Familienleben

Erste eigene Wohnung

Erste eigene Wohnung

Die Jugend von heute bleibt in Elternnähe, auch nach dem Auszug. In die Ferne zieht es nur die wenigsten jungen Männer und Frauen. Durchschnittlich leben sie etwa zehn Kilometer vom Heim der Eltern entfernt.

Das ergab eine vom DIW Berlin veröffentlichte Studie einer Forschergruppe um den Soziologen Thomas Leopold von der Universität Bamberg. Besonders anhänglich sind wenig gebildete Jugendliche aus bildungsfernen und ärmeren Familien, heißt es in der Studie. „Selbst wenn es in der Region an Arbeitsplätzen mangelt, ist das für sie offenbar kein Grund, weiter weg zu ziehen“, so Leopold. Dieses Verhalten habe mit Sicherheit ökonomische Ursachen.

Um Bildung optimal anzunehmen müssten junge Erwachsene mobil sein. „Bildungsferne Eltern sind weniger in der Lage, die räumliche Mobilität ihrer Kinder mitzufinanzieren als Eltern aus höheren Sozialschichten“, erklärt Leopold. Das heißt, Eltern aus höheren Sozialschichten sei es wichtig, dass ihre Kinder erfolgreich sind.

Vor allem junge Männer in Ostdeutschland sind stark im Ort ihrer Kindheit verwurzelt. Mobiler sind ostdeutsche, junge Frauen. „Sie finden in ihren Heimatorten oft weder einen geeigneten Studien- oder Arbeitsplatz noch den passenden Partner“, weiß Leopold. Für gebildete Frauen komme es in der Regel nicht in Frage „nach unten“ zu heiraten. Sie wählen keinen Mann, der weniger verdient und einen schlechteren Schulabschluss hat als sie selbst.

Junge Menschen weniger selbständig
Die erste eigene Wohnung spielt nach den Ergebnissen eine geringere Rolle beim Erwachsenwerden als die Forscher zunächst annahmen. „Die meisten jungen Menschen bleiben in der Nähe der Eltern wohnen und verlassen ihr vertrautes Umfeld nicht. Warum sollten sie anschließend wesentlich selbständiger sein als zuvor?“, merkt Leopold an.

Auch wenn die Distanz zum elterlichen Haushalt als Indikator für Selbstständigkeit interpretiert wird. Vergleicht man Kinder aus höheren und niedrigeren Schichten miteinander, kommt ein weiterer Aspekt hinzu. „In der Regel erhalten Kinder aus höheren Schichten deutlich mehr Unterstützung von ihren Eltern – sowohl vor als auch nach ihrem Auszug.“ Folglich könnten Kinder aus niedrigeren Schichten auch unabhängiger von ihren Eltern sein – obwohl sie näher bei ihnen leben.

Klicken Sie, um einen Kommentar hinzuzufügen.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Familienleben

Mehr in Familienleben

camera-1840

Die Dokumentation der Familienerlebnisse ist immer lohnenswert

Hans Wankl4. Juli 2018
rose-2335203_1280

Mit Kindern über den Tod reden: Wie ist es am leichtesten?

Hans Wankl25. Juni 2018
holzspielzeug

Spielzeug aus Holz: der Klassiker im Kinderzimmer

Hans Wankl23. Mai 2018
young-791849_1280

Arbeiten von zu Hause aus: Homeoffice, Familie und Beruf

Hans Wankl10. März 2018
little kid boy with school satchel, first day to school

Der Schultasche die nötige Aufmerksamkeit widmen

Hans Wankl28. Oktober 2017
house-2565105_1280

Die Familienküche – ein Ort, an dem die Generationen zusammenkommen

Hans Wankl20. August 2017
Sweet little girl

Tipps für eine ruhige Nacht im Kinderzimmer

Hans Wankl30. Juli 2017
festival-2456145_1280

Warum eine Kinder-Unfallversicherung so wichtig ist

Hans Wankl23. Juli 2017
wordpress

Home Sweet Home(-page): Eine eigene Webseite für die Familie

Hans Wankl7. Juli 2017
dog-1328585_1280

Tiere und Familien: Gesundheitstipps für das Zusammenleben

Hans Wankl6. Mai 2017