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Medien sind für Kinder kein Ersatz für Freunde

Medien sind für Kinder kein Ersatz für Freunde

Wenn Mama und Papa voller Begeisterung die neuesten Funktionen ihres iPhones ausprobieren, werden selbst die Kleinsten neugierig. Besorgte Eltern können allerdings beruhigt sein: In der alltäglichen Lebenswelt der Kinder sind Internet und Smartphones von nachrangiger Bedeutung.

Nur 3,7 Prozent der 6- bis 12-Jährigen besitzen ein im Kinderjargon „Touchhandy“ genanntes Gerät. Diese und weitere Studienergebnisse wurden im Rahmen der Kinderwelten Fachtagung des Kinder- und Familiensenders SUPER RTL und IP Deutschland präsentiert:

79 Prozent der Kinder verbringen ihre Freizeit am liebsten mit Freunden. Mit 78 Prozent landet das Fernsehen als wichtigstes Medium der Zielgruppe auf dem zweiten Rang. In erster Linie sehen Kinder Kinderfernsehen; der Anteil liegt bei 57,6 Prozent.

Eine tiefenpsychologische Studie liefert Erkenntnisse zur Funktion des Kinderfernsehens in der modernen Gesellschaft. Viele Eltern versuchen, ihre Kinder durch intensive und zeitaufwändige Förderung auf die gestiegenen Anforderungen unserer Leistungsgesellschaft vorzubereiten.

Dadurch mangelt es dem kindlichen Alltag an Rückzugsmöglichkeiten, Kinder dürfen immer seltener einfach nur Kind sein. Das Fernsehen bietet ihnen einen Raum, der frei von erwachsenen Ansprüchen und Forderungen ist. Über das Kinderprogramm erobern sich die jungen Zuschauer eine Art kindlicher Eigenwelt, die ihnen den Ausbruch aus der strukturierten Alltags- und Erwachsenenwelt ermöglicht.

Der Anteil der internetaffinen Kinder ist seit fünf Jahren stabil und liegt bei knapp unter 60 Prozent. Wenn sie sich im Internet aufhalten, besuchen die 6- bis 12-Jährigen am liebsten das Videoportal Youtube, gefolgt von toggo.de. Wirklich attraktiv wird das Internet ab einem Alter von zwölf Jahren, dann tummeln sich bereits 90 Prozent im virtuellen Raum. Zum Vergleich: Bei den 8- bis 9-Jährigen sind es lediglich 37 Prozent.

Soziale Netzwerke werden ebenfalls erst mit zwölf Jahren interessant, ab dieser Altersstufe sind bereits 61 Prozent Mitglied bei SchülerVZ, facebook und Co.

Quellen: KIM Studie 2010; Iconkids & Youth, TrendTracking Kids 2011 Egmont Ehapa Verlag / Kids VA 2010 AGF/GfK Fernsehforschung, TV Scope „Wie gutes Fernsehen Kindheit prägt“, Institut concept m

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