CDU will Hauptschule abschaffen
Nanu: lange hat die CDU am traditionellen dreigliedrigen Schulsystem festgehalten, jetzt wollen führende Bildungspolitiker der Konservativen die Hauptschule abschaffen. Weniger aus Einsicht, mehr aus Not: es gibt immer weniger Schüler.
Bildungsministerin Annette Schavan verkündete den jüngsten Beschluss der CDU-Bildungskommission: Da es demnächst bis zu 35 Prozent weniger Schüler in Deutschland gebe, sollten Haupt- und Realschulen zu Oberschulen zusammengelegt werden. Das erspare vielen Kindern lange Schulwege in eine möglicherweise weit entfernte, weiterführende Schule. Das Gymnasium soll laut Schavan in der bisherigen Form erhalten bleiben, da es sich pädagogisch weiterentwickelt habe und so viele Schüler wie nie zuvor habe.
Die Schwesterpartei CSU tanzt auch beim Thema Bildung aus der Reihe. In Bayern soll es weiterhin eine sogenannte Mittelschule neben Hauptschule und Gymnasium geben, das dreigliedrige Schulsystem aus Kaisers Zeiten also erhalten bleiben.
Was auch immer die Bundesbildungsministerin und die Bundes-CDU planen: Direkten Einfluss auf die Schulpolitik haben sie nicht. Schulpolitik ist Sache der Länder, und die werden wohl auch künftig für sich allein entscheiden, was in ihrem Ländle in den Schulen passiert. Wenn überhaupt etwas passiert.