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Von der artgerechten Haltung des Mannes

Von der artgerechten Haltung des Mannes

Mythen über die Männerwelt und ihre biologischen Eigenarten existieren eine Menge. Was ist dran, womit kämpfen Männer und mit wem sprechen sie über ihre Probleme? Und wer kennt schon die ganze Wahrheit über den Mann? Ein neues Buch aus dem Goldegg Verlag widmet sich der männlichen Sexualität, Gesundheit und Psyche.

Männer denken andauernd an Sex und sprechen ständig darüber, sie wollen immer und können immer. Männer müssen ihre Partnerinnen im Bett erbeben lassen – ihre geschlechtstypischen Verhaltensweisen sind anerzogen und können daher korrigiert werden. Aber wer kennt schon die ganze Wahrheit über den Mann?

Über Sex spricht man nicht
Sex begleitet uns durch den Alltag. Von den Bildschirmen, Plakatwänden und aus Magazinen springen uns unaufhörlich sexuelle Fantasien, Andeutungen und Versprechungen an. Was sich tatsächlich in den Betten und Köpfen abspielt, weiß allerdings kaum jemand. Reale Einsichten in das Sexual- und Beziehungsleben von Mann und Frau gibt der Linzer Sexualmediziner und „Männerarzt“ Dr. Georg Pfau.

In seinem neuen Buch „Männer – Die ganze Wahrheit“ (gemeinsam mit Co-Autor Dr. Thomas Hartl, erschienen im April im Goldegg Verlag) erzählt er, mit welchen – oft recht heiklen – Fragen und Problemen Männer, Frauen und Paare in seine Praxis kommen. Dr. Pfau wagt sich sehr offen an die zumeist totgeschwiegenen Themen und an „perverse“ Wünsche und Fantasien heran. Darüber hinaus hinterfragt er Legenden, die sich rund um die männliche Sexualität, seine Biologie und heutige Stellung in unserer Gesellschaft spinnen.

„In meinen Männersprechstunden erlebe ich viele beunruhigte Männer, die sich Gedanken über ihre Beziehungen, ihre Gesundheit oder sexuelle Orientierung machen. Manche sind in ihrem Selbstwert total verunsichert, wissen einfach nicht mehr ein und aus und haben niemanden, mit dem sie offen darüber reden können“, so der Autor Dr. Pfau. „Dabei ist es so wichtig, dass auch Männer über ihre Probleme sprechen, denn als soziales Wesen braucht der Mensch Beziehung und Sexualität ganz wesentlich für sein Lebensglück.“

Frauen und die starken Männer
In der Diskussion über Geschlechterrollen, Stereotype und die Stellung von Mann und Frau in der Gesellschaft wird die Existenz zweier Geschlechter gerne geleugnet: Demnach wäre das Geschlecht ein soziales Konstrukt, das aus Kindern Männer und Frauen mit geschlechtstypischen Handlungsweisen macht. Der Mann mit seinen ureigenen, von der Evolution vorgegebenen Rollen – Jagd, Schutz der Gruppe, Kampfesmut und Körperkraft – gerät gegenüber den weiblichen Eigenschaften wie Sozialkompetenz in die Defensive.

„Die Idee, dass Geschlechter und sexuelle Orientierung sozial konstruiert sind, ist falsch. Die geschlechtliche Identität ist wie die Geschlechtsorgane von Geburt an nicht veränderbar; wird das versucht, führt das zu psychischen Störungen wie Neurosen oder Depressionen“, weiß der Sexualmediziner Dr. Georg Pfau. Gleichzeitig sind Männer mit weiblichen Verhaltensweisen, die „Softies“, bei den Frauen als Sexualpartner unbeliebt.

Heute fehlt in vielen Fällen jedoch der Mann als Erziehungs- und Bezugspersonen und somit als Vorbild, anhand dessen sich ein funktionierendes Selbstverständnis entwickeln kann. Die Unterdrückung oder mangelnde Gleichstellung der Frau kann nicht durch die Abschaffung der Geschlechter oder Verteufelung des Männlichen erreicht werden.

„Frauen wollen starke Männer. Der hegemonial agierende Mann, der, der führend und bestimmt auftritt, wird von den Frauen eindeutig bevorzugt. Sie sollten daher ein Interesse daran haben, in sich gefestigte Männer heranzuziehen, damit Beziehungen funktionieren können. Mannsein kann man niemandem abgewöhnen.“

Der „Kerl“ will nicht gehorchen
Sex spielt sich im Gehirn ab, weshalb sexuelle Probleme meist psychosomatische Ursachen haben. Die Erektion kann daher durchaus als Gradmesser für die biologische und psychosoziale Gesundheit des Mannes gesehen werden. Zur sexuellen Identität des Mannes trägt das Hormon Testosteron ganz wesentlich bei: Es ist sozusagen der Inbegriff der männlichen Lebenslust. Das Testosteron macht den Mann zum Jäger – heute zum Sportler oder aktiven Sexualpartner -, es gibt ihm seinen typischen Körperbau und sein männliches Verhalten.

Ein Mangel kann zu Stimmungsschwankungen, Energiedefizit, sexuellem Desinteresse und Erektionsstörungen führen, die wiederum Probleme mit dem sozialen Umfeld mit sich bringen. Eine Störung der sexuellen Identität betrifft damit immer auch die Partnerin. Was laut Autor und Sexualmediziner Pfau noch viel zu wenig bekannt ist: Auch Männer kommen in den Wechsel.

„Jeder Mann merkt wechselbedingte Beschwerden, die durch den sinkenden Testosteronspiegel auftreten, können sie aber meist nicht richtig deuten. Immer wieder sitzen verzweifelte Männer in meiner Praxis, die klagen, dass der ‚Kerl‘ nicht mehr gehorchen will.“ Der Mensch ist ein biologisches, psychologisches und soziales Wesen, seine Gesundheit hängt daher von allen drei Faktoren ab. Die Zufriedenheit im eigenen Geschlecht entscheidet wesentlich über das persönliche Lebensglück.

„Ich wünsche mir, dass Männer mehr sein dürfen und wollen, wie sie von Natur aus sind und ihr Mannsein pflegen: durch Ausdauer-, Kraft- und Gehirntraining, durch artgerechte Ernährung und gelebte Sexualität. Und nicht zuletzt durch ein ausgeglichenes Zeitmanagement, denn Hektik und Stress sind genau das Gegenteil von Genuss, Lust und Erotik!“

Georg Pfau/Thomas Hartl: „Männer – Die ganze Wahrheit“,  Goldegg Verlag, 351 Seiten, Hardcover,  21,40 Euro, ISBN 978-3-902729-30-9

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