf der Flucht vor seiner drogenabhängigen Mutter auftaucht, kümmert sich Mike notgedrungen um den Jungen. Kyle entpuppt sich als talentierter Ringer – und Mike wähnt sich gleich doppelt auf der Siegerstraße…

Eine Win-Win-Situation bezeichnet eine Lösung, von der alle Beteiligten profitieren. Danach sieht es in dieser Tragikomödie lange Zeit nicht aus – und auch am Ende bleibt offen, ob sich Mike wirklich als Gewinner fühlen kann. Großer Gewinner ist der Film selbst: Selten gab es in den letzten Jahren ein so eindringliches und zugleich unsentimentales Porträt vom Niedergang der Mittelschicht im Kino. Ein kompaktes Drehbuch, eine präzise Figurenzeichnung und vor allem die hervorragende Besetzung machen „Win Win“ zu einem mitreißenden Familiendrama.

„Win Win“ zeigt, wie dünn die Linie zwischen Glück und Unglück im Alltag bescheidener und unbescholtener Bürger manchmal sein kann. Paul Giamatti („Barney’s Version“) verkörpert absolut nachvollziehbar den Wandel des ehrbaren Anwalts zum kleinen Betrüger. Eine Flunkerei, und schon überschreitet Mike die Grenze des Legalen – aus purer Verzweiflung. Der gescheiterte Idealist und sympathische Verlierer ist und bleibt die Paraderolle von Independentkino-Star Paul Giamatti.

Heimlicher Star des Films ist aber der junge Alex Shaffer in seinem Kinodebüt. Mit erfrischend sparsamer Mimik spielt er den unverstandenen, mundfaulen Teenager, nach außen cool, innen ein Vulkan. Eine Präsenz, die der Story einige Glanzlichter aufsetzt. Ein Gesicht, das man sich merken muss.

„Win Win“ ist melancholisch, lebensnah und desillusionierend ohne Trübsal zu blasen. Kurzweiliges und nachdenkliches Schauspielerkino vom Feinsten.

Kinostart: 21.7.; Regie: Thomas McCarthy; FSK: 0; Länge: 106 Min.; Verleih: Twentieth Century Fox of Germany, Link: winwin-derfilm.de

 

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