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Buchtipps für angehende Teenager

Buchtipps für angehende Teenager

Der Eintritt ins Teenageralter ist eine nervenaufreibende Zeit – für Eltern und vor allem für die Jugendlichen selbst. Da gibt es Fragen über Fragen, Gedanken und Ängste, die man gern mit den Eltern besprechen würde – wie es früher so war – die aber auch um die Eltern kreisen. Und deshalb macht man das mit sich allein klar. Drei Bücher, in denen sich Teenager mit diesen Problemen herumschlagen:

abends um 10
In Frankies Parsons Leben ist alles verlässlich. Konstant. Vorhersehbar. Sogar die ständige Ergänzung seiner sowieso schon langen Liste von Sorgen. Tageslauf, Wochenplan, Jahresrhythmus – nichts ändert sich. Das Morgenmiauen der Fettkontrolle. Der tägliche Zickzack-Weg zum Bus mit seinem besten Freund Gigs. Die schlechte Laune seiner großen Schwester. Sein Klassenlehrer Mr A und dessen liebste Waffe: das Wörterbuch. Die Klangwand-Abende von Onkel George und Louie. Die ausgelassenen Besuche der Tanten. Der Küchenduft bei der Heimkehr. Und die absolut zuverlässige Antworten seiner Mutter – immer abends um zehn.
Doch dieses Jahr ist alles anders. Das liegt an Sydney. An ihren liebevollen, neugierigen, taktlosen Fragen. Und Frankie Parsons Welt gerät aus den Fugen.

Eine bittersüße Familiengeschichte über Angst und Mut und darüber, was das Leben ausmacht. Aber auch darüber, dass in einer scheinbar heilen, geregelten Welt doch nicht alles in Ordnung ist – und das nicht alle Probleme sich sofort aus dem Weg räumen lassen.

Frankie verbindet viel mit seiner Mutter – auch seine Ängste. Was bedeutet es für ein Kind, wenn es sieht, dass die Eltern keine Lösung parat haben? Hier geht es um den entscheidenden Schritt, zu beginnen, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Liebevoll, behutsam geschrieben mit jeder Menge Situationskomik.

Kate de Goldi: „abends um 10“, Carlsen Verlag, übersetzt von Ingo Herzke, 336 Seiten, gebundene Ausgabe, ab 11 Jahren, 16,90 Euro, ISBN 978-3-551-58243-0


Prinzenleben
Als Charlie Prins mit dem Los seines Großvaters im Postleitzahlen-Lotto gewinnt, steht sein Leben von einem Tag auf den anderen Kopf. Plötzlich wird er auf der Straße angesprochen und vor seiner Haustür drängen sich fremde Menschen, die etwas von ihm wollen: Sensation, Spannung und vor allem Geld. Auf Anraten zieht Charlies Familie erst mal von ihrem Hausboot in ein Nobelhotel. Seine Schulfreundin Tara findet das zwar etwas übertrieben, trotzdem ist sie fest davon überzeugt, dass Geld glücklich macht.

Doch Charlie ist sich da bald nicht mehr so sicher. Denn bis auf Tara behandeln ihn plötzlich alle anders und auch seine Eltern kommen durch das viele Geld in Bedrängnis. Als Charlie klar wird, wie viel schwieriger das Leben zu Hause geworden ist, fasst er einen Entschluss: Das Geld muss weg!

Für Charlie wird der Traum eines jeden wahr! Doch wird er auch bald zum Albtraum für ihn, denn „Geld allein macht nicht glücklich“. Sein Vater verfällt einem Kaufrausch und verliert darüber sein Lebensziel – und seinen Job. Seine hilfsbereite Mutter verzweifelt daran, dass sie und nicht hilfsbedürftige Menschen über so viel Geld verfügen. Spenden, ja, aber wem? Eigentlich möchte sie nur wieder als Sozialarbeiterin tätig sein, aber eine Millionärin ist da nicht vertrauenswürdig.

Charlie möchte eigentlich nur seinen Großvater zurück, mit ihm lachen, wie sie es immer taten, als er noch lebte.

Ein Buch voller witziger Situationen – gespickt mit Charlies Witzen. Und eine geradezu philosophische Betrachtung der Frage: „Macht Geld glücklich?“.

Corien Botman: „Prinzenleben“, Carlsen Verlag, übersetzt von Rolf Erdorf, 208 Seiten, Klappenbroschur, ab 10 Jahren, 8,95 Euro, ISBN 978-3-551-35990-2

Killing God
Dawn Bundy ist 15 Jahre alt und beschließt, Gott umzubringen. Denn ihn macht sie verantwortlich für alles Leid in ihrem Leben: Ihre Mutter ist Alkoholikerin, ihr Vater seit zwei Jahren verschwunden – zurück blieben eine Tasche voller Geld und eine Pistole. Dawn hat nur ihre beiden Hunde, die Musik ihrer Lieblingsband – so versucht sie möglichst unsichtbar die Tage zu überstehen.

Dawn vermisst ihren Vater, der immer gesungen hat, aber auch getrunken. Doch dann wurde alles anders: Dawn war 13 und aus der Abhängigkeit von Rauschmitteln wurde bei ihrem Vater ein fanatischer Glaube an Gott.

Als aus dem zurückgelassenen Geld eine tickende Zeitbombe wird, bewahrt sie der Vater im letzten Moment vor der Explosion. Für eine Versöhnung ist es trotzdem zu spät…

Von Anfang an spürt der Leser, dass mit Dawn etwas nicht stimmt, dass sie eine große Last auf ihren Schultern trägt – im Namen Gottes hat er ihr schlimme Dinge angetan und ist verschwunden. Nachdem man sie und ihre Lebensumstände kennengelernt hat, empfindet man nur noch große Hochachtung und Respekt vor einem Mädchen, dass lernt, mit dem Erlebten zu zurechtzukommen.

Kevin Brooks: „Killing God“, dtv extra, aus dem Englischen von Uwe-Michael Gutzschhahn, 272 Seiten, Taschenbuch, ab 14 Jahren, 8,95 Euro, ISBN 978-3-423-71451-8

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