Familienpolitik

Viel Geld, wenig Kinder

Viel Geld, wenig Kinder

Geld soll Kinder machen – hofften die Familienpolitiker der Bundesregierung. Der aktuelle Familienbericht der OECD zeigt, dass diese Politik der milden Gaben gescheitert ist und in Deutschland Milliarden Euro an falscher Stelle ausgegeben werden.

Der OECD-Familienbreicht stellt der deutschen Familienpolitik kein gutes Zeugnis aus: Obwohl der Staat für jedes Kind bis zum 18. Lebensjahr im Schnitt 146 000 Euro für Ausbildung, Elterngeld, Steuervorteilen und andere Leistungen springen lässt, verharrt die Geburtenrate im Keller. Bei 1,36 Kindern pro Frau. Obwohl der Staat viel in den Nachwuchs investiert, ist die Quote der armen Kinder im internationalen Vergleich hoch. Dänemark gibt nicht einmal halb so viel Geld pro Kind aus wie wir, dennoch ist der Anteil der als arm geltenden Kinder nicht einmal halb so groß wie in Deutschland.

Was läuft da schief in Sachen Familienpolitik made in Germany? Die Euros werden an falscher Stelle eingesetzt. Das meiste Geld fließt in Form von Eltern-, Kindergeld und Steuergeschenken in die privaten Kassen vom Mama und Papa. Geld allein macht aber weder glücklich noch schlau und es weckt offenbar auch keinen Kinderwunsch bei denen, die sich mit Familienplanung beschäftigen. Werdende Eltern brauchen keine Almosen, sondern die Gewissheit, dass ihre Kinder trotz elterlicher Berufstätigkeit zuverlässig und gut betreut werden, später die Chance auf eine qualifizierte Schulbildung bekommen.

Das Beispiel Dänemark zeigt: Unsere nördlichen Nachbarn investieren verhältismäßig viel Geld direkt in die Kinderbetreuung, also den Ausbau und die Qualität von Kitas. Das macht dänischen Frauen offenbar mehr Lust auf Kinder.

Auch die mangelnde Akteptzanz des sogennanten Bildungpakets zeigt doch: Geschenke in Form von Gutscheinen für Musikunterricht und Nachhilfe sind nichts wert, wenn das Ausbildungsangebot insgesamt nicht verbessert wird. Also Schluss mit Elterngeld und Bildungspaketen und endlich ernst machen mit Kitaausbau, besser ausgebildete Erziehern und Lehrern und Ganztagsschulen, die diesen Namen auch wirklich verdienen.

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